· Weser Kurier

Naturschutzverein übernimmt Moorfläche

Der Verein Naturefund hat zwei Flächen im Hamberger Moor gekauft und diese der Nabu-Ortsgruppe zur Verfügung gestellt. Der Verein aus Wiesbaden will mit Spenden weitere Gebiete im Landkreis ankaufen.

Der Weser Kurier berichtet

Begeisterung schwingt in Katja Wieses Stimme mit: „20 000 Euro hat uns ein Spender gerade zugesagt“, erzählt die Sprecherin und Geschäftsführerin des in Wiesbaden ansässigen gemeinnützigen Vereins Naturefund. Der Verwendungszweck ist klar: Die Naturschutzorganisation kauft mit jedem Cent, den sie einwirbt, Flächen, um sie als Lebensraum für „die Vielfalt der Tiere und Pflanzen“ zu erhalten. Auch in Hambergen: Dort hat der niedersächsische Landesverband des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) nun mithilfe von Spendengeldern des Naturefunds zwei Flächen im Hamberger Moor gekauft. Die Pflege übernimmt die Nabu-Ortsgruppe Hambergen. Sie hat das Land quasi vom Landesverband gepachtet.


Erhalt des Moores

„Durch den Ankauf dieser Flächen im Hamberger Niedermoor wird sichergestellt, dass das Moor ökologisch und biologisch erhalten bleibt“, sagt Frank Martin, Sprecher der Nabu-Ortsgruppe Hambergen. Kurz: Ein Stückchen, des von bedrohten Tier- und Pflanzenarten wie Sonnentau, Kreuzotter, Moorfrosch und Graukranich dringend benötigten Lebensraums, werde bewahrt.

Für den Nabu-Landesverband Niedersachsen ist es der erste Kontakt mit dem gemeinnützigen Verein Naturefund. „Wir haben noch keine Erfahrungen mit ihm“, räumt Geschäftsführerin Inez Schierenberg ein. Auch die Hamberger Ortsgruppe hatte bis zu dem entscheidenden Anruf im vorigen Dezember – einen Tag vor Weihnachten – keine Ahnung davon, dass es Naturefund gibt. Deren Angebot, ihnen Geld für den Kauf einer Fläche zu geben, „hat uns total überrascht“, erinnert sich Frank Martin.


Interesse an weiteren Flächen

Bei den zwei Flächen im Hamberger Moor soll es nicht bleiben: Die Wiesbadener Naturschützer haben Interesse am Kauf weiteren Grund und Bodens im Landkreis Osterholz signalisiert, berichtet Landesverbands-Geschäftsführerin Inez Schierenberg. Sie seien deswegen zurzeit mit der Nabu-Ortsgruppe Osterholz-Scharmbeck im Gespräch. Wieder würde der Landesverband das Areal mit den Naturefund-Geldern kaufen und an den Ortsverband verpachten, sodass dieser die Pflege übernehme. Ortsvereins-Vorsitzender Peter Heyer bestätigt dies. Aber noch habe der Vorstand keine Entscheidung gefällt. „Wir müssen gucken, ob wir die Pflegearbeiten leisten können.“ Gespräche darüber würden in Kürze geführt, sagt er. Mit ihren Kollegen vom Hamberger Nabu stünden sie außerdem wegen des Projekts in Kontakt und tauschten sich dazu aus.


Land für die Natur

Mit Blick auf einen weiteren Landkauf betont Katja Wiese von Naturefund, dass es ihrem Verein nicht darum gehe, Großgrundbesitzer zu werden. „Wir wollen das Land nicht behalten, sondern für die Natur erhalten. Wir machen das für die Zukunft.“ Und dies bereits seit 2003. Neben Waldflächen, die sie im Ausland und in Kooperation mit örtlichen Nationalpark-Verwaltungen aufgekauft hätten, seien sie in den vergangenen Jahren vor allem in Süd- und Ostdeutschland aktiv gewesen. Auch Flächen in Moorgebieten, hätten sie an verschiedenen Orten zum Erhalt für die Natur bereits erworben. „Wir suchen uns dazu immer Partner vor Ort“, erläutert Wiese. Denn bei der Wahl der Flächen gingen sie pragmatisch vor, gingen danach, was ihnen die Experten empfehlen würden. Das Hamberger Projekt sei allerdings ihre erste Aktion in Niedersachsen, der weitere folgen sollen. Wiese: „In Osterholz gibt es viele Flächen, die für uns interessant sind.“


Auszug aus dem Weser Kurier Artikel vom 13.10.2017 von Monika Fricke und Brigitte Lange


Link zum Artikel des Weser Kuriers
 

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