Folgen der Erderwärmung

Wetterextreme nehmen zu

Die Erwärmung der Erdoberfläche und Atmosphäre hat weitreichende extreme Wettereignisse zur Folge. Während einige Regionen von extremen Dürren betroffen sind, die zu Wassermangel, Ernteausfällen oder Bränden führen können, sind andere Regionen von heftigen Niederschlägen und damit einhergehenden Überschwemmungen getroffen, die mitunter mit massiven Zerstörungen einhergehen und Menschenleben kosten können. 

Temperaturanstieg, Trockenheit und Hitzewellen

Daten von Wetteraufzeichnungen zeigen: Seit den 1980er-Jahren war jede Dekade wärmer als die vorherige und wärmer als alle vorangegangenen Jahrzehnte seit 1850. Zudem traten seit 2005 die wärmsten zehn Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen auf. Laut dem Weltklimarat IPCC nimmt seit 1950 die Anzahl warmer Tage und Nächte zu, während die Anzahl kalter Tage und Nächte abnimmt. Die damit einhergehende Erwärmung hat in einigen Gebieten der Erde bereits zu einer erhöhten Häufigkeit und Dauer von Hitzewellen geführt und die Anzahl und Intensität auftretender Dürren gesteigert, beispielsweise im Mittelmeerraum, in Westasien, vielen Teilen Südamerikas sowie einem Großteil Afrikas und Nordostasiens. Auch in weiten Teilen Europas und Australiens treten Hitzewellen häufiger auf.

Die länger andauernden Phasen mit geringen Niederschlägen und hoher Verdunstung über Landflächen führen regional zu Bodentrockenheit, was das Wachstum der Pflanzen und der landwirtschaftlichen Erträge mindert und Wüstenbildung begünstigt. Diese Veränderungen tragen bereits heute zu einer Abnahme der Ernährungssicherheit bei. So sind insbesondere in äquatornahen Regionen die Erträge von beispielsweise Mais und Weizen gesunken und die höheren Temperaturen schaden der Viehzucht. 

Auch in Europa kommt es mit fortschreitendem Klimawandel immer häufiger zu Hitzewellen und Dürren: Seit 2003 bis heute hat Europa bereits neun Hitzewellen erlebt, wobei diese insbesondere in Südeuropa besonders ausgeprägt waren. Doch auch in Deutschland hat die Belastung durch Hitze deutlich zugenommen: Im Zeitraum von 1951 bis 2019 ist die Anzahl an Tagen, an denen eine Temperatur von 30 °C überschritten wurde, im Mittel um etwa 8 Tage gestiegen. Die Sommer in den Jahren 2003, 2018 und 2019 waren zudem die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. 

Starkniederschläge und Überschwemmungen

Der Klimawandel bringt nicht nur Auswirkungen auf die Temperatur mit sich, sondern beeinflusst auch auf die Niederschlagsmenge sowie -intensität. So geht die Erwärmung der Erdoberfläche und der Atmosphäre mit einer Veränderung der Windsysteme und damit einem veränderten Transport von Luftmassen einher. Zudem kann die wärmere Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen und transportieren. Die Folge dessen: Lokale Starkniederschläge werden weltweit intensiver. So hat beispielsweise in Nordwest-Europa in den vergangenen Jahrzehnten das Risiko von Flusshochwassern zugenommen. Im Nordeuropa wird das Klima im Durchschnitt deutlich feuchter und es kommt häufiger zu Überschwemmungen. Auch in Deutschland sind Veränderungen in den Niederschlagsmengen und -häufigkeiten erkennbar mit einer Zunahme der Niederschlagsmengen im Wintern und einer Zunahme von Starkniederschlagsereignissen, welche beispielsweise in den Jahren 2016, 2017 und 2021 in einigen Regionen und Städten in Deutschland zu Überschwemmungen geführt haben. Insbesondere in Städten führen Ereignisse mit starken Niederschlägen aufgrund des hohen Versiegelungsgrades häufig zu Überschwemmungen. 

