· Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2020

Der Kronenzustand hat sich bei vielen Baumarten weiter verschlechtert. Auch 2020 ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtung und der mittleren Kronenverlichtung gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Waldzustandserhebung

Jeden Sommer nehmen Fachleute an systematisch über die gesamte Waldfläche Deutschlands verteilten Stichprobenpunkten den Kronenzustand der Waldbäume auf. Beurteilungsmaßstab des Kronenzustands ist die Verlichtung der Baumkronen im Vergleich zu einer voll belaubten bzw. benadelten Krone. Die Abweichung von einer vollständigen Belaubung wird in 5-%-Stufen geschätzt: 0 % Verlichtung bedeutet eine voll belaubte Krone. 40 % Verlichtung bedeutet: Gegenüber einer voll belaubten Krone fehlen 40 % der Blattmasse bzw. es ist nur 60 % der normalerweise zu erwartenden Blattmasse vorhanden.

Verlichtung der Baumkronen nimmt zu

Der Anteil von Bäumen ohne Kronenverlichtung war mit 21 % noch nie so gering wie im Jahr 2020. Auch zeigte sich eine stark zunehmende Absterberate - 2020 war diese überdurchschnittlich hoch - wobei vor allem unsere älteren Wälder über 60 Jahre von Absterbeerscheinungen betroffen waren. Doch auch die jüngeren Bäume zeigen einen negativen Trend, wobei vor allem die Fichte und die Gruppe der anderen Laubbäume 2020 von einer im Vergleich zu den restlichen Baumarten sehr hohen Absterberate betroffen waren. Insgesamt gehören die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2020 zu den schlechtesten seit Beginn der Erhebungen. So ist seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984 die mittlere Kronenverlichtung bei den Laubbäumen, vor allem bei der Buche, stark angestiegen. Auch bei der Fichte ist seit diesem Jahr eine deutliche Zunahme der Kronenverlichtung festzustellen.

Kronenverlichtung bei Fichte, Kiefer, Buche und Eiche

  • Bei der Fichte ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen von 36 % auf 44 % gestiegen, während nur 21 % der Fichten keine Verlichtung aufwiesen. Die mittlere Kronenverlichtung ist von 24 % auf 29 % deutlich gestiegen. Im Vergleich zu den anderen Baumarten weist die Fichte die höchste Mortalitätsrate auf.
  • Im Vergleich zum Vorjahr ist bei der Kiefer der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen konstant bei 26 % geblieben. Im Vergleich zu 2018 hat sich der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen jedoch um 11 % deutlich erhöht, während 20 % keine Verlichtungen aufwiesen. Die mittlere Kronenverlichtung ist von 22 % auf 23 % nur leicht gestiegen, so dass insgesamt die Schadentwicklung der Kiefer auf gleichem Niveau bleibt .
  • Bei der Buche ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen von 47 % auf 55 % gestiegen, was vor allem die Altersgruppe der über 60-jährigen Buchen betrifft. Ohne Verlichtungen waren hingegen nur noch 11 % (vgl. 2019: 16 %), während die mittlere Kronenverlichtung von 29 % auf 31 % gestiegen ist.
  • Bei der Eiche ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen von 50 % auf 38 % deutlich gesunken, während 20 % der Eichen keine Verlichtung aufwiesen (vgl. 2019: 17 %). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 28 % auf 25 % gesunken. Die Eiche zeigt somit erste Anzeichen der Regeneration, bleibt jedoch weiterhin auf einem hohen Schadniveau.

Zu den Ergebnissen der Waldzustandserhebung

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