Zunehmende Umweltverschmutzung weltweit

Die Verschmutzung der Natur und Umwelt kann in vielen Formen und aus vielen Quellen stammen. Einmal freigesetzt, verbleiben viele Schadstoffe in der Natur und neigen dazu, sich anzusammeln.

Einige Quellen von Umweltverschmutzungen sind weit verbreitet, beispielsweise durch den Verkehr und die Landwirtschaft, während andere an einen bestimmten Ort gebunden sind, beispielsweise Verschmutzungen durch eine Fabrik oder ein Kraftwerk. Chemikalien, Staub, Lärm und Strahlung sind Schadstoffe, die Luft, Wasser und Boden so verändern können, dass sie für unsere Gesundheit und unsere Umwelt schädlich sind. Fakt ist: Die Umweltverschmutzung ist ein wachsendes Problem auf globaler Ebene und betrifft alle Aspekte des täglichen Lebens.

Quellen der Verschmutzung von Luft

Die Hauptursachen für Luftverschmutzung sind die Energiegewinnung in Wärmekraftwerken, die industrielle Produktion, der Energieverbrauch in Gebäuden und der Verkehr. Eine gute Nachricht gibt es: Die Luftverschmutzungsemissionen sind in den letzten zwei Jahrzehnten zurückgegangen, was zu einer besseren Luftqualität geführt hat. Trotz dieser Verbesserung bleibt die Luftverschmutzung das größte umweltbedingte Gesundheitsrisiko in Europa. Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerte, die über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation liegen, verursachten im Jahr 2020 schätzungsweise 238.000 bzw. 49.000 vorzeitige Todesfälle. Weltweit sind es jährlich rund 6,5 Millionen vorzeitige Todesfälle. Diese Schadstoffe werden zudem mit dem Auftreten von Asthma, Herzkrankheiten und Schlaganfällen in Verbindung gebracht.

Häusliche Heizungen sind eine bedeutende Quelle der Luftverschmutzung. Gewerbliche, institutionelle und Wohngebäude sind für 53 % der Feinstaubemissionen verantwortlich. Der Verkehr ist für etwa 45 % der Stickoxidemissionen (NOx) in Europa und für einen erheblichen Teil der Gesamtemissionen anderer wichtiger Schadstoffe verantwortlich. Die Landwirtschaft ist für 90 % der Ammoniakemissionen in Europa und für fast 20 % der Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen ohne Methan (NMVOC) wie Benzol und Ethanol verantwortlich.

Luftverschmutzung führt zu Klimaveränderungen

Die sensible Lufthülle der Erde wird angefüllt mit Emissionen durch Industrie, Landwirtschaft, Verkehr etc. Gleichzeitig fällen wir Bäume, versiegeln Flächen und stören damit den natürlichen Wärmeaustausch des Planeten. Die Erwärmung des Planeten durch die Zunahme an Treibhausgasen in der Atmosphäre wie Kohlendioxid oder Methan wird mit dem anthropogenen Treibhauseffekt erklärt. Man unterscheidet zwischen dem natürlichen Treibhauseffekt, der seit Entwicklung der Erdatmosphäre immer stattfindet und das Leben auf der Erde erst ermöglicht hat (ohne natürliche Treibhausgase läge die globale Mitteltemperatur momentan bei etwa –15 °C), und dem zusätzlichen anthropogenen Treibhauseffekt. Neben der Erwärmung des Planeten nehmen Wetterextreme wie Hitze, Dürre und Starkregen weiter zu.

Dennoch gibt es Maßnahmen, die wir ergreifen können, um zur Verringerung der Luftverschmutzung beizutragen. Dazu gehören Energieeinsparung, eine effiziente Heizung und vor allem die Wahl von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln wie der öffentliche Nahverkehr oder das Fahrradfahren.

Verschmutzung der Weltmeere

Ein Großteil der Belastungen unserer Ozeane entsteht an Land und nicht im Wasser. Dazu zählen Abwässer, Müll und alles andere, was gedankenlos ins Meer geworfen wird. Weitere Ursachen der Verschmutzung im Meer sind Ölteppiche infolge von Unfällen mit Tankern oder Bohrinseln sowie Rückstände aus der Fischzucht und Fischerei. Als Folge dieser Verschmutzung sind die Nahrungsgrundlagen von etwa 3,5 Milliarden Menschen gefährdet. Dies resultiert aus dem Aussterben von Fischarten und Seevögeln sowie vergifteten Algenteppichen. Letztere beeinträchtigen auch den Tourismus, der in vielen Küstenländern eine wichtige Einnahmequelle darstellt. Mittlerweile gibt es fast 500 sogenannte "Todeszonen", in denen kein Leben im Wasser mehr möglich ist. Während wir nur begrenzt Einfluss auf Tankerunfälle oder die Methoden der Fischereiindustrie haben, können wir dennoch eine Menge tun, um die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll zu reduzieren.

