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Warum der Regenwurm so wichtig für unsere Erde ist

Der Regenwurm ist wichtig für unsere Erde
Foto: Pixabay

Es gibt nicht unbedingt den einen Regenwurm, sondern allein in Deutschland gibt es 47 verschiedene Arten und weltweit sogar über 3.000. Einige stehen dabei bereits auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht. Dabei ist der Regenwurm lebenswichtig für unseren Planeten.

Der Tau- und der Kompostwurm

Der Tauwurm und der Kompostwurm sind dabei die bekanntesten hier. Der Tauwurm kann 12-30 cm groß sein. Er lebt in Wiesen, Gärten und Obstanlagen. Er kann bis zu drei Meter tiefe Gänge graben und durchwühlt den Boden intensiv. Der Kompostwurm hingegen ist wie sein Name schon sagt ausschließlich in Komposthaufen zu finden, denn er braucht zum Überleben Erde, die sehr reich an organischem Material ist. Mit seinen 4-14 cm ist er auch deutlich kleiner als der Tauwurm.

In einem Quadratmeter Boden wohnen durchschnittlich 100 Regenwürmer. Die Würmer mögen feuchten und lockeren Boden. Dabei spielt der pH-Wert eine wichtige Rolle. Dieser darf nicht niedriger als 3,5 sein, denn die Säure kann den Schleimmantel zerstören, welchen den Wurm umgibt. Auch Wärme ist schädlich für die Regenwürmer. Das Optimum liegt so zwischen 10-15 Grad Celsius. Das ist auch der Grund, warum sie im Frühjahr und im Herbst am aktivsten sind. Im Sommer und im Winter, wenn es entweder zu trocken oder zu kalt ist, graben sie sich in die Erde und machen einen Sommer- bzw. Winterschlaf.

Vorteile durch den Regenwurm im Garten

Der Regenwurm bringt im Garten viele Vorteile: Er gräbt um, kompostiert altes Laub und düngt mit seinem nährstoffreichen Kot den Garten. Aufgrund des ständigen Grabens belüftet der Wurm den Boden und schichtet Nährstoffe von unten nach oben.

Wenn in einem Boden viele Regenwurm-Gänge vorhanden sind, staut sich keine Nässe, sondern die Erde saugt den Regen auf wie ein Schwamm. Auch Pflanzenwurzeln und wichtige Bodenorganismen haben es in lockerem Boden leichter. Auf wurmlosen Äckern hingegen steht das Wasser nach einem kräftigen Regen oder das Wasser hat die Erde weggespült und bachartige Rinnen in den Acker gegraben.

Regenwürmer sind bedroht

Mehr als 50 % der 47 Regenwurmarten in Deutschland sind mittlerweile auf der Roten Liste des Bundesamts für Naturschutz. Darum warnen die staatlichen Naturschützer Landwirte vor einem Verlust der Regenwurmvielfalt in den wirtschaftlich genutzten Böden. In Hinsicht auf die Artenzahl, Abundanz und Biomasse sind auf deutschen Ackerstandorten die Regenwürmer verarmt.

Warum Regenwürmer so wichtig sind

Auch für Tiere ist der Regenwurm ein Grundnahrungsmittel. Igel, Amseln und Dachse ernähren sich und ihren Nachwuchs im Frühjahr ausschließlich mit Regenwürmern. Durch ihre 20 % an Proteinen und 8 % Fett sind sie reich an lebensnotwendigen Stoffen und zusätzlich leicht zu fangen. Somit hängt das Überleben von anderen Tierarten auch vom Regenwurm ab.

Doch auch für den Menschen ist der Wurm von Bedeutung. Denn das Ökosystem, welches sie unter Wiesen und Ackern schaffen, ist für die Landwirtschaft genauso bedeutend wie die Bestäubungen von Bienen, Hummeln und Fliegen im oberirdischen Ökosystem.

Das bedeutet: je mehr Regenwürmer im Boden graben, desto produktiver ist der Ackerboden.

Welche Maßnahmen werden getroffen?

Roswitha Walter erzählt in Vorträgen und Schriften was bayerische Landwirte für die Würmer zu tun haben: Nicht hacken, wenig pflügen, nicht mit schweren Maschinen über Acker und Wiese fahren, Pflanzen das ganze Jahr über auf der Fläche lassen, organisch düngen, Humus aufbauen und somit für ausreichend Futter für die Regenwürmer sorgen.

Regenwürmer und die anderen kleinen Tierchen im Boden sorgen im Zersetzungsprozess dafür, dass Nährstoffe wie Nitrat, Magnesium, Phosphor aus den abgestorbenen Pflanzen wieder in den Boden gelangen und für die nächste Generation der Pflanzen sorgen.

Das Nitratproblem

Aber ohne die Bodentiere bleiben die Stickstoffverbindungen für Pflanzen unerreichbar. Sie können ihn nicht aufnehmen. Dabei ist Stickstoff neben Licht und Wasser ein Grundstoff für den pflanzlichen Wachstum. Wenn der Stickstoff liegen bleibt, weil Pflanzen ihn nicht mit den Wurzeln aufnehmen und in den Zellen binden, entsteht mit Sauerstoff das giftige Nitrat. Der Regen spült die Nitratverbindungen in Flüsse, Seen oder ins Grundwasser. Der menschliche Körper wandelt Nitrat zu Nitrit, welches unter anderem den Sauerstofftransport im Blut behindert.

Deutschland hat massiv mit dem Nitrat zu kämpfen, aufgrund der vielen Gülle die Landwirte aus der Massentierhaltung auf Äckern und Wiesen versprühen. Deswegen hat die EU Deutschland verwarnt und aufgefordert, die Nitratgrenzwerte im Grundwasser endlich einzuhalten.

Aus diesem Grund hat der Europäische Gerichtshof die deutsche Bundesregierung im Juni 2018 verurteilt, den Nitratgehalt im Grundwasser zu senken und sollte dies weiterhin missachtet werden, droht eine Strafe von 850.000 Euro am Tag. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) haben daher ein paar Vorschläge an die EU geschickt, mit der das Nitrat-Problem gelöst werden soll.

Ohne Regenwürmer wird das nichts, denn sie verdauen bis zu einem für sie erträglichen Maß auch die Fäkalien aus der Massentierhaltung.

Quellen:

https://www.welt.de/wissenschaft/article168699705/Der-Regenwurm-stirbt-aus.html

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/sonstige-arten/02265.html

https://taz.de/Gefaehrdete-Artenvielfalt/!5634995/

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