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Update Rote Liste der Vogelarten 2021

Es sieht nicht gut aus für unserer Vogelarten in Europa. Der aktuelle Bericht der NABU und BirdLife International fasst die Fakten zu einer neuen Roten Liste für Vogelarten in Europa zusammen. 

Gesamtzahl bedrohter Arten steigt

Der Vergleich zu den erfassten Zahlen 2015 ist alarmierend. Aus den ausgewertet 544 Vogelarten zeigen 30 Prozent negative Bestandszahlen, Tendenz steigend. Dazu steigt die Gesamtzahl bedrohter Arten auf 20 Prozent. 110 Arten gelten als akut bedroht. Positives Ergebnis: Viele Arten konnten hingegen in eine niedrigere Gefährdungsklasse gestuft werden.

Jagd, Zerstörung von Feuchtgebiete und Klimawandel sind Gründe des negativen Trends

In dem Bericht werden die Arten in verschiedene Gruppen eingestuft. So gelten Wasser und Watvögel als am stärksten betroffen, ist diese Gruppe mit insgesamt 40% in den gefährdeten Arten zu finden und damit traurige Spitze der Roten Liste. Besonders trifft es vor allem Entenarten wie die Spieß- oder Tafelente, die besonders durch vermehrt unkontrollierte Jagd und Zerstörung der Feuchtgebiete.  Aber auch die durch den Klimawandel bedingte Faktoren, tragen zu einer Bedrohung bei, wie in dem aktuellen Bericht genannt wird. Besonders trifft dies arktische Watvögel, die durch den Rückgang ihrer nordischen Lebensräume betroffen sind.
 
Eine weitere betrachtete Gruppe ist die der Langstreckenzieher. Hier erkennt der Bericht eine um 33 Prozent rückläufige Tendenz bei 121 Zugvögelarten. Aber auch bei nicht ziehenden Vögeln sieht es kaum besser aus, denn hier wird ein Rückgang von 20 Prozent verzeichnet. Zieht man dann die Rastvögel hinzu, muss der Bericht feststellen, dass sich der Gesamtbestand insgesamt halbiert.
Die starken Eingriffe in die Ökosysteme der Meeresumwelt zeigen deutliche Auswirkungen in den Beständen von Seevögeln: 30 Prozent der Seevolgelarten wurden auf die Rote Liste gesetzt.
Gute Nachrichten gibt es hingegen bei einzelnen Arten wie dem Eisvogel, Rotmilan oder dem Tordalk. Die Wiederauswilderungsprojekte des Bartgeiers zeigten positive Wirkungen, sodass dieser auf die Vorwarnstufe herabgesetzt werden konnte.

Die Vielfalt schwindet

Der Bericht erwähnt weitere positive Effekte von Naturschutzaktivitäten mit Bezug auf das Schützen bestimmten Vogelarten wie Greifvögel, aber verweist gleichzeitig auf den engen Zusammenhang der notwendigen gesunden Nahrungsketten. Vielerorts wurden diese unterbrochen und das sind nicht selten menschengemachte Gründe: intensive Landwirtschaft, zunehmende Flächenversiegelung, Übernutzung von Naturräumen, nicht nachhaltige Praktiken in der Forstwirtschaft, Raubbau und unkontrollierte Jagd.
 
Der Bericht ermahnt deutlich: Zwar gäbe es notwendige internationale Konventionen und EU-Naturschutzrichtlinien, doch häufig fehle es an der Umsetzung notwendiger Naturschutzmaßnahmen. Dazu noch deutlicher: Der Klimawandel verändert und verlagert lebensnotwendige Verbreitungsgebiete vieler Arten. Somit ergäbe sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Klimakrise und Aussterberisiko vieler Vogelarten.

Hintergrund

Die Europäische Rote Liste der Vögel wurde das letzte Mal 2015 veröffentlicht. In Zusammenarbeit der NABU und der Naturschutzorganisation BirdLife International wurden abermals 54 Länder und Regionen von Tausenden Expertinnen und Expertin, sowie Freiwilligen ausgewertet. Nach weltweit anerkannten Richtlinien des IUCN standen die jüngsten Berichte der EU-Mitgliedsstaaten zur Umsetzung der Vorgelschutzrichtlinie und weitere vergleichbare Daten zur Verfügung. Der Auftraggeber war die EU-Kommission. Der Bericht steht hier zum Download bereit: „European Red List of Birds“ (PDF)
 
 

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