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Jahresbericht über das globale Klima

Pinguine in der Antarktis

Das Jahr 2020 war laut der Weltwetterorganisation eines der drei wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen: Die globale Durchschnittstemperatur lag etwa 1,2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Die sechs Jahre seit 2015 waren damit die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der Ozean

Sowohl die Versauerung als auch die Desoxygenierung der Ozeane hat sich im Jahr 2020 fortgesetzt und wirkt sich weiterhin negativ auf die maritimen Ökosysteme, Meereslebewesen und die Fischerei aus. So absorbiert der Ozean rund 23% der jährlichen Emissionen von anthropogenem CO2 in die Atmosphäre und wirkt als Puffer gegen den Klimawandel. Das CO2 reagiert jedoch mit Meerwasser, senkt dessen pH-Wert und führt zur Versauerung der Ozeane, was wiederum dazu führt, dass weniger CO2 aus der Atmosphäre absorbiert wird. Dabei nimmt der Ozean außerdem auch mehr als 90% der überschüssigen Wärme aus menschlichen Aktivitäten auf, wobei 2019 der höchste Wärmegehalt der Ozeane zu verzeichnen war. Der Copernicus Marine Service geht davon aus, dass sich dieser Trend auch 2020 fortgesetzt hat. Somit ist die Erwärmungsrate der Ozeane in den letzten Jahren höher als der langjährige Durchschnitt, was auf eine anhaltende Aufnahme von Treibhausgasen hinweist. Im Jahr 2020 erlebten über 80% der Meeresflächen mindestens eine marine Hitzewelle: Bei 45% des Ozeans traten starke Hitzewellen auf, bei 28% moderate.

Die Kryosphäre

Seit Mitte der 1980er Jahre haben sich die arktischen Oberflächenlufttemperaturen mindestens doppelt so schnell erwärmt wie der globale Durchschnitt. Dies hat potenziell große Auswirkungen, nicht nur auf die arktischen Ökosysteme, sondern durch verschiedene Rückkopplungen wie dem Auftauen von Permafrost, bei dem Methan in die Atmosphäre freigesetzt wird, auch auf das globale Klima.

Im Jahr 2020 betrug das Minimum der arktischen Meereisausdehnung nach der Sommerschmelze 3,74 Millionen km2. Es war damit das zweite Mal, dass das arktische Meereis auf weniger als 4 Millionen km2 schrumpfte. In den Monaten Juli und Oktober wurden zudem rekordtiefe Meereisausmaße beobachtet. Die Meereisausdehnung der Antarktis entsprach im Jahr 2020 zwar dem langjährigen Durchschnitt, die antarktische Eisdecke weist allerdings seit Ende der neunziger Jahre einen starken Massenverlusttrend auf - Derzeit verliert die Antarktis etwa 175 bis 225 Gigatonnen Eismasse pro Jahr. Auch die grönländische Eisdecke verlor weiterhin an Masse: Insgesamt gingen zwischen September 2019 und August 2020 rund 152 Gigatonnen Eis aus der grönländischen Eisdecke verloren.

Überschwemmungen und Dürre

Starker Regen und ausgedehnte Überschwemmungen trafen 2020 weite Teilen Afrikas und Asiens. Insbesondere im Bereich der Sahelzone und des großen Horns von Afrika traten starke Regenfälle und Überschwemmungen auf und lösten einen Ausbruch von Wüstenheuschrecken aus. Der indische Subkontinent und die daran angrenzenden Gebiete China, die Republik Korea und Japan sowie Teile Südostasiens konnte zu verschiedenen Jahreszeiten ebenfalls ungewöhnlich hohen Niederschläge verzeichen. Viele Teile des südamerikanischen Landesinneren waren im Jahr 2020 zudem von schweren Dürren betroffen.

Ernährungsunsicherheit

Nachdem die Ernährungsunsicherheit jahrzehntelang sank, stieg sie ab dem Jahr 2014 wieder an. So auch im Jahr 2020. Zurückgeführt werden kann dies auf die Klimavariabilität, extreme Wetterereignisse, Konflikte und wirtschaftliche Unsicherheiten. So waren im Jahr 2019 fast 690 Millionen Menschen, oder 9% der Weltbevölkerung unterernährt, und etwa 750 Millionen waren einer schweren Ernährungsunsicherheit ausgesetzt. Zwischen 2008 und 2018 kosteten Umweltkatastrophen den Agrarsektor von Entwicklungsländern über 108 Milliarden US-Dollar, da Ernte und Tiere beschädigt wurden oder nicht mehr brauchbar waren. Laut FAO und WFP ist die Zahl der unter Krisen-, Notfall- und Hungerbedingungen eingestuften Personen im Jahr 2019 auf fast 135 Millionen Menschen in 55 Ländern gestiegen. Die durch klimabedingte Katastrophen verschärften Bewegungsbeschränkungen stellen laut FAO erhebliche Herausforderungen für die weltweite Bewältigung der Ernährungsunsicherheit dar.

Den gesamten Bericht der WMO lesen Sie hier

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