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Ostsee-Dorsch kurz vorm Zusammenbruch

Bald kein Dorsch mehr in der Ostsee? Foto: Naturefund

Nach dem Zusammenbruch der Kabeljaubestände vor Kanada und in der Nordsee steht auch die Zukunft des Ostsee-Dorsches (Kabeljau) auf Messers Schneide. Besonders gefährdet ist der Bestand in der östlichen Ostsee zwischen Bornholm und Finnland.

Dorschbestand bedroht

Liebe Leserin, lieber Leser,

Laut einer WWF-Studie ist der Dorschbestand in der östlichen Ostsee auf ein Drittel seiner natürlichen Größe geschrumpft. Auch der Dorsch in der westlichen Ostsee ist bereits bis an seine Grenzen befischt. Zu hohe Fangquoten, schlechtes Management und illegale Fischerei drohen den Dorschbestand und damit auch einen ganzen Wirtschaftszweig zu ruinieren. 

Die Untersuchungsergebnisse zeigen der Europäischen Union auf, wie wichtig es wäre, den Fang auf den Dorsch einzustellen. Doch auch diesmal wollen die EU-Minister und -ministerinnen diese Empfehlungen offenbar ignorieren und kommende Woche bei der Ratssitzung eine Quote von 40.000 Tonnen für 2007 beschließen.

Illegale Fischerei verschärft das Problem

Die illegale Fischerei verschärft das Problem. Nach Schätzungen von Wissenschaftlern fangen viele Länder 50 bis 100 Prozent mehr Dorsch, als erlaubt.

Im Jahr 2004 wurden offiziell 69.000 Tonnen Dorsch in der östlichen Ostsee gefischt. Doch Experten gehen davon auch, dass durch illegalen Fänge weit über 100.000 Tonnen gefangen worden sind.

Verluste im dreistelligen Millionenbereich

Die Fangmengen gehen dementsprechend seit 20 Jahren drastisch zurück. Derzeit liegt der wirtschaftliche Verlust Jahr für Jahr im dreistelligen Millionenbereich, schätzen Experten.

Bei einem Zusammenbruch der Fischerei drohen tausende Arbeitsplätze verloren zu gehen. Als 1992 die kanadische Kabeljau-Fischerei zusammenbrach, waren auf einen Schlag 40.000 Menschen ohne Arbeit.

Bei einem gesunder Fischbestand könnte Jahr für Jahr bis zu 160.000 Tonnen Dorsch in der Ostsee gefangen werden.

Fangflotten reduzieren und Kabeljau bzw. Dorsch meiden

Der WWF fordert die EU auf, den Fang, vor allem auf die östlichen Bestände, vorerst einzustellen. Dauerhaft müsse die Zahl der Fangschiffe drastisch reduziert und ein Rettungsplan für die Dorschbestände beschlossen werden.

Auch Verbraucher und Verbraucherinen können ebenfalls etwas tun und keinen Kabeljau bzw. Dorsch mehr kaufen, sondern stattdessen auf Fisch mit dem blauen Ökosiegel des Marine Stewardship Council (MSC) zu setzen.

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