Biber Biotop in Oberzell

Biber frisst Weidenblätter
Biber frisst Weidenblätter
Foto: Dietmar Nill

Naturefund hat gemeinsam mit der HGON Main-Kinzig ein 7.898 m² großes Grundstück gekauft, auf dem Biber leben. Der Biber war in Hessen ausgestorben. Erst eine Wiederansiedlung Ende 1989 brachte das größte europäischen Nagetier zurück.

Die Biber kehren zurück

Jahrhundertelang wurde der Biber intensiv gejagt. Die Menschen nutzten sein Fleisch als Fastenspeise, denn Biber galt als Fisch und Fisch war den Gläubigen erlaubt. Sein dichtes Fell war begehrt für Hüte und sein Drüsensekret, Bibergeil genannt, galt als Wunderheilmittel. Bereits im 19. Jahrhundert war der Biber in Hessen ausgestorben.

Der Biber überlebte in einem kleinen, „gallischen“ Ort in Deutschland

Doch nicht nur in Hessen, in ganz Mitteleuropa wurde dem Biber erbarmungslos nachgestellt, bis er fast gänzlich ausgerottet war. Nur in Frankreich, Schweden und Polen überlebten kleine Populationen des europäischen Bibers (Castor fiber albicus). Und in einem „gallischen“ Ort in Deutschland überstanden einige wenige Hundert Tiere die Massenjagd.

Die strengen Jagdgesetze der Fürsten von Sachsen und Sachsen-Anhalt sorgten dafür, dass an den Flüssen Elbe, Schwarzer Elster, Mulde und Saale sich Restbestände vom Biber über Jahrhunderte hielten. Als die schützende Hand der Fürsten Anfang des letzten Jahrhundert verschwand, waren es Naturschützer, die zur DDR-Zeit mit großem Engagement die Biber hüteten.

Eine hessische Erfolgsgeschichte

Vor 25 Jahren kamen auf Initiative der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) die ersten „Elbe-Biber“ mit einer offiziellen Ausreiseerlaubnis der DDR nach Hessen. Am 13. Oktober 1987, wurden die ersten von insgesamt 18 Elbe-Biber im Spessart freigelassen. Der Ansiedlungsversuch war erfolgreich.

Seitdem haben sich die Tiere kräftig vermehrt und sich vom Main-Kinzig-Kreis aus in eine ganze Reihe hessischer und unterfränkischer Bäche und Flüsse ausgebreitet. Inzwischen gibt es wieder Biber an der Kinzig, der Fulda, an der Gersprenz und in der Wetterau. Schätzungen gehen von mehr als 200 Biber aus, die wieder in Hessen leben.

Wahrscheinlich wird in absehbarer Zeit ein Großteil der hessischen Gewässer wieder vom größten Nagetier Europas besiedelt sein. Damit das gelingt, muss der Biber sich in seinem Hauptverbreitungsgebiet kräftig vermehren, so dass viele Tiere gezwungen sind, in andere Gebiete abzuwandern.

Biberlebensraum am Steiersbach

Die Biber haben am Steiersbach in Osthessen einen großen und zwei kleine Dämme angelegt. Zwei Teiche mit einer Feuchtbrache sind entstanden und ein einzigartiges Feuchtbiotop. Bereits seit 2008 gab es eine größere Burg in dem Bibersee.

Grunddaten

Lage

Südosthessen, Übergangsbereich vom Spessart zur Rhön, Gemeinde Sinntal

Größe

7.898 m²

Besonderheit

Die Fläche ist Teil des FFH-Gebietes „Hemmersbach, Bergwiesen bei Ziegelhütte“. Knapp 500 Meter entfernt beginnt das offizielle FFH-Gebiet „Biberlebensraum Hessischer Spessart“.

Das nächste besetzte Biberrevier befindet sich nur wenige hundert Meter weiter im Naturschutzgebiet Zienerwiesen von Oberzell an der Schmalen Sinn nahe der Landesgrenze nach Bayern. Das Biberrevier Zienerwiesen hat Naturefund bereits 2010 gekauft und dauerhaft gesichert. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Biberfamilien miteinander verwandt sind.

Hintergrund

Der Biber war in Hessen ausgestorben. Erst eine Wiederansiedlung von 18 Elbe-Bibern in den Jahren 1987 und 1988 brachte das größte europäischen Nagetier zurück. Die Tiere wurden im Spessart an den Flüssen Sinn und Jossa ausgesetzte und breitete sich von da schnell aus. Mittlerweile gibt es über 200 Biber in ganz Hessen.

Das Grundstück, dass Naturefund mit der HGON jetzt gekauft hat, liegt knapp einen Kilometer Luftlinie von der Sinn entfernt. Vor 10 Jahren wurde zum ersten Mal ein Biber hier gesichtet. Seit sieben Jahren gilt es als eigenständiges Biberrevier. Auf den 7.898 m² hat eine Biberfamilie Dämme angelegt, Wasser aufgestaut und einen Teich mit einer Feuchtbrache geschaffen. Fische wie Äsche, Quappe und Bachneunauge sind zurückgekommen.

Auch Schmetterlingsarten wie Brauner Feuerfalter, Braunfleckiger Perlmuttfalter, Rotklee-Bläuling und am Waldrand mit Weichhölzern Schillerfalter kommen hier vor. Sie sind typisch für Berg- und Talwiesen.

Biber verändern Landschaften und es kommt mitunter zu Interessenkonflikten mit den Eigentümern und Nutzern. Um den Konflikt zu entschärfen und dem Biber dauerhaft einen sicheren Lebensraum zu bieten, haben wir die Fläche jetzt gekauft.

Partner

Eigentümer wurde die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), welche die Fläche auch langfristig betreuen wird.

Betreuungskonzept

Da der Biber seinen Lebensraum selbst gestaltet, entfällt eine intensive Betreuung der Fläche. Lediglich eine Wegesicherung muss sicher gestellt werden. 

 

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