· Naturefund-Landbrief

Apfelschatz auf der Streuobstwiese

Young, green apple Photo: Naturefund

Das Projekt Streuobstwiese ist endlich offiziell gestartet und hofft auf viel Unterstützung.

In Gummistiefeln zur Eröffnung

Liebe Patin, lieber Pate,

am 25. September haben wir offiziell das Streuobstwiesen-Projekt mit der HGON, der Presse, dem Kreisausschuss und dem Ortsvorsteher von Steeden eröffnet. Gemeinsam sind wir mit Gummstiefeln und wetterfester Kleidung zur Streuobstwiese gewandert. Zahlreiche Artikel über das Projekt erschienen und viele neue Patenschaften sorgten für die Sicherung dieses Lebensraums.

Pomologie auf der Obstwiese

Besonders spannend waren die Ergebnisse einer Pomologin, welche die Obstbaumbestände auf unserer Wiese untersucht hat. Falls Sie nicht genau wissen, was eine Pomologin ist, seien Sie unbesorgt, wir von Naturefund wussten es auch nicht. Pomologie ist übersetzt das Wissen und die Kenntnis von der Obstbaukunde.

Wie entsteht ein neuer Obstbaum?

Bestimmte und bekannte Obstsorten werden nicht durch Samen weiter verbreitet, sondern nur durch das Propfen. Dabei wird ein Zweig eines Obstbaumes auf den Stamm eines andere Obstbaumes gepropft, genauer auf einen Knotenpunkt wie zum Beispiel eine Astgabelung gesetzt, in der Hoffnung, dass der Zweig anwächst. Tut er das, entsteht ein neuer Obstbaum mit der gewünschten Sorte.

Erhalt alter Obstsorten

Das Wissen um die Geheimnisse des Obstbau sind uralt, doch im 18. und 19. Jahrhundert wurde die pomologischen Forschung vor allem in Frankreich und Deutschland populär. Während es früher um die Neuzüchtung schmackhafter Sorten ging, beschäftigen sich Pomologie heute hauptsächlich mit dem Erhalt alter Obstsorten, die nicht in den Mainstream von Granny Smith, Boskop oder Braeburn passen und doch oft köstlich sind.

Alte Apfelsorte Winter Goldparmäne

Mit diesem Ziel untersuchte die Pomologin Adams die Obstbäume auf der Wiese. Die Obstbäume wurden zunächst kartiert. Anschließend wurden von jedem Baum Früchte gepflückt und Farbe, Kern sowie Geschmack überprüft. Insgesamt wurden 21 Bäume bestimmt. Bei einigen konnten die Sorten sofort festgestellt werden, andere wurden erst im Labor mit Sicherheit bestimmt. Dabei gab es eine kleine Sensation: Auf unserer Wiese steht eine Apfelbaumsorte, die es bereits im 17. Jahrhundert, evtl. sogar schon im 14. Jahrhundert gab: Die Winter Goldparmäne.

Folgende andere Apfelsorten haben wir gefunden, um nur einige zu nennen:

Goldrenette von Blenheim ca. 1800

Jakob Lebel um 1825

Landsberger Renette, Mitte des 19.Jahrhunderts

Weißer Klarapfel bereits vor 1852

Kaiser Wilhelm schon vor 1864

Schöner von Boskoop ca. 1856

Grünapfel, eine Regionalsorte Westerwald/Taunus

Geheimrat Dr. Oldenburg um 1897 ist eine Züchtung aus Geisenheim


Herzliche Grüße
Ihr Naturefund-Team

Landbrief abonnieren

Protect Nature

Support Naturefund and protect nature!

Naturefund e. V.
Karl-Glässing-Straße 5
65183 Wiesbaden

+49 611 504 581 011
info(at)naturefund.de

Jetzt spenden

Registriert beim Registergericht Wiesbaden, VR 3739

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE 293241718

Freistellungsbescheid: Als gemeinnützige Körperschaft
befreit von der Körperschaftssteuer gem. §5 Abs.1 Nr.9 KStG
unter der Steuernummer 43/250/76281.

Ihre Spende an Naturefund kann steuerlich abgesetzt werden.