Ein Vogelschwarm hebt auf der Insel Kirr vom Boden ab
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Vogelpopulation auf der Insel Kirr stabil

Die Insel Kirr ist eine kleine Insel in Mecklenburg-Vorpommern an der südlichen Ostseeküste und ein wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl von Vogelarten. Dies kann man auch an der Entwicklung der Vogelpopulation erkennen.

Jahrelange Störungen

Um die 1970er Jahre wurden Maßnahmen zum Schutz der Insel ergriffen, einschließlich der Einrichtung eines Naturschutzgebiets, um den wertvollen Lebensraum mit seiner Flora und Fauna zu erhalten. Davor war die Zeit geprägt von Landwirtschaft, Weidewirtschaft und Tourismus. Das führte dazu, dass die Vogelpopulation auf der Insel stark rückläufig war. Doch seitdem Naturschutzmaßnahmen ergriffen wurden, erholt sich die Vogelpopulation – In den darauffolgenden Jahrzehnten zeigte diese auf der Insel Kirr ein positives Wachstum.

Langzeitstudien zeigen positive Bestandsentwicklung auf der Insel Kirr

Bereits seit geraumer Zeit werden regelmäßig die Bestände der Arten auf der Insel Kirr gezählt. Die sogenannten ehrenamtlichen Vogelwärter des ornithologischen Vereins Halle erfassen und betreuen alljährlich die Brutvögel der Insel. Dadurch konnte eine bereits seit über 50 Jahre andauernde Datenreihen zeigen, dass sich mittelfristig der Brutbestand im Vergleich zu den 1980er Jahren auf einem niedrigen Niveau stabilisiert hat. So sind die Brutbestände der Leitarten Kiebitz, Rotschenkel und Uferschnepfe auf dem Kirr über die vergangenen Jahrzehnte weitestgehend stabil. Diese drei Arten sind sehr gute Zeigerarten für den Naturschutzwert von extensiv bewirtschaftetem Feuchtgrünland in Norddeutschland. Die Stabilisierung der drei Arten stellt einen bemerkenswerten Erfolg dar, denn deutschlandweit sind die Bestände dieser Arten stark rückläufig. Ebenso erfreulich ist die Ansiedlung einer kleinen Lachmöwenkolonie mit 430 Brutpaaren und die Ansiedlung von rund 100 Paaren der Brandseeschwalbe. Diese Seeschwalbenart war in anderen Jahren schon aus Mecklenburg-Vorpommern verschwundenen. Ebenso deuten gute Brutbestände von Feldlerche und Wiesenpieper darauf hin, dass die Insel Kirr zur Brutansiedlung auch weiterhin attraktiv ist.

Naturschutz ist globale Aufgabe

Leider ist trotz des fortgesetzten Schutzes der Insel im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und dem aufwendigen Weidemangement auf der Fläche keine schnelle Erhöhung des Brutvogelbestandes mehr zu erwarten. Die Insel mit den hier brütenden Vögeln steht in ökologischer Wechselwirkung mit dem Umland und den Rast-, Zug und Überwinterungsarealen der Arten. Das bedeutet, dass selbst ein Schutzgebiet wie das der Insel Kirr kein Garant für die Rettung eines Brutvogelbestandes ist. Naturschutz kann nur überregional und international umgesetzt erfolgreich sein. Wir sind trotz dessen davon überzeugt, dass unsere Bemühungen einen wichtigen Beitrag in diesem Gefüge leisten.

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