Arktisches Meereis schwindet…

Auch der Ozean bleibt von der Erderwärmung nicht verschont. So erwärmte sich die Ozeanschicht in den oberen 75 Metern von 1971 bis 2010 im Mittel um 0,11 °C pro Dekade. Schätzungen zufolge nehmen die Weltmeere circa 80 Prozent der Wärme auf, die der Mensch dem Ökosystem zuführt. Dabei hat sich die Ozeanerwärmung in den letzten Jahrzehnten beschleunigt. Häufigkeit und Intensität sogenannter mariner Hitzewellen sind deutlich gestiegen. 

Zudem nimmt das Meereis rund um den Nordpol sowohl hinsichtlich des Eisvolumens als auch hinsichtlich der mit Eis bedeckten Ozeanfläche seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1979 stetig ab – um durchschnittlich mehr als 10 Prozent pro Dekade. Während die Ausdehnung des arktischen Meereises zwischen den Jahren 1979 und 1992 noch rund 6,1 Millionen Quadratkilometer betrug, lag der Wert im Zeitraum von 2007 bis 2020 nur noch bei rund 4,4 Millionen Quadratkilometern. Auch das Nordpolarmeer hat in den letzten 30 Jahren etwa die Hälfte seiner Eisdecke eingebüßt. Schon im Jahr 2050 könnte das Meer im Sommer frei von Eis sein.

...das Festlandeis schrumpft…

Auch die Eismasse auf Grönland reduziert sich jedes Jahr um mehr als 250 Milliarden Tonnen, wobei sich das Tempo des Eisverlusts in den vergangenen Jahren stark beschleunigt hat. Zwischen 1981 und 2010 schmolz es im Juni und Juli im Durchschnitt an rund 15 Prozent der grönländischen Eisoberfläche, im Juni und Juli 2020 bereits an rund 25 Prozent. Teile des antarktischen Eispanzers zeigen ebenfalls starke Verluste, dort gehen seit 2006 etwa 150 Milliarden Tonnen Eismasse pro Jahr verloren. Zudem sind viele kleinere Gletscher weltweit bereits verschwunden, während größere wie beispielsweise der Alpengletscher seit Beginn der Industrialisierung im Schnitt knapp die Hälfte der Eismasse verloren haben.

Eine Gefahr, die mit schrumpfenden Festlandeis einhergeht, liegt derzeit noch verborgen im arktischen Permafrostboden: 1,8 Billionen Tonnen eingeschlossener Kohlenstoff. Taut der Boden auf, wird dieser freigesetzt. Die Folge: eine enorme Verstärkung des Treibhauseffektes und ein weiterer Anstieg der Temperaturen. 

...und der Meeresspiegel steigt immer schneller

Eine unmittelbare Folge von schmelzendem Eis ist der Anstieg des Meeresspiegels - zum einen durch das Schmelzwasser selbst, zum anderen aber auch durch sich bei wärmeren Temperaturen ausdehnendes Wasser. Schwindende Eismassen in Grönland tragen beispielsweise seit 2006 zum Anstieg der durchschnittlichen Meeresspiegelhöhe mit mehr als 7 Millimetern pro Jahrzehnt bei. Insgesamt hat sich der Meeresspiegel laut IPCC zwischen 1902 und 2015 im weltweiten Durchschnitt um rund 16 Zentimeter gesteigert - dabei alleine seit Beginn der globalen Messung per Satellit im Jahr 1993 um etwa zehn Zentimeter.Seit 2006 steigt der Meeresspiegel jährlich rund 3,6 Millimeter und damit mehr als doppelt so viel wie in den Jahren zuvor. Ursache dieser Beschleunigung ist die immer stärkere Schmelze der Eispanzer in Grönland und der Antarktis. 

Für Menschen in küstennahen Regionen kann ein weiter steigender Meeresspiegel weitreichende Folgen haben: Ihre Heimat könnte überflutet und damit dauerhaft unbewohnbar werden. Erhöhte Windgeschwindigkeiten und Niederschläge in Kombination mit dem relativen Meeresspiegelanstieg können zudem zu Extremwasserständen und Erosion von Landflächen führen. 

