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Studie zeigt: Agroforstsysteme entscheidend für Bodengesundheit

Landwirtschaftlich genutzte Fläche, die an einem Waldrand liegt
Ackerfläche an einem Waldrand

Forschende des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums Frankfurt zeigen auf, dass die biologische Vielfalt im Boden landwirtschaftlich genutzter Wiesen und Weiden am höchsten ist, wenn diese von viel Wald mit altem Baumbestand umgeben sind. 

Biologische Vielfalt auf dem Rückzug

Zahlreiche Studien der letzten Jahre zeigen: Die biologische Vielfalt auf Wiesen und Weiden ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Maßnahmen, die diesen Verlust aufhalten sollen, konzentrieren sich bislang meist auf die Arten die oberirdisch leben, wie beispielsweise Vögel und Bienen. Doch auch im Boden von Wiesen und Weiden wimmelt es vor Leben. Diese Organismen sind mindestens so vielfältig wie die oberirdisch lebende Fauna und immens wichtig für die Bodenfruchtbarkeit, die Kohlenstoffspeicherung und eine Reihe anderer Ökosystemleistung.

Die Studie

Die Studie von Forschenden des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt analysiert, wie artenreich 150 Parzellen auf Wiesen und Weiden sowohl ober- als auch unterirdisch sind und welche Rolle eine intensive Landnutzung dabei spielt. Die Untersuchungsflächen befanden sich dabei in der Schorfheide-Chorin, auf der Schwäbischen Alb und im Nationalpark Hainich. Zur Untersuchung wurde die Artenvielfalt entlang der gesamten Nahrungskette in Beziehung gesetzt und betrachtet und zudem untersucht, wie intensiv die Parzellen landwirtschaftlich genutzt werden und wie die Landschaft in einem zwei-Kilometer-Radius um die Parzellen aussieht. 

Die Erkenntnisse

Die Forschung führte zu neuen Erkenntnissen bezüglich der Beeinflussung biologischer Vielfalt im Boden: So ist die biologische Vielfalt im Boden landwirtschaftlich genutzer Wiesen und Weiden am höchsten, wenn diese von Wald mit altem Baumbestand umgeben sind. Die beiden Hauptpfeiler der Maßnahmen zur Förderung der Agrobiodiversität - eine extensive Landnutzung und eine vielfältige Umgebung - haben hingegen nur wenig Einfluss auf die Vielfalt unteriridisch lebender Organismen. Die aktuellen Pratiken des Naturschutzes in der Agrarlandschaft, wie ein geringerer Einsatz von Düngemittel oder das Anpflanzen von Blühstreifen, haben demnach zwar einen positiven Einfluss auf oberirdisch lebende Arten wie Bienen oder Vögel, kommen dem Leben im Boden aber wahrscheinlich kaum zugute. Denn: Die unter- und oberiridsche biologische Vielfalt unterliegen unterschiedlichen Einflüssen.

Wie intensiv die Parzellen gedüngt, beweidet oder gemäht werden, hat nur einen geringen Einfluss auf den Artenreichtum im Boden der Parzellen. Erstaunlicherweise profitieren einige Gruppen von Bodentieren, wie Pilze und Amöben, sogar von intensiver Landnutzung. Die Artenvielfalt der Bodenorganismen hängt laut Studie also weniger davon ab, was auf der Fläche selbst passiert, sondern wie die weitere Umgebung beschaffen ist: Diese ist umso höher, je mehr Waldfläche es in bis zu zwei Kilometern Entfernung gibt und je länger dieser Wald bereits besteht. So bieten die Wälder einen stabilen Lebensraum für Bodenorganismen und einen Zufluchtsort. Von dort aus können Tiere und Pilze den Boden von Wiesen und Weiden nach der Durchführung landwirtschaftlicher Praktiken wieder besiedeln. 

Dynamischer Agroforst

Die aufgezeigte Studie  zeigt wieder einmal die immense Bedeutung von Agroforstsystemen auf. So führt den Anbau von Baumreihen auf Äckern zu vielfältigen positiven Effekten wie einer verstärkten Resilienz gegenüber Trockenheit und Starkregen, der Regeneration degenerierter Böden und dem Aufbau von Humus und sorgt so für eine Steigerung der Bodenbiodiversität. Die Verbesserung von Böden und die Erhaltung der Artenvielfalt gelingt in der Landwirtschaft also allen voran mit Agroforstsystemen. 

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