Bastpalme rettenin Malawi

Im Süden von Malawi gibt es noch kleine Reste von nativem Wald mit der sehr seltenen Bastpalme. Auch viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben hier einen letzten Zufluchtsort gefunden. Doch überall wird abgeholzt und Malawi droht, seine Wälder zu verlieren. Naturefund forstet in einem Tal, wo die seltene Bastpalme noch wächst, mittels Dynamischen Agroforst wieder auf und unterstützt zudem Bauern dabei, auf eine nachhaltigere Anbaumethode umzustellen. Helfen Sie uns und pflanzen Sie für 6 € einen Baum!

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Die letzten Bastpalmen in Malawi retten

Blick auf einen Waldrest
Blick auf einen Waldrest
Photo: Ralf Schaab

Im Süden von Malawi gibt es noch kleine Reste von nativem Wald mit einer sehr seltenen Bastpalme. Doch überall wird abgeholzt und die Wüsten breiten sich aus. Naturefund bewahrt in einem Tal letzte Reste Wald und forstet wieder auf. Helfen Sie uns und pflanzen Sie für nur 6 € einen Baum!

Malawi verliert seinen Wald

Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt und hat zugleich mit 3% eine der höchsten Entwaldungsraten. Das kleine Land ist akut von Wüstenbildung und dem kompletten Verlust der heimischen Natur bedroht. Mit dem Wald verschwindet die einzigartige Artenvielfalt Malawis - und das für immer. Auch die Menschen spüren die Konsequenzen, wenn der Wald verschwindet. Immer öfter sind sie von Dürren in der Trockenzeit und Überschwemmungen in der Regenzeit betroffen.

Im Nantipwili-Flusstal südlich der Stadt Blantyre gibt es noch kleine Waldrestbestände. Sogar die äußerst seltene Bastpalme (Raphia farnifera) kommt hier noch vor. Auch zahlreiche seltene und meist bedrohte Tierarten haben hier einen letzten Zufluchtsort gefunden.

Monokultur und Mangel

Jedes Jahr wird der kleine Waldrest im Nantipwili-Flusstal weniger, denn die Menschen brauchen Holz und schlagen die letzten Bäume ab. In der Landwirtschaft wird hauptäschlich Mais in Monokultur angebaut. Dabei grenzen die Mais-Felder oft direkt an den Wald und drengen diesen jedes Jahr ein Stück weiter zurück.

Fehlen diese tiefwurzelnden Bäume, spült der Regen einen Teil der Ackerkrume fort und die kargen Erträge werden noch geringer. In ihrer Not setzen die Menschen dann chemischen Dünger ein. So entsteht ein Teufelskreis. Das gesamte natürliche System ist im Ungleichgewicht, die Pflanzen werden häufiger krank, sodass immer öfter Pestizide zum Einsatz kommen.

Rettung der bedrohten Bastpalme und seltener Arten

Naturefund hat daher 2017 ein Pilotprojekt im Nantipwili-Flusstal gestartet. Gemeinsam mit dem lokalen Partner Renew’N’Able Malawi haben wir 20 Familien rund um das Nantipwili-Flusstal dabei unterstützt, die Anbaumethode Dynamischen Agroforst einzusetzen. Mit dieser Methode pflanzen die Familien eine Vielzahl von Bäumen, während sie gleichzeitig auf derselben Fläche ihre Nahrungsmittel anbauen - ohne Dünger, ohne Pestizide und mit hohem Ertrag.

Im September 2017 fand das erste Training statt. Noemi Stadler-Kaulich, eine der Expertinnen in dieser Anbaumethode, kam für eine Woche aus Bolivien ins Nantipwili-Flusstal gereist und zeigte den Menschen, wie sie mit den Prinzipien des Dynamischen Agroforsts ein gesundes Pflanzensystem aufbauen und die Bodenfruchtbarkeit stärken können. Schon nach wenigen Monaten wurde sichtbar, wie gut dieser Ansatz auch in Malawi funktioniert: Die Pflanzen wuchsen kräftig und waren gesund, die Familien hatten einen guten Ertrag, während gleichzeitig die gepflanzten Bäume und Büsche die Bodenkrume "festhielten". Zudem waren die Familien in der Lage, ihre überschüssigen Erträge auf örtlichen Bauernmärkten zu verkaufen - ein wichtiger Schritt zur Erreichung einer Einkommensstabilität. 

