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Klimawandel bedroht weltweite Nahrungsmittelproduktion

Bauern in Burkina Faso

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der finnischen Aalto-Universität zeigt die dramatischen Auswirkungen von Treibhausgas-Emissionen auf die globale Nahrungsmittelproduktion. Steigen die Ausstöße weiter, könnte bis zum Ende des Jahrhunderts ein Drittel der landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr nutzbar sein.

Außerhalb des sicheren klimatischen Raums

Die globale Landwirtschaft wird anfälliger für den Klimawandel. Die Studie um den Geowissenschaftler Matti Kummu zeigt, dass bei einem ungebremsten Emissionsanstieg ein Großteil der Flächen, auf denen heute noch Nahrung angebaut und Viehzucht betrieben wird, schlichtweg unbrauchbar sein wird. Der Grund sind die sich drastisch verändernden Klimabedingungen, denen die Landwirtschaft nicht stand halten kann. 

Um die Risiken für die Landwirtschaft durch den Klimawandel aufzuzeigen, stellen die Wissenschaftler das Konzept des ‚sicheren klimatischen Raums‘ vor, der die entscheidenden Klimafaktoren der landwirtschaftlichen Produktion umfasst: Niederschlag, Temperatur und Trockenheit. Demnach würden in 60 bis 80 Jahren ein Drittel der weltweiten Agrarflächen außerhalb des ‚sicheren klimatischen Raums‘ liegen. Diese Entwicklung würde einen Wegfall von 31 Prozent für Nutzpflanzen und 34 Prozent bei der Viehzucht bedeuten. Jeweils ein weiteres Drittel dieser Nutzflächen wäre stark gefährdet, ebenfalls aus dem ‚sicheren klimatischen Raum‘ herauszufallen. 

Teile Afrikas und Asiens besonders gefährdet

Für die Definition der Bedingungen des ‚sicheren klimatischen Raums‘ haben die Forschenden den Zeitraum von 1970 bis 2000 sowie die Flächen, auf denen zu dieser Zeit 95 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion stattfanden, untersucht. Anschließend wurden die Bedingungen betrachtet, die von 2081 bis 2100 herrschen werden, wenn die Treibhausgas-Emissionen weiterhin ansteigen. Zudem wird betrachtet, wie sich das auf die wichtigsten Nahrungspflanzen und Nutztiere auswirken würden.

Dabei wurde deutlich, dass die Risiken weltweit sehr unterschiedlich ausfallen. Das Forschungsteam kam zu dem Ergebnis, das die Nahrungsmittelproduktion in 52 der von ihnen 177 untersuchten Staaten auch in Zukunft im sicheren klimatischen Raum bleiben wird – dazu zählen die meisten europäischen Länder. Doch in Regionen, die heute schon verwundbar sind, würden drastische 95 Prozent der Landwirtschaftsflächen außerhalb des ‚sicheren klimatischen Raums‘ liegen. Die am meisten gefährdeten Gebiete sind Süd- und Südostasien und die Sudano-Sahel-Zone in Afrika, die eine geringe Widerstandsfähigkeit gegenüber den klimatischen Veränderungen aufweisen. 

Ebenso beunruhigend merkt die Studie an, dass diese Staaten – im Vergleich zu den reichen westlichen Ländern – häufig keine ausreichenden Kapazitäten haben, um sich an die durch den Klimawandel verursachten Veränderungen anzupassen. Ein großer Prozentsatz der bedrohten globalen Nahrungsmittelproduktion liegt in Ländern mit solch geringer Anpassungsfähigkeit an die Veränderungen. 

Die Studie liefert jedoch auch einen Lösungsvorschlag, um diese dramatischen Szenarien abzumildern. Werden die Pariser Klimaziele eingehalten und die Erderwärmung auf 1,5 bis 2 Grad Celsius begrenzt, so würde nur ein Bruchteil der Nahrungsmittelproduktion unter die in der Studie aufgezeigten Veränderungen fallen. Statt einem Drittel könnte der klimatisch bedingte Flächenverlust auf fünf bis acht Prozent reduziert werden. Das Ziel müsse laut Studie demnach sein, den Klimawandel abzumildern und gleichzeitig das globale Nahrungsmittelsystem zu stärken. 

Projekt in Burkina Faso für nachhaltige Nahrungsmittelproduktion

Gleichzeitig ist es wichtig, die betroffenen Länder nicht zurückzulassen und die Nahrungsmittelproduktion nachhaltig zu gestalten. Mit seiner Lage in der sudanisch-sahelischen Klimazone ist Burkina Faso schon heute von langen Dürrezeiten geplagt, die die Produktion von Lebensmitteln erschweren. Mit unserem Projekt in der Nähe von Ouagadougo möchten wir von Naturefund dieses Problem angehen. Auf einem Pilotacker bringen wir gemeinsam mit unserem lokalen Partner Climate Sol den Menschen den Dynamischen Agroforst näher – eine Möglichkeit, um die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Mit dieser innovativen Anbaumethode können sich ausgelaugte Böden schon nach kurzer Zeit erholen und wieder fruchtbar werden. Das dichte Wachstum der Pflanzen im Dynamischen Agroforst sorgt für die bestmögliche Nutzung des Ackerlandes für Nutz- und Beipflanzen. Die Ernteerträge eines Dynamischen Agroforstsystems können die Ernährungssituation für viele Menschen verbessern. Helfen Sie mit!

Mehr zu unserem Projekt in Burkina Faso

Hier geht es zu der Studie  

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