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Bestandsverlust von Wirbeltieren um durchschnittlich 69 Prozent

Auch Gorillas sind bedroht

Der kürzlich erschienene „Living Planet Report 2022“ der Zoologischen Gesellschaft London und des WWF zeigt auf, dass in den vergangenen 50 Jahren die Bestände wildlebender Wirbeltiere um durchschnittlich 69 Prozent gesunken sind. 

Anhaltendes Artensterben

Eine Million Pflanzen- und Tierarten sind laut Weltbiodiversitätsrat IPBES derzeit akut vom Aussterben bedroht. Rund 25 Prozent der Tier- und Pflanzenarten seien betroffen. Die Rate des Artensterbens ist damit etwa hundertmal höher als in den letzten zehn Millionen Jahren.

Auch der aktuelle "Living Planet Report 2022" zeigt ähnliche Tendenzen auf: Von 1970 bis 2018 ist der Bestand wildlebender Wirbeltiere im Durchschnitt um ganze 69 Prozent zurückgegangen. Dabei sind insbesondere diejenigen Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere betroffen, deren Existenz von intakten Flüssen, See und Feuchtgebieten abhängt. Hier ist ein rückläufiger Trend um durchschnittlich 83 Prozent zu erkennen. Dem Bericht liegen Daten des Living Planet Index (LPI) zugrunde, der den ökologischen Zustand der Erde beschreibt und dabei Daten aus über 32.000 Wirbeltierbeständen erfasst. Darunter Säugetiere, Fische, Amphibien und Reptilien.  

Unterschiede nach Regionen

Innerhalb der fünf Erdregionen sind deutliche Unterschiede hinsichtlich des Zustandes der Wirbeltierpopulationen zu erkennen. Zwar hat sich dieser in allen fünf Erdregionen seit 1970 ins Negative verändert, die größten Rückgänge haben allerdings die besonders artenreichen tropischen Gebiete zu verzeichnen. 

So konnte in Nordamerika eine Abnahme wildlebender Wirbeltiere um 20 Prozent festgestellt werden, in Europa und Zentralasien um 18 Prozent, in Asien um 55 Prozent, in Afrika um 66 Prozent und in Lateinamerika und der Karibik um ganze 94 Prozent seit 1970. Zu den Gebieten, welche besonders vom Artenverlust betroffen sind, zählen unter anderem der Himalaja, die südostasiatischen Inseln, der Trockenwald von Madagaskar, der Ostafrikanische Bergrücken, die Wälder Westafrikas, der Atlantische Regenwald in Südamerika, das Amazonasbecken und die nördlichen Anden bis nach Panama und Costa Rica.

Klima- und Artenkrise gemeinsam bekämpfen

Laut Experten des Weltbiodiversitätsrats gibt es fünf große Bedrohungsfaktoren für Landwirbeltiere, die das Artensterben weltweit verursachen und sich gegenseitig verstärken.

  1. Landwirtschaft
  2. Rodung und Holzeinschlag
  3. Erderwärmung
  4. Invasive Arten
  5. Umweltverschmutzung

Um diese Probleme anzugehen, muss in Zukunft der Verlust von Lebensraum gestoppt und zeitgleich die Erderwärmung bekämpft werden. Es gilt, Natur zu erhalten und mit ihr zu wirtschaften, wobei grundlegende wirtschaftliche, technologische und auch soziale Faktoren mit einbezogen und geändert werden müssen. Nur mit gesamtgesellschaftlichen Bemühungen kann es gelingen, den Artenverlust zu stoppen und die Erderwärmung zu begrenzen.

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