· Nassauische Neue Presse

Lebensraum für den Uhu

Der Uhu genießt die Ruhe
Photo: Naturefund

Der Uhu jagt zwar schon seit Jahren auf der Fläche mit Gras und Bäumen, doch durch einen Kauf wurde das Grundstück nun auf lange Zeit für den Naturschutz gesichert.

Die beiden Uhus in Steeden dürfen sich freuen

Die Arbeitsgruppe Limburg-Weilburg der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) hat in Kooperation mit dem weltweit agierenden Naturefund ein 8 000 Quadratmeter großes Gelände am Ortsausgang Richtung Hofen rechts gekauft. Dieses dient dem einzigen Runkeler Brutpaar des Uhus mit Wohnsitz in den Steedener Kalkwerken als Jagdrevier.

Der Uhu erbeutet nach Angaben von Dieter Stahl, Leiter des HGON-Arbeitskreises Limburg-Weilburg, unter anderem Bisamratten und Rabenkrähen. Laut Stahl ist es schon seit 20 Jahren ein besonderes Anliegen der HGON im Kreis, den Uhu zu schützen. In Steeden habe damals das einzige Brutpaar im Raum Limburg-Weilburg gelebt. Da es pro Jahr bis zu zwei Junge aufgezogen habe, sei der Bestand durch den besonderen Schutz auf heute wieder neun Brutpaare gestiegen, führte Stahl aus.

Uhu war vom Aussterben bedroht

In freier Natur könnten Uhus, so der HGON-Arbeitskreisleiter weiter, durchaus bis zu 30 Jahre alt werden, weil sie an der Spitze der Nahrungskette stehen würden. Uhus galten durch Verfolgung und den Einsatz von Pestiziden in Mitteleuropa fast als ausgestorben, stabilisieren sich in Deutschland erst langsam durch die Auswilderung von Nachzuchten wieder im Bestand. Der Kalkabbau in seinem Rückzugsgebiet in Steeden stresse den Uhu dabei weniger, als Störungen durch Menschen. Der schlaue Uhu schlafe tagsüber nicht im Horst, sondern getarnt in Sichtweite, so dass er im Notfall seine Brut vor Störenfrieden schützen könne.

Damit die Uhus künftig ein besseres Nahrungsangebot haben, wurde für 9000 € die Fläche in Steeden erworben. Vorher hatte sie die HGON bereits zehn Jahre auf Pachtbasis gepflegt und stand somit auch den Uhus zur Verfügung. Katja Wiese, Geschäftsführerin des Naturefund, berichtete, dass akuter Handlungsbedarf bestanden habe. Der Landbesitzer habe die Fläche unbedingt verkaufen wollen.

«Wenn wir sie nicht gekauft hätten, hätte sie möglicherweise ein Landwirt erworben, und dann wäre sie für den Naturschutz verloren gewesen», meinte Wiese. 6000 € habe der Naturefund folglich vorfinanziert, und wolle diese Mittel jetzt über die Vergabe von Patenschaften wieder hereinholen. Das heißt, jeder Bürger, der 5 € spendet, kann symbolisch die Patenschaft für vier Quadratmeter der erworbenen Fläche übernehmen.

Unterstützung ist notwendig

«Ich werde kräftig die Werbetrommel rühren, dass die Steedener das Projekt unterstützen», versprach Ortsvorsteher Hans-Karl Trog (SPD). Die letzten vier Wochen seien auf dieser Basis, wie Wiese erzählte, bereits 1.800 € an Spenden für das Steedener Projekt eingegangen. Stahl lobte den Naturefund, dass er auf seine Anregung hier blitzschnell reagiert und höher als erwartet gefördert habe.

Es ist erst das dritte Projekt des Naturefunds in Hessen überhaupt nach der Förderung eines Eichenwäldchens und einer Streuobstwiese in Frankfurt. Zudem habe der Naturefund in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland bereits 80 000 neue Bäume in den sechs Jahren seines Bestehens neu angepflanzt. «Der Kauf von Flächen ist der beste Naturschutz», sagte Wiese. Dabei arbeite der Naturefund nicht nur mit der HGON zusammen, sondern mit diversen Naturschutzorganisationen. Das habe den Vorteil, dass man dadurch wie im Steedener Fall ortskundige Fachleute habe, denen «ihre» Fläche ein besonderes Anliegen sei.

Alte Apfelsorten auf der Wiese

Beim Mähen der Fläche und Schneiden der Bäume helfen der HGON dabei zwei Zivildienstleistende. Diese wurden in Steeden zwar noch nicht vom Uhu, aber doch schon zwei Mal von einer wild gewordenen Bache angegriffen. Das Besondere der nun geschützten Fläche ist nach Aussagen Stahls, dass dort neben der Streuobstwiese auch Halbtrockenrasenflächen vorhanden seien und Lebensraum für zahlreiche seltene Schmetterlingsarten seien.

Fritz Kohl vom HGON-Arbeitskreis meinte, dass das funktionierende Projekt in Steeden vor allem ein Verdienst der Arbeit von Dieter Stahl sei. Das Wild und zahlreiche Insekten fänden dort viel Obst als Nahrung. Unter anderem Früchte der aus dem 17.Jahrhundert stammenden Apfelsorte Goldparmäne sowie den seltenen Grünapfel, wie Expertin Martina Adams erzählte. Neu anpflanzen will die HGON unter anderem noch die Mispel und den Speierling.

Es sei unvorstellbar, das vor 20 Jahren noch Prämien für die Rodung von Obstbaumwiesen gezahlt worden seien, merkte Stahl an. Die Kreisbeigeordnete Doris Reifenberg (SPD) lobte die HGON dafür, das sie sich den lange vernachlässigten Streuobstwiesen im Sinne der Natur annehmen.

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