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Grunddaten: Reifenberger Wiesen

Reifenberger Wiesen in Hessen Foto:Naturefund

Magerwiesen gehören in Mitteleuropa zu den artenreichsten Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Mit den Reifenberger Wiesen blieb ein solches Kleinod der Natur erhalten. Leider sind solche ökologisch höchst wertvollen Gebiete selten geworden.

Einzigartiges Biotop im Hochtaunus weiter erhalten

Naturefund will im Taunus 20.000 m² der Reifenberger Wiesen kaufen und schützen. Es handelt sich um eine Magerwiese mit einer großen Vielfalt an Schmetterlingen. Insgesamt 36 Tagfalter wurden nachgewiesen, darunter der seltene Lilagold-Feuerfalter. Auch die Echte Arnika wächst hier, eines der letzten Wildvorkommen Hessens.

Magerwiesen gehören in Mitteleuropa zu den artenreichsten Lebensräumen. Die Intensivlandwirtschaft mit Pestiziden und Dünger zerstörte vielerorts diese ökologisch wertvollen Biotope. Aufgrund der Höhen- und Hanglage waren die Reifenberger Wiesen für diese Form der Landwirtschaft jedoch unrentabel und blieben so erhalten. Heute sind sie hessenweit eines der bedeutendsten Magerwiesenareale. Naturefund will diese Magerwiese jetzt dauerhaft erhalten.

Grunddaten Projekt

Lage

Die Reifenberger Wiesen liegen bei Schmitten- Oberreifenberg im Südwesten Hessens im Hochtaunuskreis.

Größe

Naturefund will 20.000 m² kaufen und schützen. Die Reifenberger Wiesen umfassen ingesamt 56.435 m².

Tierwelt

36 Tagfalterarten, darunter der Lilagold-Feuerfalter sowie 3 Zygaenen-Arten mit das Ampfer-Grünwidderchen, das Sechsfleck-  und das Sumpfhornklee-Widderchen, Wiesengrashüpfer, Wildbienen, Hummeln, Reh, Hase.

Pflanzenwelt

Echte Arnika, Schlangen-Wiesenknöterich, Klappertopf, Eirunde Teufelskralle, Echtes Mädesüß, Wald-Storchschnabel, verschiedene Flockenblumen, Wiesen-Witwenblume, Rotklee, Wiesen-Schafgarbe, Gewöhnlicher Flügelginster, Thymian, Gemeines Kreuzblümchen, Großer Wiesenknopf, Großer Sauerampfer, Blutweiderich, Hahnenfuß, diverse Distelarten, Maiglöckchen, Veilchen und zahlreiche, seltene Grasarten.

Partner

Die HGON wird langfristig Eigentümerin und Hüterin der Fläche.

Hintergrund

Die Reifenberger Wiesen sind aktuell in Privatbesitz. Insgesamt sind es 27 Flurstücke mit einer Gesamtgröße von etwas über 5 ½ Hektar. Diese Grundstücke werden von den Eigentümern und Eigentümerinnen, darunter auch viele Erbengemeinschaften, nicht mehr genutzt. Die Wiesen werden etwa einmal im Jahr gemäht und ansonsten meist sich selbst überlassen. Entbuschungsmaßnahmen auf der Wiese werden selten durchgeführt. Im oberen Teil der Wiesen gab es immer mal wieder Rinderbeweidungen, im unteren Bereich fast jährlich Schafbeweidungen.

Bei Beobachtungen wurde festgestellt, dass oft zum falschen Zeitpunkt gemäht wurde und dadurch die Futter- oder Eiablagepflanzen der Schmetterlinge vernichtet werden. Damit ist eine ganze Schmetterlingspopulation gefährdet und kann schlimmstenfalls komplett ausgelöscht werden, weil von einem zum anderen Tag keine Nahrungsquellen oder Eiablagepflanzen mehr vorhanden sind. Bereits abgelegte Eier und geschlüpfte Jungräupchen gehen dann meistens zugrunde.

Besonderheit

Magerwiesen gehören in Mitteleuropa zu den artenreichsten Lebensräumen für Pflanzen und Insekten. Leider sind solche ökologisch höchst wertvollen Gebiete selten geworden. Im FFH-Gebiet der Reifenberger Wiesen konnte ein solches Kleinod der Natur entdeckt werden.

Auf dem Magerwiesen herrschen ideale Verhältnisse für zahlreiche bei uns selten gewordene Arten. Dies liegt an den nährstoffarmen Böden. Die Reifenberger Wiesen wurden offenbar und erfreulicherweise nie gedüngt. Durch die kargen Bedingungen fanden hier im Laufe der Zeit viele seltene Pflanzenarten einen (Über-)Lebensraum.

Dies schuf die Nahrungsbasis für zahlreiche Insektenarten, wie Schmetterlinge, Honig- und Wildbienen, Heuschrecken und viele andere. Das wiederum brachte Nahrung für Vögel, Igel & Co. Naturefund will in Zusammenarbeit mit der Oberen und Unteren Naturschutzbehörde und mit ortansässigen Naturschutzorganisationen dieses äußerst wertvolle Biotop schützen. Die Reifenberger Wiesen sind hessenweit eines der bedeutendsten Magerwiesenareale.

Betreuungskonzept

Zukünftig werden die Reifenberger Wiesen in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde im Spätsommer gemäht, so dass der großen Artenreichtum, insbesondere an Tagfaltern erhalten bleibt. In Abstimmung mit den Ortslandwirten soll auch zu bestimmten Zeiten eine Beweidung durch Schafe und Rinder stattfinden, um einer Verbuschung vorzubeugen.

Auch planen wir mit den Naturschutzgruppen im Sommer Führungen durchzuführen, um mehr Menschen zu zeigen, was für scheinbar unspektakuläre und doch einzigartige Naturschätze auf den Reifenberger Wiesen zu finden sind.

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Mehr über die Magerwiese

Mehr über die echte Arnika

Mehr über den Lilagold-Feuerfalter

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