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Reise-Blog: Gruß aus Costa Rica!

Ich, Katja Wiese, war im August in Costa Rica … zum Arbeiten. Denn hier haben wir eines unserer Naturschutzprojekte. Wir kaufen in Costa Rica Regenwald in Perfekt, Präsens und Futur. Es ist ein großes Projekt, und ein langfristiges. 

Fotos

Dichter Dschungel im Regenwald von Costa RicaBlick vom Flugzeug auf den Corcovado Nationalpark in Costa RicaZwei Halsbandpekaris laufen durch den Regenwald im Corcovado Nationalpark auf Costa RicaPalmen und Regenwald wachsen bis an den Strand im Corovado Nationalpark in Costa Rica

Regenzeit in Costa Rica

Zu Beginn der Reise war ich in Puerto Jimenez, einer Kleinstadt mit zwei Straßen, kleinen Hütten, manchmal auch größeren, kleinen Läden und nur einem Supermarkt. Kurz nach Puerto Jimenez beginnen dann schon die ungeteerten Straßen mit sehr vielen Löchern, denn der Regen hier ist stark und holt sich jedes Mal ein Stück Straße – und es regnet hier viel. In den Touristenführern steht immer, die beste Reisezeit für Costa Rica sei zwischen Dezember und April, wenn Trockenheit herrscht. Ich bin da anderer Meinung: Die beste Zeit ist die Zeit des großen Regens.

Auch während ich dort war, gingen immer wieder große Niederschläge nieder. Stundenlang prasselte es. Ich saß auf meiner überdachten Terrasse, hörte, sah zu. Generell ist das Land satt vom Wasser, überall Flüsse und Bachläufe. Das wichtigste Utensil, wenn Du das Haus verlässt: Regenschirm. Gleichzeitig ist es angenehm warm, ja auch schwül, doch durch das Meer empfindet man es nicht als drückend. 

Reise zum Corcovado Nationalpark

Puerto Jimenez ist also ein Städtchen am Golf von Golfito, derzeit oft unter Wasser, mit ein paar Touristen und einigen wenigen, etwas heruntergekommen Hotels. Dabei ist es einer der wenigen Orte, um in einen der spannendsten Nationalparks Costa Ricas, wenn nicht der Welt zu gelangen: den Corcovado Nationalpark. Beim Corcovado-Nationalpark handelt sich um etwa 42.000 ha wilde Natur auf der Osa Halbinsel, direkt am Pazifik gelegen. Es ist der einzige Nationalpark, wo ein Jaguar noch Schildkröten oder Seevögel am Strand jagen kann. Wir haben bei uns auf der Website sogar ein Video von so einem Moment im Corcovado - ein Jaguar, der am Strand jagt.

Im Park selbst gibt es ein paar wenige Wege und befahrbare Flüsse für Touristen, die allerdings in den Park nur mit einem Führer dürfen. Der Rest vom Park ist wild, unberührt. Wobei dieses unberührt relativ ist, denn vor 60 Jahren war der größte Teil vom heutigen Nationalpark Weideland. Doch dank intensiver Schutzbemühungen konnte sich die Natur hier wieder frei entfalten. Dies mündete in der Entstehung eines der einzigartigsten und artenreichsten Orte der Welt. Über fünf Prozent der weltweiten Tierpopulation leben hier auf engstem Raum. An solchen Beispielen merkt man immer wieder: Wenn man der Natur wieder Raum gibt und sich weitestgehend frei von menschlichen Einflüssen entfalten lässt, können wichtige Biotope entstehen.

Vernetzung mit dem Amistad Nationalpark

Den Corcovado Park wollen wir vernetzen, verbinden mit dem Amistad Nationalpark im Landesinneren. La Amistad heißt Freundschaft und entspringt wohl der Tatsache, dass das Schutzgebiet von Costa Rica (194.000 ha) bis nach Panama reicht (dort sind 207.000 ha Schutzgebiet), insgesamt also ein Schutzgebiet von circa 400.000 ha oder gut 4.000 km². Es gibt einige wenige Wege, für die man einen ortskundigen Führer braucht, doch ansonsten ist dieser Nationalpark kaum zugänglich.

Der Nationalpark reicht von 100 m bis zu 3.594 m üNN. Es gibt verschiedene Ökoregionen, die von Tieflandregenwald über Nebenwald im Hochland bis zur Tundra reichen. Hier kommen sehr seltene Arten vor, darunter die Harpyie. Ich erinnere mich, welche Sensation es war, als in einem unserer Projekte, dem Nationalpark Patuca in Honduras, das erste brütende Paar von Harpyien entdeckt wurde. Hier im La Amistad - übrigens auch im Corcovado - gibt es sie offiziell. Auch der sehr seltene Busch-Hund kommt hier vor. Busch-Hund? Nie vorher gehört, ist auch kein Wunder, denn er ist wirklich sehr selten. Es gibt nur Schätzungen über die Anzahl der Individuen: 110.000 weit verteilt von Costa Rica bis beinahe über ganz Lateinamerika. Tendenz, abnehmend. Aber hier, in La Amistad, da kommt er vor, genauso wie der Große Ameisenbär.

Auch alle sechs Raubkatzenarten Mittelamerikas leben in diesem großen Park: Jaguar, Puma, Ozelot, Tigrillo, der Margay und der Jaguarundi - wer Naturefund länger kennt, weiß, dass wir einmal in Nicaragua ein Projekt unterstützt haben für den Jaguarundi. Darüber hinaus sind 600 Vogel-, 300 Reptilien-, 200 Säugetier-, 500 Baum- (ganz Europa hat nur etwa 450 davon!), 500 Orchideenarten hier beheimatet usw. und so fort. Und das sind erst die vorläufigen Zahlen. Weil der Park so unzugänglich ist, gibt es hier mit Sicherheit noch eine Menge zu entdecken.

Der Corovado und der Amistad-Nationalpark: Ich habe im Internet auf einer Karte mal nachgemessen, das sind nur 80 km Distanz, müsste gehen, dachte ich, und so entstand die Idee, die beiden Nationalparks zu verbinden. Darum bin ich hier, für dieses Projekt.

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