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Wald ist nicht gleich Wald

Ein typischer Forst
Foto: Pixabay

In Deutschland wurden von 1965 bis 2017 insgesamt 53.607 Hektar gerodete Waldflächen wiederaufgeforstet. Auch aktuell rechtfertigen RWE und der Frankfurter Flughafen ihre Rodungen durch Wiederaufforstungen. Doch sind neue Wälder ein nachhaltiger Ersatz? Was sind die Probleme und was die Lösung?

Einen Forst kann man pflanzen, einen Wald nicht

Die Wiederaufforstung eines Waldes bedeutet einen kompletten Neustart. Oft werden großflächige Plantagen nur einer einzigen Baumart gepflanzt, welche schnell wachsen und viel Kohlenstoff aufnehmen. Das Problem dabei ist, dass dabei mehrere Entwicklungsphasen der Waldentwicklung überholt werden und sich somit viele wichtige Insekten und Tierarten dort nicht ansiedeln. Die alle zur selben Zeit und dicht gepflanzten Bäume verursachen zudem über Generationen hinweg eine unnatürlich starke Verschattung des Bodens. Die Folgen daraus sind eine extreme Arten- und Strukturarmut. Um die Funktionen eines Waldes zu reproduzieren, reicht es demnach nicht einfach neue Bäume zu pflanzen, denn sie unterscheiden sich vor allem unterirdisch von natürlichen Wälder.

Wiederaufforstung nach Kohleabbau

Nach dem Kohleabbau entsteht durch abgebaggerte Sedimente bei Luftkontakt Schwefelsäure. Damit in diesen Gebieten überhaupt etwas wachsen kann, werden die Oberflächen mit Kalk neutralisiert. Diese Neutralisierung ist jedoch nur bis zu 0,5 Meter möglich. Darunter sind die Böden noch versauert, was eine tiefe Wurzelbildung verhindert. Die Folge daraus ist, dass das Sickerwasser nicht genügend gefiltert werden kann und dadurch mit Schwefelsäure auf das Grundwasser trifft. Zudem sind solche Böden oft instabil, denn bei Anstieg des Grundwassers können Teile dieser Wälder leicht abrutschen.

Natürliche Lösung

Um natürliche Wälder wieder aufzubauen, braucht es langfristigere Methoden, als die die derzeit angewendet werden. Anstatt in kurzer Zeit zu versuchen, einen Forst zu erstellen, braucht ein natürlicher Wald Zeit, um sich selbst zu regenerieren. Ohne künstliche Düngung oder Säureabpufferung braucht die Entstehung eines Waldes zwar länger, es entsteht jedoch ein natürlicher Wald, in dem die Artenzusammensetzung ganz anders ist als die in einem gepflanzten Wald. Deswegen sollten Waldsysteme so wiederaufgeforstet werden, dass dabei natürliche Funktionen des Ökosystems wiederhergestellt werden.

 

Unsere natürliche Lösung: Dynamischer Agroforst

Naturefund widmet sich deshalb schon seit längerer Zeit dem Dynamischen Agroforst. Der Dynamische Agroforst ist eine Aufforstungs- und Anbaumethode, die in kurzer Zeit zur Wiederbewaldung führt. Die Methode nutzt und verstärkt natürliche Prinzipien und kann auf fast jedem Boden angewandt werden. Dabei wird Vielfalt groß geschrieben: Neben langlebigen Obstbäumen stehen Nutzpflanzen und Bodenverbesserer, wie Erbsen oder lokal vorkommende Pflanzen, dicht nebeneinander. Neben dem Aufbau von naturwaldähnlichen Systemen mit einer hohen Biomassestruktur, liefert der Dynamische Agroforst eine Vielzahl von Produkten für Menschen und Tiere. Deshalb arbeitet Naturefund in seinen Projekten in Bolivien, Madagaskar und Honduras mit Kleinbauern zusammen, welche diese Technik anwenden.

 

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