Versauerung der Ozeane

Der vermehrte Ausstoß von Kohlenstoffdioxid und die Aufnahme dieses Kohlenstoffes in Meerwasser führt zu einer sogenannten Versauerung der Ozeane: Wenn CO2 mit Meerwasser reagiert, bildet sich Kohlensäure, der pH-Wert des Meerwassers sowie der Säuregehalt steigt, während der Sauerstoffgehalt zurückgeht. Etwa ein Drittel des Kohlendioxids, welches seit Beginn der Industrialisierung durch menschliche Aktivitäten in die Atmosphäre gelangt ist, haben die Ozeane inzwischen wieder aufgenommen. Daraus folgend hat der pH-Wert des oberflächennahen Meerwassers gegenüber der vorindustriellen Zeit bis heute um rund 0,1 abgenommen, was einer Zunahme des Säuregrades um 26 Prozent entspricht. Dies bedroht unter anderem zahlreiche kalkbildende Meereslebewesen, wie Korallen oder Krebse. 

Schädigung der Ökosysteme

Höhere Temperaturen beschleunigen den Stoffwechsel von Lebewesen, was Tiere zusätzlich Energie kostet. Tiere, die wandern können, haben die Möglichkeit, den steigenden Temperaturen beispielsweise durch eine Abwanderung in den Norden auszuweichen. So ist der Kabeljau beispielsweise oftmals nicht mehr an der südlichen Nordseeküste anzutreffen, da es ihm dort zu warm geworden ist. Gesichtet wird er hingegen nun vermehrt in Spitzbergen, einem Archipel zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol.

Derartige Wanderungen aufgrund sich ändernder Umweltbedingungen hat es zwar sowohl im Wasser als auch an Land schon immer gegeben, allerdings nicht in der Geschwindigkeit, in der sie derzeit aufgrund des Klimawandels vonstattengehen. Viele Spezies können bei dieser schnellen Veränderung nicht Schritt halten, heißt: Die mit dem Klimawandel einhergehenden Veränderungen vollziehen sich so rasch, dass sich viele Tier- und Pflanzenarten kaum anpassen können. Verbunden damit sind Folgen für Biodiversität und Ökosysteme einschließlich des Verlusts und Aussterbens von Arten. Für Tiere, welche derzeit bereits in den kältesten Regionen der Erde leben, wie beispielsweise der Eisbär, wird es besonders kritisch, da diese nicht mehr in kältere Regionen abwandern können. Aufgrund der Erderwärmung sind bereits nachweislich Arten wie z. B. die Goldkröte ausgestorben. 

Nicht verzagen, sondern handeln!

Bei all den bereits jetzt vorherrschenden Auswirkungen des Klimawandels könnte man wohl den Kopf in den Sand stecken. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Es ist noch nicht zu spät, die Erderwärmung auf 1,5 °C zu beschränken und damit den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen! Frei nach der Aussage des Weltklimarats IPCC "Jedes Zehntel Grad zählt", müssen neben der Politik auch von Unternehmen und jeder einzelnen Privatperson Maßnahmen zur Reduzierung der eigenen Klimaauswirkungen getroffen werden. 

Insbesondere in den Industrieländern sind die Menschen gefragt, ihren CO2-Fußabdruck zu verringern, denn dieser ist beim reichsten 1 % der Bevölkerung doppelt so hoch wie bei den ärmsten 50 %. Sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatpersonen gilt dabei: Reduzieren  vor Kompensieren! Ist eine Reduktion der eigenen Emissionen allerdings nicht mehr möglich, können beispielsweise Unternehmen über ein Klimazertifikat wie das Blue Planet Certificate ihre nicht reduzierbaren CO2e-Emissionen ausgleichen.

Quellen:

LeopoldinaBundeszentrale für politische BildungKlimafaktenWelthungerhilfe

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