Naturschutz ist Klimaschutz

Intakte Ökosysteme sind Kohlenstoffspeicher

Intakte Ökosysteme schützen auf natürliche Art und Weise das Klima. So sind Wälder, Meere, Böden, Moore oder auch Grünflächen natürliche CO2-Speicher, die Kohlendioxid langfristig aus der Atmosphäre entziehen. Daneben helfen intakte Ökosysteme uns, gegen die Folgen der Erderwärmung wie Starkregen, Hochwasser oder Hitze besser gewappnet zu sein.

Der Schutz von Natur ist damit immer auch direkter Klimaschutz. So gehören beispielsweise Moore zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern der Welt. Obwohl sie nur drei Prozent der weltweiten Landfläche bedecken, speichern sie 30 % des Kohlenstoffs an Land – und damit rund doppelt so viel wie Wälder. Doch auch intakte Wälder stellen wichtige Bestandteile des natürlichen Klimaschutzes dar. Sie speichern über lange Zeiträume Kohlenstoff sowohl in ihrer Biomasse als auch in den Waldböden und stellen darüber hinaus wichtige Funktionen der Klimaanpassung dar. Studien schätzen, dass wir durch den Schutz, die Wiederherstellung und die Verbesserung der Bewirtschaftung der Wälder bis 2050 bis zu 20 % der gegenwärtigen Klimakrise abmildern können.

Apropos Böden: Durchschnittlich befinden sich ganze 8 % Humus in den Böden von Graslandschaften - damit binden diese Flächen mehr Kohlenstoff als die Böden unter Wäldern. Graslandschaften sind damit die wohl meistunterschätzten Kohlenstoffsenken auf unserem Planeten. Laut der Europäischen Union bindet Grünland in Europa jährlich mehrere Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid. Kohlenstoff mithilfe von intakten, regenerativ genutzten Wiesen und Weiden im Boden zu speichern, ist damit ein leicht umsetzbares Mittel zum Klimaschutz.

Die Zerstörung von Natur begünstigt den Klimawandel

Menschliche Aktivitäten haben bisher rund 75 % der Landoberfläche und 66 % der Ozeangebiete der Erde stark verändert. Wälder werden beispielsweise gerodet für die Landwirtschaft, Moore trockengelegt für den Siedlungsbau und Graslandschaften müssen neuen Industriestandorten weichen.

Das Problem: So viel Kohlenstoff wie intakte Ökosysteme speichern, so viel setzen sie auch bei ihrer Zerstörung frei. Zudem reduziert die Zerstörung natürlicher Lebensräume deren Speicherkapazität von Kohlenstoff. So hat die Entwässerung von Mooren, die Umwandlung von Graslandschaften sowie die Rodung von Wäldern in den letzten Jahrzehnten laut Studien etwa ein Viertel der anthropogenen CO2-Emissionen verursacht. Nach der Verbrennung fossiler Brennstoffe ist die Entwaldung und Degradation von Wäldern mit einem Anteil von rund 13 % die größte Quelle von CO2-Emissionen weltweit.

Natur- und Klimaschutz zusammen betrachten

Um der Klimakrise zu begegnen, muss nicht nur die Reduzierung von Treibhausgasen im Fokus stehen, sondern auch der Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen und damit natürlichen Kohlenstoffsenken wie Wäldern, Mooren oder Graslandschaften. Laut einer aktuellen Studie des Weltbiodiversitätsrats IPBES und des Weltklimarats IPCC könnte schon eine Renaturierung von 15 % der derzeitigen Nutzfläche ausreichen, um bis zu 300 Gigatonnen Kohlendioxid langfristig aus der Atmosphäre zu entnehmen und binden.

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