· Naturefund

„Building up an edible jungle“

Im letzten Monat ließ die Serbin Ivana Trifkovic unser Agroforst-Feld in Wiesbaden Erbenheim wachsen und machte ihre ersten Erfahrungen mit Pflanzenkohle. Wie gefallen einer Expertin diese unkonventionellen Methoden?

Austausch für Klima-Innovationen 

Im Rahmen eines Austausch-Programms von Fachkräften kam Ivana von Ende September bis Ende Oktober zu Naturefund. Sie ist Ingenieurin in Pflanzenkunde, Ackerbau und Gartenbau und machte ihren Master of Engineering an der Universität von Belgrat in Serbien. Die Initiative Climate-KIC des European Institute of Innovation & Technology hat die Vision Europa einen Weg zur Nachhaltigkeit und Emmissions-Neutralität zu ermöglichen. Sie fördert deshalb den interdisziplinären Austausch zwischen Experten, Unternehmen und Institutionen um Klima-Innovationen zu helfen. Unter anderem Naturefunds Projekt mit der nachhaltigen Anbaumethode des dynamischen Agroforstes.

Ivana freute sich darauf durch ihren Austausch neues Wissen und Erfahrungen rund um Biodiversität und Agrarkultur zu sammeln. Während ihrer Zeit bei Naturefund war sie involviert in zwei verschiedene Projekte: einmal der Herstellung und dem Einsatz von Pflanzenkohle, einem natürlichen und biologisch hergestellten Düngemittel, und dem Projekt des Ausbaus des experimentellen Agroforst-Feldes in Wiesbaden Erbenheim. Außerdem unterstützte sie uns mit ihrem Foto-Talent und machte tolle Bilder bei unseren regionalen Aktivitäten. 

Erfahrungen mit dynamischen Agroforst

Für Ivana war es das erste Mal, dass sie mit der Methode des dynamischen Agroforstes angepflanzt hat. Zwar ist es unkonventionell, aber dabei ein so logisches und simples Prinzip. Für sie war es erst neu und unbekannt: „Es ist nicht typisch so viele verschiedene Pflanzenarten mit einander zu kombinieren. Ich bin sehr neugierig, wie sich die Interdependenzen der Pflanzen entwickeln!“  

Zwei Wochen arbeitete sie in Naturefunds Feld in Erbenheim. Bisher waren nur zwei kleine experimentelle 3x3 Meter Agroforst-Parzellen darauf errichtet worden. Doch sie reichten diesen Herbst schon aus um das Naturefund Team immer wieder mit frischem Gemüse zu versorgen. Nun bepflanzte Ivana zwei ganze Reihen mit der Methode. Da sich die optimalen Pflanz-Zeiten bei jeder Art unterscheiden, richtete sie ihren Fokus auf Kräuter-, Gewürz- und Heilpflanzen. Obst- und Gemüsegewächse werden noch folgen.  

Es gefiel ihr besonders, dass nicht der Ertrag die Prorität des dynamischen Agroforstes ist, sondern das Erreichen einer hohen Biodiversität. „Es war eine schöne Erfahrung den Boden ohne chemische Behandlung zu nutzen, sondern ihn per Hand zu bewirten.“, sagt die Expertin, „Das ist nicht nur für die Pflanzen besser, als die Anbauweise der Monokultur, auch der Boden bekommt bessere Struktur und ist nährstoffreicher.“ Durch die Kombination der verschiedenen Pflanzen wird auf natürliche Weise ein Schädlingsbefall vorgebeugt und gleichzeitig ist jede einzelne Pflanze fruchtbarer.


Mehr über dynamischen Agroforst

Erfahrungen mit Pflanzenkohle

Auch mit Pflanzenkohle machte Ivana ihre ersten Erfahrungen während ihrer Arbeit bei Naturefund. Gemeinsam mit Experten half sie sogar die Pflanzenkohle selbst zu brennen. Ein toller Weg aus den „Abfällen“, die bei der Pflege der Bäume und Sträucher anfallen, neues Leben zu schaffen. Pflanzenkohle ist ein nachhaltiges Düngemittel, sobald es mit Kompost oder anderem organischen Material angereichert ist. Die Kohle speichert wie ein Schwamm die Nährstoffe aus den Materialien und übergibt sie dann an die Erde. So kann unheimlich fruchtbarer Boden entstehen. 

Unsere bereits aktivierte Pflanzenkohle-Mischung konnte dann auch direkt genutzt werden um die frisch gesetzten Pflanzen zu mulchen. Nachdem Ivana die Pflanzen eingesetzt hat, bedeckte sie sie mit der vorbereiteten Pflanzenkohle-Kompost-Mischung und abschließend mit einer Schicht Stroh. 

Mehr über Pflanzenkohle

Ivanas kleiner Dschungel

„Es war eine schöne Zeit der Forschung und der neuen Erfahrungen hier bei Naturefund. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse meiner Arbeit auf dem Feld.“, Ivana lacht, „Vielleicht habe ich ja sogar einen kleinen essbaren Dschungel hier in Wiesbaden gepflanzt!“

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