Dichter Dschungel in Costa Rica
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Agroforstsysteme entscheidend für Bodengesundheit

Naturefund hat zum Schützen von Urwaldgebieten und zum Landankauf das mittelamerikanische Land Costa Rica ganz bewusst ausgewählt. Der Naturschutzgedanke und ein nachhaltiges Handeln sind in diesem Land fest in der Politik und in der Gesellschaft verankert. 

So stehen bereits fast 30 % der Landesfläche unter Naturschutz – davon sind 25 % als Nationalparks ausgewiesen, zahlreiche Flächen gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die Energieversorgung der 5 Millionen Einwohner erfolgt fast ausschließlich mit erneuerbaren Energien aus Wind, Solar und Geothermie – den vielen Vulkanen im Land sei Dank. Da Costa Rica seit 70 Jahren keine Armee unterhält, wurden und werden die gesparten Gelder stattdessen in Sozial- und das Bildungssystem gesteckt. Die Schulen sind in Costa Rica damit kostenfrei; erst für den Besuch der Universitäten fallen Gebühren an. Man hat erkannt, dass Aufklärung und Schulbildung wichtige Voraussetzungen sind, um ein Land für die Klimakrise und für die Herausforderungen der Zukunft zu wappnen.

Die Schweiz Mittelamerikas

Mittlerweile zählt das demokratische Costa Rica zum wohlhabendsten Land in Lateinamerika und wird auch gerne mal als die „Schweiz Mittelamerikas“ bezeichnet.  Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg in den vergangenen Jahren setig. Zu den traditionellen Agrarprodukten wie Bananen, Ananas, Kaffee und Rindfleisch, zählen mittlerweile immer mehr Dienstleistungsprodukte, chemisch-pharmazeutische Erzeugnisse, medizinische Güter und vor allem der Ökotourismus, der 2019 6,6% des BIP ausmachte. 

Doch dies war nicht immer so. Mitte der 1980er Jahren war die Abholzung bereits so weit fortgeschritten, dass nur noch 21 % der Landfläche mit Wald bedeckt waren. Große Teile der ehemals umfangreichen Edelholzbestände, vor allem Ebenholz, Balsa, Mahagoni und Zeder, waren dem Raubbau zum Opfer gefallen. Die außerordentliche Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren war damals massiv bedroht. Zum Glück erkannte die damalige Regierung diesen Umstand als Weckruf und nutzte eine Krise in der Rinderzucht dazu, die Bauern für eine Wiederbewaldung ihrer Weideflächen zu gewinnen. Es wurde eigens ein Waldfonds eingerichtet, der sich durch die Besteuerung von Benzin finanzierte. Seit 1990 ist ein Vergütungssystem etabliert, dass die Landwirte für diese Ökosystemleistungen bezahlt, gleiches gilt seit 1996 auch für Forstbesitzer, die ihre Flächen nachhaltig bewirtschaften. Teakholz-Bäume dürfen zum Beispiel erst gefällt werden, wenn diese ausgewachsen sind und dies auch nur mit einer speziellen Genehmigung. Wer dies missachtet, bekommt schnell Probleme mit der Justiz. 

Nationale Bioökonomiestrategie

In den Jahren 2018 bis 2020 entwickelte Costa Rica seine Nationale Bioökonomiestrategie bis 2030. Grundlage dieser Strategie bildete der politische Rahmen aus der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, das Übereinkommen von Paris zum Klimaschutz sowie die Übereinkommen über die biologische Vielfalt und zur Bekämpfung der Wüstenbildung. Zentrale Punkte der Strategie sind die Dekarbonisierung in der Energiegewinnung sowie die Transformation des produzierenden Gewerbes durch Verbindung von Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft. Eine wissensbasierte Wirtschaft mit nachhaltiger Produktion soll Grundlage für eine gut gemanagte Biodiversität werden.  

Heute sind bereits wieder 54% des Landes mit Regenwald bedeckt. Erklärtes Ziel ist es, in den kommenden Jahren einen Anteil von 60 % zu erreichen. Hierbei möchte sich auch Naturefund einbringen und mit Landkäufen und Aufforstungsmaßnahmen dieses Ziel unterstützen. Naturefund wird ganz gezielt Landparzellen im Gebiet des geplanten Amistad-Osa-Korridors im Süden des Landes zwischen dem zentral gelegenen La Amistad-Nationalpark und der Osa-Halbinsel an der Pazifikküste wählen. Diese sollten nach Möglichkeit noch Primär-Urwaldreste aufweisen, bzw. für eine Bewirtschaftung mit Dynamischen Agroforst geeignet sein. Unser Engagement steht damit in perfekter Ergänzung zur Nationalen Bioökonomiestrategie – eine Renaturierung und nachhaltige agrarwirtschaftliche Nutzung von ehemals intensiv genutzten Flächen könnte durch lokal ansässige Kleinbauern betreut und bewirtschaftet werden. Diese hätte über die Vermarktung der landwirtschftlichen Güter mit Hilfe des dynamischen Agroforst eine zusätzliche Erwerbsquelle. 

Wer uns bei diesen Bemühungen unterstützen möchte, kann dies gerne hier tun.

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Quellen:

biooekonomie.deNational Geographic