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Der Klimakiller Palmöl

Ölpalme
Foto: Pixabay

Jeden Tag werden rund 20 km² Regenwald abgeholzt, was einer Fläche von ca. 2.800 Fußballfeldern entspricht. Pro Stunde geht man von einer Fläche von ca. 100 Fußballfeldern aus. 
Vor allem die Regenwälder in Indonesien sind von der Abholzung betroffen. Dort werden für den Anbau von Ölpalmen Bäume gefällt, wodurch eine enorme Menge an Treibhausgasen freigesetzt wird. Eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne zeigt nun, dass bei der Abholzung von Regenwäldern noch mehr Kohlendioxid freigesetzt wird als bisher vermutet. 

Warum das Abholzen der Regenwälder so verheerend ist

Die Regenwälder in Indonesien sind oft auf Torfmoorböden gewachsen. Die Torfschicht erstreckt sich über mehrere Meter in die Tiefe und speichert Kohlendioxid. Werden nun die Wälder abgeholzt und der Boden entwässert, wird das gespeicherte CO2 wieder frei und an die Umwelt abgegeben. Die globale Urwaldzerstörung verursacht so rund 20 % aller Treibhausgas-Emissionen und beschleunigt so den Klimawandel.

In den letzten 20 Jahren hat sich die Fläche der Palmöl-Plantagen mehr als verzehnfacht und dementsprechend viele Bäume und Wälder wurden dafür abgeholzt, sodass eine große Menge an CO2 freigesetzt wurde. Geplant sei sogar eine Ausdehnung auf ca. 20 Millionen Hektar, was der Fläche Bayerns entspricht und fatale Folgen für unser Klima hätte.

Palmöl-Anbau gefährdet Orang-Utans, Tiger und weitere Tiere

Nach Angaben von Biologen leben rund die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten in tropischen Regenwäldern. Davon kommen einige Arten ausschließlich in diesen vor und sind durch das Abholzen der Wälder vorm Aussterben bedroht. Zu diesen bedrohten Tieren gehören unter anderem der Sumatra-Tiger, das Java- Nashorn und der Orang-Utan. 

Durch die die Zerstörung des Regenwaldes verbrennen manche Tiere, andere werden verdrängt oder verhungern auf der Suche nach Futter. 

Wenn sich nichts an der aktuellen Situation ändert, ist davon auszugehen, dass in fünf bis zehn Jahren durch das Geschäft mit Palmöl keine der drei vorhandenen Orang-Utan-Arten mehr existieren wird. 

Die Zukunft der Orang-Utans, deren Erbgut zu 97 % dem Erbgut eines Menschen gleicht, ist zum Großteil wegen der Regenwald-Rodung für Palmöl, aber auch durch Wilderei, Bergbau und Wasserkraftwerke unsicher. 

Wo steckt Palmöl eigentlich überall drin?

Aus den Ölpalmen wird das Palmöl gewonnen, welches in vielen unserer täglich verwendeten Produkte vorhanden ist. Nach wie vor ist die Nachfrage nach Palmöl hoch. Im Jahr 2017 führte die EU rund 7,7 Millionen Tonnen des Öls ein. Betrachtet man die vergangenen neun Jahre, erkennt man, dass sich die Importe aus den tropischen Anbauländern, wie Indonesien und Malaysia von 825.000 auf 3,8 Millionen Tonnen erhöhten. 

Neben Schokolade, Margarine und anderen Lebensmitteln steckt das Öl auch in Kerzen, Reinigungsmitteln und in Kosmetika, wie Bodylotion oder Lippenstiften. Auch in dem sogenannten „Biosprit“ ist das Palmöl vorhanden. Oft ist für Verbraucher nicht zu erkennen, dass in den Produkten Palmöl enthalten ist, da es oft nur als „pflanzliches Öl“ getarnt ist – trotz der Kennzeichnungspflicht. 

Es gibt auch eine gute Nachricht: 

Viele Nahrungshersteller haben sich verpflichtet ausschließlich nachhaltiges Palmöl für die Produkte zu verwenden. Für dieses würden keine Primärwälder gerodet. Der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO), ein Zusammenschluss aus Bauern, Händlern, Produzenten, Banken sowie Nichtregierungsorganisationen, vergibt Siegel für zertifiziertes Palmöl. 20 % der globalen Produktion erhielten den Stempel bereits, so heißt es auf der RSPO-Homepage. 

 

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