· Naturefund Projektgrunddaten

Grunddaten: Artenreiche Magerwiese im Taunus erhalten

Täler von Wälder im Taunus<br>Foto: Dr. H. Fried

Naturefund will eine artenreiche Magerwiese im Krebsbachtal im Taunus erhalten. Der eindrucksvolle Neuntöter findet hier ideale Bedingungen und kommt im Krebsbachtal zahlreich vor.

Natur im Mittelgebirge erhalten

Das Gebiet, dass wir diesmal für die Natur kaufen wollen, ist mit 7.898 m² mehr als einen dreiviertel Hektar groß und liegt mitten im FFH-Gebiet „Krebsbachtal bei Ruppertshain“.

Es ist eine magere und artenreiche Wiese, die es vor 20 bis 30 Jahren noch überall gab. Doch solche Wiesen sind mittlerweile sehr selten geworden. Überall wurden und werden sie umgebrochen oder aufgedüngt, was zu einem Verschwinden vieler Pflanzenarten führt.

Mosaik aus verschiedenen Biotopen

Nur dem Einsatz von Naturschützern und -schützerinnen, allen voran unserem Partner in diesem Projekt, der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), ist es zu verdanken, dass im Krebsbachtal auf gut 84 Hektar eine vielfältige Naturlandschaft erhalten blieb.
Wiesen, alte Streuobstbäume, Hecken und kleine Gewässer wechseln sich ab.

Es ist ein Mosaik aus verschiedenen Biotopen, das Lebensraum für zahlreiche seltene und bedrohte Tiere und Pflanzen bietet, wie zum Beispiel dem Neuntöter.

Grunddaten Projekt

Lage

Kelkheim - zwischen Fischbach und Ruppertshain im Vordertaunus auf 280 m ü. NN, Hessen.

Größe

4.217 m²

Tierwelt

Neuntöter, Grünspecht, Mittelspecht, Feldhase, Wiesengrashüpfer, Sumpfschrecke, Große Goldschrecke, Zweifarbige Beißschrecke, Nachtigallengrashüpfer, Dunkler und Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Kleiner Heufalter, Mädesüßperlmutterfalter, Kleiner Feuerfalter Großes Ochsenauge, Goldene Acht.

Pflanzenwelt

Glatthafer, Wiesenlabkraut, Wiesenglockenblume, Großer Wiesenbocksbart, Feldhainsimse, Frühlingssegge, Gemeines Ferkelkraut, Geflecktes Johanniskraut, Knollen-Hahnenfuß, Echtes Labkraut, Zittergras, Knöllchen-Steinbrech, Färberginster, Heilziest, Färberscharte, Trifthafer, Kleiner Wiesenknopf, Wiesenschlüsselblume, Berg-Lungenkraut.

Besonderheit

Magere artenreiche Mähwiesen sind ausgesprochen selten geworden. Sie repräsentieren einen Wiesentyp, der in diesem Teil des Vordertaunus noch vor wenigen Jahrzehnten allgegenwärtig war, aber heute vielfach aus dem Bild der Landschaft verschwunden ist.

Mit dem Verschwinden dieses Wiesentyps sind auch zahlreiche seltene Arten zurückgegangen oder gänzlich ausgestorben. Die im Krebsbachtal noch vorkommende Vegetationsvielfalt sucht im Taunus ihresgleichen und macht das Gebiet daher so wertvoll.

Geschichte

Das Krebsbachtal bei Ruppertshain ist eine alte Kulturlandschaft. Äcker und Grünland waren in den Talauen vorherrschend. Seit 1900 wurde zunehmend auch Streuobst angebaut. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden die Flächen jedoch zunehmend intensiv genutzt.

Bereits Mitte der 1980er Jahre setzte sich die HGON für den Erhalt dieses einzigartigen Naturraumes im Krebsbachtal ein – mit Erfolg. 1992 wurde es als Naturschutzgebiet ausgewiesen und 2001 als FFH-Gebiet an die Europäische Union gemeldet.

Der Kauf von Flächen ist ein weiteres wichtiges Instrument, um sicherzustellen, dass die Lebensraumvielfalt naturnah gepflegt und dauerhaft für die Natur geschützt wird.

Partner

Die HGON e. V. ist der Partner von Naturefund. Sie wird als Eigentümerin die Fläche langfristig hüten und erhalten.

Betreuungskonzept

Die Fläche soll wie bisher durch einen ortsansässigen Landwirt 1-2 mal im Jahr gemäht werden. HGON-Mitglieder vor Ort sind ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuer für das Krebsbachtal und schauen regelmäßig nach dem Rechten.

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