Zweite Projektphase startet 2018 in fünf Dörfern

Aufgrund dieses Erfolges stieg die Neugier in den umliegenden Dörfern und immer mehr Menschen waren interessiert, die Methode ebenfalls zu erlernen. Daher starteten wir im September 2018 die zweite Phase. Diesmal wählten wir fünf Dörfer aus, die rund um das Nantipwili-Flusstal und deren Flusszuläufe liegen. Die Dörfer Khombaniwa, Machemba und Bernard grenzen direkt an das Nantipwili-Flusstal. Khombaniwa befindet sich zudem in unmittelbarer Nähe zum Dorf Sumbuleta, wo die Mehrheit der ersten Gruppe aus 2017 lebt. Die anderen beiden Dörfer sind Chiwaya und William, die beide an einem Nebenfluss liegen.

Der Andrang war so groß, dass unsere Kapazitäten nicht ausreichten und wir gemeinsam mit den Dorfvorstehern bestimmen mussten, wer an der Schulung teilnehmen sollte. Aus jedem Dorf wurde Personen ausgewählt, deren Feld in der Nähe des Flusses liegt und welche Lernbereitschaft und Innovationsgeist zeigten. Außerdem sollten sie die Fähigkeit besitzen, die Prinzipien des Dynamischen Agroforsts an andere Dorfbewohnern zu vermitteln. Die Wahl fiel uns nicht leicht, doch am Ende entstand eine lebendige Gruppe mit einem Anteil von 75% Frauen und 25% Männern.

In der zweiten Projektphase konnten wir weitere 70 Familien dabei unterstützen, ihre Felder mittels des Dynamischen Agroforst zu bewirtschaften. Ein wichtiger Meilenstein des Projektes war zudem die Ausbildung von drei DAF-Trainern, die Workshops zum Erlernen der Methode durchführen und die Familien bei der Umsetzung der Anbaumethode kontinuierlich begleiten und deren Wissen praktisch weiter ausbauen. Da einige der ausgewählten Familien zudem nur beschränkt Zugang zu Wasser hatten, haben wir in der zweiten Projektphase fünf solarbetriebene Bewässerungssysteme implementiert. So kann einer Austrocknung der Parzellen vorgebeugt werden. 

Dritte Projektphase startete im Jahr 2021

Auch in der dritten Phase ist das Ziel unseres Projektes, die Familien weiterhin im Dynamischen Agroforst zu unterstützen, sei es durch informative Workshops oder das praktische Begleiten der Familien beim Anbau auf ihren Parzellen. So ist es die Aufgabe der DAF-Trainer, die Landwirte bei der Umsetzung der Pflanzungen zu beraten, gemeinsam nächste Schritte zu planen und die Ernte zu verwalten. Dahingehend wird ein weiterer wichtiger Aspekt des Projekts die Organisation des Verkaufs der im DAF angebauten Produkte auf örtlichen Märkten bleiben.

Ein weiteres Ziel ist, den Kocher "Nafagaz" in Malawi zu verbreiten, welcher zum klimafreundlichen Kochen und gleichzeitig zur umweltfreundlichen Herstellung von Pflanzenkohle verwendet werden kann. Hintergrund dessen ist, dass einige Familien in Malawi Geld mit dem Verkauf von Pflanzenkohle verdienen. Derzeit wird die Pflanzenkohle häufig noch hergestellt, indem ein trichterförmiges Loch in den Boden gegraben und darin Hölzer oder ganze Stämme zu Pflanzenkohle verbrannt werden. Die Folge: Ein hoher Ausstoß von Kohlenmonoxid und die Abholzung von Bäumen für die Verbrennung. Um die klimaschonenden Kocher nach Malawi zu bringen und somit einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist im Jahr 2022 ein Workshop geplant, bei dem bereits ausgebildete Blechern aus unseren Projekten in Madagaskar  und Burkina Faso die Herstellung und das nachhaltige Handling der Kocher vermitteln sollen. Fünf Blechner sollen so in Malawi ausgebildet werden, sodass in Zukunft eine Selbstproduktion der Nafagaz-Kocher und damit eine umweltfreundliche Energieerzeugung möglich wird. So retten wir lokale Wälder vor weiteren Abholzungen. 

Immer wieder erreichen uns Nachrichten unseres Partners Renew'N'Able Malawi über lokale Extremwetterereignisse. Erst Ende Januar 2021 zog ein schwerer Tropensturm durch die Projektregion. Die Wasserstationen, die für die DAF-Anpflanzungen so wichtig sind, und andere Infrastrukturen wurden dabei stark beschädigt. Für Tage fiel der Strom aus und die Kommunikationswege waren unterbrochen. Auch wurde die Zugangsbrücke zu den DAF-Parzellen durch Wassermassen weg gespült und die Straße dorthin ist unpassierbar. Auch hier setzt die Arbeit Naturefunds an: Beim Wiederaufbau und Erhalt von wichtigen Infrastrukturen.

Die Deutsche Umwelthilfe und der Hand-in-Hand-Fonds unterstützen das Projekt seit 2017.

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