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Streuobstwiese für Schmetterlinge und Co.

Ein Schachbrett auf einer Distelblüte Foto: Dr. H. Fried

Häufige Besucher auf dem Halbtrockenrasen der Streuobstwiese sind zahlreiche Schmetterlinge. Sie suchen im Verlauf des Tages verschiedene, räumlich getrennte Strukturen auf. So einen vielfältigen und reich strukturierten Lebensraum bietet diese Streuobstwiese.

Schmetterlingswiese

Eine der auffälligsten Schmetterlingsarten auf der Streuobstwiese ist der Admiral. Er ist im Spätsommer und Frühherbst vor allem auf Fallobst wie Äpfel, Birnen und Zwetschgen anzutreffen. Dort saugen manchmal Dutzende Falter an den aufgeplatzten Früchten, um sich für die lange Reise in den Süden zu stärken. Admirale ziehen in der Regel im Oktober in ihre Überwinterungsgebiete nach Südeuropa. Im folgenden Frühjahr kommen sie dann wieder zurück, um sich fortzupflanzen.

Ebenso sind Tagpfauenauge, Zitronenfalter, Brombeerzipfelfalter, Schachbrett, Distelfalter, Senfweißling, Ochsenauge, C-Falter, Kleiner Heufalter, Landkärtchen, Schwalbenschwanz, Aurorafalter und viele andere Schmetterlinge zu beobachten. Sie werden von dem reichen Nektar- und Pollenangebot angezogen. Im Spätsommer und Herbst saugen sie dann den vergärenden Saft heruntergefallener Früchte.

Manche Arten benötigen verschiedene Biotope

Schmetterlinge stellen komplexe Ansprüche an ihren Lebensraum. Je nach Entwicklungsstadium von Ei, Raupe, Puppe und Falter benötigen einige Arten verschiedene Biotope. Die Raupen des Kaisermantels entwickeln sich zum Beispiel nur in aufgelockerten Waldbereichen. Die erwachsenen Tiere hingegen fliegen auf benachbarte Magerwiesen, um Nektar zu saugen.

Der Schachbrettfalter ist ebenfalls auf der Streuobstwiese häufig anzutreffen. Er ernährt sich als ausgewachsener Schmetterling bevorzugt von Korbblütlern wie Flockenblumen und Disteln. Seine Raupen fressen sich wiederum an verschiedenen Grasarten satt. Nur in ungemähten Wiesen am Boden legen die Weibchen ihre Eier ab. Deshalb wird die Streuobstwiese in Steeden erst im Herbst gemäht.

Der Schwalbenschwanz liebt Fenchel

Am Rand der Streuobstwiese sind besonnte Brennnesselbestände. Hier stehen die Chancen gut, dass die Raupen von Kleiner Fuchs, Admiral, C-Falter und Landkärtchen an ihrer bevorzugten Futterpflanze anzutreffen sind. Das im Frühjahr blühende Wiesenschaumkraut ist beim Nachwuchs des Aurorafalters sehr beliebt. Und Wilde Möhre, Wiesen-Kümmel oder Fenchel sind bei den Raupen des Schwalbenschwanzes die Hauptnahrungspflanzen.

Viele Tagfalterarten, dazu gehören auch die genannten Schmetterlinge, suchen im Verlauf des Tages verschiedene, räumlich getrennte Strukturen auf. Gerade Schmetterlinge sind oft wenig mobil und auf kleinräumige Bereiche angewiesen. Dies bietet die Streuobstwiese in Steeden optimal an. Auch die zeitlich gestaffelte Mähtermine sowie Altgrasstreifen wirken sich positiv auf die vielen Populationen der Schmetterlinge aus.

Reiches Nahrungsangebot für viele Arten

Das Vorkommen einzelner Arten ist neben dem Nahrungsangebot auch von anderen Standortbedingungen wie Klima sowie von der Vernetzung der Streuobstwiesen mit anderen Biotopen in der Region abhängig. Auch hier ist die Fläche in Steeden prädestiniert, da sich Wald, andere Wiesen, Gewässer und kleine Gehölze in unmittelbarer Umgebung befinden.

Weitere interessante Bewohner sind die Kurzflügelschrecken wie beispielsweise der Wiesengrashüpfer, der in der Streuobstwiese in Steeden sehr häufig vorkommt. Das Grüne Heupferd, eine der größten Arten in Mitteleuropa, lebt als Larve hier.

Streuobstwiesen bieten vielfältigen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft. Doch leider prägen sie immer seltener das Landschaftsbild. Deshalb ist es wichtig, Streuobstwiesen, wo immer die Möglichkeit besteht, zu kaufen und zu schützen.

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