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Verschmutzung der Süßwasserressourcen durch die Industrie

Die Landwirtschaft ist nach wie vor ein wichtiger Nutzer von Wasser und Verursacher von Verschmutzung. Im Jahr 2017 war sie für 59 % des gesamten Süßwasserverbrauchs in Europa verantwortlich. 22 % der europäischen Oberflächengewässer und 28 % des Grundwassers sind erheblich von diffuser Verschmutzung durch die Landwirtschaft betroffen, sowohl durch Nährstoffe als auch durch Pestizide. Dabei liefert Grundwasser 65 % des Trinkwassers und 25 % des Wassers für die landwirtschaftliche Bewässerung in den 27 EU-Mitgliedstaaten.

Zwischen 2010 und 2021 sind die industriellen Freisetzungen von Schadstoffen, die die menschliche Gesundheit und die Umwelt schädigen, in die europäischen Gewässer insgesamt zurückgegangen. Die Freisetzung von Schwermetallen aus Bergbau ging deutlich zurück, während die Emissionen von Stickstoff, die zur Eutrophierung führen, in geringerem Maße zurückgingen. Verschiedene Schadstoffe wie Quecksilber oder Mikroplastik reichern sich allerdings weiterhin an. 

Bodenverschmutzung

Der Boden ist einer der wichtigsten Bestandteile an Land und spielt eine entscheidende Rolle in den Kreisläufen der Natur, insbesondere im Wasser- und Nährstoffkreislauf. Der Boden ist die Quelle für 90 % aller in der EU produzierten Lebensmittel, Futtermittel, Fasern und Brennstoffe – und er liefert auch wertvolles Rohmaterial für den Gartenbau und die Bauwirtschaft.

Selbst auf einem Fleckchen Boden wimmelt es von Leben, von winzigen Organismen bis hin zu Pilzen und Regenwürmern, die alle eine wichtige Rolle für das Funktionieren des Ökosystems Boden spielen. Hier werden auch Nährstoffe in Formen umgewandelt, die Pflanzen aufnehmen können, sodass Biomasse entstehen und Kohlenstoff gespeichert werden kann. Hier beginnt auch der natürliche Reinigungsprozess des Trinkwassers.

Diese natürlichen Prozesse sind durch Schadstoffe bedroht, die durch Industrie, Verkehr und andere wirtschaftliche Aktivitäten freigesetzt werden. Auch nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken, Düngemittel und Pestizide verunreinigen den Boden. Diese Verschmutzung wirkt sich schließlich auf Pflanzen, Tiere und die menschliche Gesundheit aus. Die Verschlechterung der Bodenqualität in der EU verursacht wirtschaftliche Kosten in Höhe von mehr als 50 Milliarden Euro pro Jahr.

Das zeigen die Bewertungen der Europäischen Umweltagentur:

  • In Europa gibt es rund 2,8 Millionen kontaminierte Standorte. Industrielle Tätigkeiten und Abfallentsorgung sind die Hauptquellen der Verschmutzung.
  • 60–75 % der landwirtschaftlichen Böden in der EU weisen einen übermäßigen Nährstoffeintrag auf.  
  • Schwermetalle und Mineralöl sind die häufigsten Schadstoffe an den untersuchten Standorten in Europa. 
  • Über 80 % der in einer Studie untersuchten Böden enthielten Pestizidrückstände, wobei 58 % zwei oder mehr Arten von Rückständen enthielten.
  • Die Verschlechterung der Bodenqualität in der EU verursacht Kosten in Höhe von über 50 Mrd. EUR pro Jahr.
  • Im Jahr 2019 meldeten die EU-Mitgliedstaaten Netto-Treibhausgasemissionen von 64 MtCO2e aus Böden in die Atmosphäre, was knapp 2 % der gesamten in diesem Jahr gemeldeten Nettoemissionen entspricht.

Die Hauptverursacher von Bodenverschmutzung sind fehlerhafte Anbaumethoden in der konventionellen Landwirtschaft, unsachgemäßer Umgang mit Abfällen, nukleare Abfälle, Gefahrstoffe, ineffiziente Bewässerung und der Abbau von Bodenschätzen. Die Auswirkungen einer Bodenverschmutzung sind offensichtlich: geringere landwirtschaftliche Erträge und somit weniger Nahrung für die Menschen. Verschmutzter Boden führt jedoch auch dazu, dass Giftstoffe in die Nahrungskette gelangen und uns krank machen. Darüber hinaus ist vergifteter Boden einer der Hauptgründe für das Bienensterben. Gegen diese Art von Umweltverschmutzung können wir am meisten tun. Indem wir konsequent auf Bio-Lebensmittel setzen, unterstützen wir nachhaltige Landwirtschaft und drängen umweltschädliche Anbaumethoden zurück. 

 Weitere Informationen zu Pestiziden

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Quelle:

Europäische Umweltagentur, Utopia, Umweltbundesamt

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