Die Zerstörung von Lebensraum

Zerstörte Landschaft
Zerstörte Landschaft
Foto: Naturefund

Es gibt viele Beispiele für die Zerstörung von Lebensräumen durch den Menschen. Nach den Kriterien der IUCN sind in Deutschland z. B. nur noch 0,4 Prozent der Landfläche komplett naturbelassen. Aber auch weltweit sind Ökosysteme bedroht.

Durch die Erfindung neuer Werkzeuge und Maschinen und den fortschreitenden Bedarf an Ressourcen hat der Mensch seinen Zugriff auf die Natur intensiviert. Es gibt kaum etwas, wovon wir Menschen nichts brauchen. Wasser, Sand, Stein, Holz, Metall – im Grunde genommen haben wir zu jedem Rohstoff ein passendes Produkt gefunden, was wir daraus bauen können. Zwar gibt es momentan noch ausreichend Ressourcen auf der Erde, um unseren Rohstoffhunger zu stillen, jedoch leben wir schon jetzt über unsere Verhältnisse hinaus und die Kosten tragen jene Tiere und Pflanzen, deren Lebensraum wir zerstören. 

1,75  Erden – Der Earth Overshoot Day

Der sogenannte Earth Overshoot Day findet an jenem Tag im Jahr statt, an denen wir die Ressourcen vollständig ausgeschöpft haben, die im gleichen Tempo nachwachsen können. Jedes Jahr fällt der Earth Overshoot Day an einen anderen Tag. 2020 war es der 22. August, 2021 der 29. Juli und 2022 der 28. Juli. Der Trend hin zu einem früheren Earth Overshoot Day und damit der weiteren Zerstörung von Lebensräumen und Ökosystemen schreitet fort. Derzeit brauchen wir weltweit umgerechnet 1,75 Erden, um unseren Ressourcenbedarf zu stillen. Wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden, wie wir in Deutschland, würde man sogar 3 Erden(!) benötigen.

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Waldrodung in Brasilien und Australien

Ganz offenbar nehmen wir also mehr aus der Natur als wir dürften, wenn wir funktionierende Ökosysteme weiter erhalten wollen.

Jedes Jahr werden 158 000 km² tropischer Regenwald abgeholzt. Neben den Pflanzen, die dabei absterben, verlieren auch viele Tiere ihren Lebensraum. Dies bedeutet: weniger Fläche, mehr Konkurrenz. Zahlreiche Tiere verlieren im Amazonas-Regenwald ihr zu Hause, beispielsweise der Riesenotter oder der große Ameisenbär. Zwar sind wir Menschen von der Waldrodung meist in erster Linie nicht so stark betroffen wie Tiere oder Pflanzen, die auf einen Schlag ihren kompletten Lebensraum verlieren. Doch mittel- oder langfristig wirkt sich die Abholzung von Wäldern auch auf unser Wohlbefinden direkt aus. So wird durch dieAbholzung von Wäldern nicht nur klimaschädliches CO2 freigesetzt. Auch wichtige Funktionen der Wälder wie beispielsweise die Wasserspeicherfähigkeit oder der Temperaturausgleich gehen verloren.

Das wohl mit bekannteste Beispiel als Verlierer der Zerstörung von natürlichem Lebensraum ist der Koala. Der Bestand der australischen Eukalyptus-Liebhaber ist von früher 10 Millionen auf heute nur noch einige Zehntausend gesunken. Der Grund für diesen dramatischen Rückgang ist die umfangreiche Abholzung australischer Eukalyptuswälder in der Nähe von wachsenden Großstädten wie Sydney oder Brisbane. Hauptnahrungsquelle der Koalas sind die Blätter, Rinde und Früchte von einigen wenigen der 500 in Australien heimischen Eukalyptusarten. Der Rückgang der Eukalyptuswälder mündet im Rückgang des Nahrungsangebotes für Koalas. 

Im Amazonasregenwald sind die Gründe für das Abholzen intakter Regenwaldflächen diverser. Ein Grund für die Brandrodung ist das Erschließen neuer Acker- und Weideflächen. Teils werden Waldgebiete auch in Kaffee-, Soja- oder Bananenplantagen umgewandelt. Andere Gründe sind die Ausbeutung von Bodenschätzen oder die Gewinnung von Holz für die Papierindustrie. Gemein ist ihnen allen der damit einhergehende Lebensraumverlust. 

Flächenversiegelung und Lebensraumzerstörung in Deutschland und der EU

Ein weitverbreiteter Irrglaube ist zu meinen, dass sich die Zerstörung von Lebensraum weit entfernt von Deutschland abspielt. Zwar gibt es in Mitteleuropa keinen Regenwald zu fällen, doch an der Versiegelung von natürlichen Flächen ändert das nichts. Laut dem Deutschen Wetterdienst werden in Deutschland pro Jahr mehr als 160 Quadratkilometer Fläche neu versiegelt – das entspricht einer Fläche von mehr als 20 000 Fußballfeldern jedes Jahr. Von sogenannter Bodenversiegelung spricht man, wenn natürliche Böden durch die Verwendung undurchlässigen Materials versiegelt werden. Das trägt zu einer steigenden Hochwassergefahr, Wasserverknappung und steigender Erderwärmung bei. Neben all dem wird Tieren und Pflanzen dabei auch ihr Lebensraum genommen. In den letzten 70 Jahren ist die Gesamtfläche der europäischen Großstädte um fast 80 Prozent gestiegen. Dass die Zahl der Brutvögel in Europa in den vergangenen 40 Jahren um 600 Millionen zurückgegangen ist, hängt eng damit zusammen und ist kein Zufall. Auch Insekten leiden unter der immer weiter fortschreitenden Versiegelung von Flächen. 

Schutzgebiete sind die Lösung

Um die fortschreitende Zerstörung von Lebensraum zu stoppen, ist eine der besten Möglichkeiten, Schutzgebiete zu errichten. Auf der Weltnaturkonferenz 2022 im kanadischen Montreal wurde beschlossen, bis 2030 mindestens 30 Prozent der weltweiten Fläche in Schutzgebiete zu überführen. Durch diese Maßnahme soll die natürliche Vielfalt der Erde geschützt und das Artensterben gestoppt werden.

Wenn Sie dabei helfen möchten, natürliche Schutzgebiete für Pflanzen und Tiere zu errichten, spenden Sie an eines unserer Schutzprojekte

Quellen:

ARDalpha, Utopia, Abenteuer-Regenwald, Greenpeace, nabu Deutschlandfunk Nova, Europäische Umweltagentur, nabu

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