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Pilotprojekt: Rinder für den Klimaschutz

Foto: Naturefund

Naturefund testet neues Beweidungsverfahren für Humusaufbau und Artenvielfalt

von Ulrike Bauer

Vier Kühe und ein Kalb erwartet die Naturschutzorganisation Naturefund aus Wiesbaden in diesen Tagen. Es sind Tiere einer der ältesten und gleichzeitig einer der sehr bedrohten Haustierrassen in Europa, die Murnau-Werdenfelser. Mithilfe der robusten und vielseitig einsetzbaren Rinder soll festgestellt werden, wie ein ganzheitliches Weidemanagement zum Natur- und Klimaschutz beitragen kann.

Ganzheitliches Weide-Management


„Über den Winter werden wir die kleine Herde in einem Stall in Breckenheim halten und uns aneinander gewöhnen, im Frühjahr kommen sie dann auf die Weide“, erklärt Katja Wiese von Naturefund. Doch im Unterschied zu herkömmlicher Beweidung, bei der die Kühe über längere Zeit auf einer größeren Fläche stehen, sollen die Murnau-Werdenfelser von Naturefund in großer Dichte nur kurz eine Stelle beweiden und dann bereits nach einem halben bis einem Tag wieder auf einer anderen kleinen Fläche grasen. „Der Vorteil ist: Die Tiere fressen das Gras nicht komplett kurz, und wenn es höher stehen bleibt, bleibt auch die Feuchtigkeit auf der Weide und die Pflanzen wachsen stärker nach“, ist Wiese überzeugt. Zusätzlich würden die Kühe das Gras zum Teil niedertreten, sodass es wie eine kühlende Mulchschicht wirkt. Gerade bei heißen und trockenen Sommern so wie in den vergangenen Jahren könnte das dazu beitragen, dass die Weiden nicht verdorren und die Tiere auch ohne Zukauf genügend Futter haben. 
Viele Erfahrungen zu der Methode gibt es in Europa noch nicht, betont Wiese, weshalb der Einsatz der Tiere auch wissenschaftlich begleitet werden soll.

Klimaschutz mit Kühen: Ein Widerspruch?

Zum einen geht es um die Frage, ob man mit der Methode der ganzheitlichen Beweidung den Humusaufbau fördert. Das wäre ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz, da Humus ein enormer Kohlestoffspeicher ist. Zum anderen soll geprüft werden, ob sich die Artenvielfalt auf den Weiden erhöht und dafür die Insektenmasse im Dung der Tiere auf der Weide untersucht werden. 
Schließlich geht es auch darum festzustellen, ob die Rinder in die Nutzung von Streuobstwiesen zu integrieren sind. Eine früher durchaus übliche Mehrfachnutzung der Streuobstwiesen, die über den reinen Obstanbau hinausgeht, könnte auch eine Chance sein, die Pflege dieser Wiesen rentabler zu machen. 

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