Aufforstungen und Klimastabilität

Brauchen wir Aufforstungen zur Bekämpfung der Klimakrise? Ein Schweizer Forscherteam ist sich sicher: Wälder spielen eine wichtige Rolle für die Klimastabilität.

Der Schutz von Ökosystemen ist von grundlegender Bedeutung

Das Bewusstsein über den Klimawandel drängt die Menschen zu schnellem und effektivem Handeln. Die Klimafolgen sind definiert und das Pariser Klimaschutzabkommen soll die Vertragsparteien verpflichtend zu Klimaschutzzielen bewegen. Eine Vielzahl an Wissenschaftler*innen erarbeitet in unterschiedlichsten Berichten Konzepte zur Aufhaltung und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Gemäß des letzten Sachstandsberichts des Weltklimarats IPCC wird eine Eindämmung der klimaschädlichen Treibhausgase alleine nicht mehr ausreichen, um dem Klimawandel und seine verheerenden Folgen für Mensch und Natur nachhaltig einzugrenzen.

Ein notwendiger Fokus des Klimaschutzes müsse hingegen auf den Schutz bestehender Naturräume und Renaturierungsmaßnahmen gelegt werden. Mindestens 30-50 Prozent der weltweiten Flächen sollte nach Bericht nicht mehr intensiv genutzt werden, sondern geschützt der Natur vollständig zurückgegeben werden. Nur so wäre eine sichere Herstellung von intakten und damit klima-stabilisierenden Ökosystemen möglich. Und diese Sicherung an Flächen betrifft alle Arten verschiedener Ökosysteme, ob Ozeane, Feuchtgebiete, Wüsten, Graslandschaften oder auch Wälder.

Wälder können Klima-Retter und Klima-Gefährder sein

Auf unserer Website haben wir die Wichtigkeit und die Funktionen von Wäldern beleuchtet. Nicht nur, dass Wälder Schatzkammern der Artenvielfalt sind, sie haben darüber hinaus wichtige Ökosystemleistungen und spielen eine besondere Rolle in der Balance des Klimas. Fallen große und artenreiche Wälder in unserem Erdsystem aus, wie zum Beispiel der Amazonas-Regenwald, gilt dies aus Sicht von Forschenden als eines mehrerer potenziell gefährlicher Kippelemente in der Klimastabilität unseres Planeten. Logisch scheint also, dass bestehende Wälder zu schützen sind, instabile zu renaturieren und fehlende wieder aufzuforsten.

Aufforstungen als wichtigste Lösung gegen den Klimawandel

Ein Schweizer Forscherteam der ETH Zürich hat in einer Studie 80.000 Satellitenbilder ausgewertet und kommt zu dem Schluss, dass es genug Erdfläche gäbe, um durch die Aufforstung von Wäldern zwei Drittel der menschengemachten CO2-Emissionen auszugleichen. Würde man auf der errechneten Fläche Bäume pflanzen, könnten diese 205 Gigatonnen Kohlenstoff langfristig binden. Dieselbe Menge, die der Mensch in den letzten 250 Jahren verursacht hat. Aufforstungen wären laut der Studie ein wirksames Mittel gegen den Klimawandel.

„Wir alle wussten, dass die Wiederherstellung von Wäldern eine Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels spielen kann, aber wir wussten nicht wirklich, wie groß die Auswirkungen sind“, so Prof. Thomas Crowther der ETH Zürich. „Unsere Studie zeigt deutlich, dass die Wiederherstellung von Wäldern die derzeit beste Lösung für den Klimawandel ist.“

Unter den Forschern und Wissenschaftlern wird der Schweizer Bericht und die daraus resultierenden Erkenntnisse und Aufforderungen kritisch diskutiert. So haben Aufforstungsprojekte den deutlichen Nachteil, erst nach vielen Jahren eine signifikate Wirksamkeit in der Kompensation von CO2 zu haben, denn ein Baum braucht neben dem notwendigen geschützten Platz und Raum vor allem Zeit zum Wachsen. Im weltweiten Durchschnitt speichert ein Baum über einen Zeitraum von 20 Jahren ca. 500 kg CO2. Dazu ist die kompensatorische Leistungsfähigkeit von Bäumen von mehreren äußeren Einflüssen bedingt.

Bewahren Sie Ökosysteme

Der Bericht des IPCC unterstützt die Ansicht vieler Naturschützer*innen und NGOs und motiviert zum schnellen Handeln. Unumstritten ist die Wichtigkeit der Wälder für die ökologische Balance und den Artenreichtum der Erde. Und auch wenn Aufforstungsprojekte in die Zukunft gerichtete Maßnahmen darstellen, ist der Schutz, aber auch der Wiederaufbau bestehender Wälder und anderer Ökosysteme von besonderer Bedeutung für ein stabiles Klima. 

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Quellen:

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