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Der Rothirsch

Röhrender Rothirsch Foto: Dr. H. Fried

Es ist eine archaische Stimmung, wenn im September die röhrenden Rothirsche durch den alten Laubwald in der Hohen Schrecke ziehen. Alles scheint zu passen, die beginnende, herbstlich melancholische Waldstimmung, die vom Sturm umgeworfenen dicken übereinander liegenden Stämme, dazwischen das Röhren der Hirsche. Doch es ist das Bild der Menschen. Die Heimat des Rotwildes ist ursprünglich eine offene und halboffene Landschaft mit Steppencharakter.

Steppentier Rothirsch

Der waldgeprägte Lebensraum des Rotwildes in Mitteleuropa zeigt vor allem die Anpassungsfähigkeit der Art. Rotwild meidet dicht besiedelte Bereiche und kommt sowohl mit steppenartigen Landschaften wie auch mit Laub- oder dichten Nadelwäldern klar. Er lebt in den kalten Hochlagen der Gebirge, in den feuchten Flussauen bis hin zu den heißen und trockenen Tiefebenen in Europa.

Seine Anpassungsfähigkeit führt sogar dazu, dass die eigentlich arttypischen ausgedehnten Wanderungen zwischen Sommer- und Wintereinstand nicht mehr stattfinden.

Landschaften fernab der Menschen bevorzugt

Rotwild bevorzugt Landschaften fernab der Menschen. Dies gilt besonders im Winter, wenn der Hirsch seinen Stoffwechsel auf Sparflamme umstellt und mit seiner Energie haushalten muss. Dann lebt er auch in der Hohen Schrecke am verstecktesten.

Wer die Tiere jetzt sucht, stört sie in ihrem „Winterquartier“. Der Stoffwechsel wird wieder angeheizt, die Tiere werden hungrig und beginnen in weit größerem Ausmaß die Bäume zu schälen, als ohne Störung.

8 und 20 Kilo Raufutter am Tag

Aufgrund des Schälens von Bäumen und des Verbisses steht das Rotwild in schlechtem Ruf. Rotwild braucht neben dem Grünfutter auch Raufutteranteile, insgesamt zwischen acht und zwanzig Kilo pro Tag. Der Raufutteranteil, z. B. in Form von Baumrinde, ist dabei lebenswichtig.

Aber Verursacher des vermeintlich schlechten Rufes des Rothirsches sind wir Menschen, indem wir überhöhte Rotwildbestände heranziehen. Nur überhöhte Rotwildbestände richten Schaden an. Ein gezielte und maßvolle Jagd kann dies verhindern.

Hohe Schrecke zukünftig mit 2.000 ha Wildnis-Waldflächen

Rotwild braucht wie viele andere Tierarten störungsfreie Areale in seinem Lebensraum. Diese störungsfreien Räume müssen ausreichend groß sein, damit der Rhythmus zwischen Äsungs- und Wiederkauperioden eingehalten werden kann, auch am Tage.

Im Waldgebiet der Hohen Schrecke sollen auch deshalb 2.000 Hektar Wildnis-Waldflächen entstehen, in die wir Menschen nur selten gelangen. Dazu ist ein angepasstes Besucherlenkungssystem mit einem vollkommen beruhigten und einem für die touristische Nutzung erschlossenen Bereich geplant. Neben dem Rotwild brauchen auch wir Menschen den Wald, um zum Beispiel im Herbst oder in der Dämmerung die großen Tiere in diesem urwaldähnlichen Laubwald zu erleben.

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