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Auch den Walen wird es zu heiß

Wale auf der Suche nach Nahrung Foto: Naturefund

Der fortschreitende Klimawandel gefährdet viele bedrohte Walarten zusätzlich. Besonders betroffen sind die wandernden Walarten der südlichen Erdhalbkugel, die in Kaltwasserregionen ihre wichtigsten Nahrungsquellen haben.

Auf der Suche nach Krill

Liebe Leserin, lieber Leser,

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sagen voraus, dass durch die zu erwartende Klimaerwärmung bis zum Jahre 2042 das Eis im Südpolarmeer um bis zu 30 Prozent verringern wird. Die Wale werden dann um bis zu 500 Kilometer weiter Richtung Pol wandern müssen, um ihre wichtigen Krill-Nahrungsgebiete zu finden.

Betroffen seien auch die letzten eintausend Blauwale - die größten Tiere der Erde. Auch die gefährdeten Buckelwale sind betroffen. Dabei beginnt sich diese Walart gerade erst von der intensiven Jagd zu erholen, die im vergangenen Jahrhundert auf sie gemacht wurde.

Ohne Krill stirbt der Wal

Die großen Bartenwale ernähren sich hauptsächlich von Krill, kleinen Krebstieren, die sie aus dem Wasser filtern. Krill wiederum braucht nährstoffreiches, kaltes Wasser mit Meeresalgen und anderem Plankton - ohne sie stirbt der Krill. Mit dem Krill bricht jedoch die Lebensgrundlage für viele Wale, aber auch für Robben, Pinguine, Wasservögel und zahlreiche Fischarten weg.

Mehr Meeresschutzgebiete gefordert

Naturschutzorganisationen fordern die IWC-Staaten auf, das Klima auch um der Wale willen mit entschlossenen Maßnahmen zu schützen. Zudem müssen alle anderen Bedrohungen - Walfang, Beifang, Meeresverschmutzung und vieles mehr – entschlossen bekämpft werden.

Gleichzeitig wird es als skandalös betrachtet, dass eine bedrohte Walart wie den Minkwal für vorgeschobene wissenschaftliche Zwecke von Japan nach wie vor gejagt wird. "Wir brauchen keine von Menschenhand getöteten Wale, sondern Meeresschutzgebiete", sagt WWF-Walexperte Volker Homes.

'Wissenschaftlicher Walfang'

Die Grundlage der IWC ist eine Konvention aus dem Jahre 1946. In Artikel VIII wird den Mitgliedsstaaten der IWC das Recht eingeräumt, sich selbst die Erlaubnis auszustellen, Wale für 'wissenschaftliche Zwecke' zu töten. Dieser Anachronismus - inzwischen gibt es anerkannte und einfache Methoden, Wale wissenschaftlich zu untersuchen, ohne sie zu töten - wird derzeit von Japan genutzt, um hunderte Wale zu jagen und ihr Fleisch offen auf den Markt zu bringen.

Abnehmer für Walfleisch fehlen

Island hat den wissenschaftlichen Walfang Ende 2007 für die aktuelle Fangsaison für beendet erklärt. Norwegen hat Einspruch gegen das Walfangverbot erhoben und jagt ebenfalls Wale. Alle drei Staaten setzen ihre Fangquoten selbst fest. Auch stark bedrohte Arten wie der Seiwal werden getötet.

Japan geht sogar im antarktischen Walschutzgebiet auf Walfang. Zugleich geht der Konsum von Walfleisch immer weiter zurück. Zuletzt landete eine laut Japan unbestellte Lieferung aus Norwegen in staatlichen Kühlhallen, weil die Abnehmer fehlen. Die drei Walfangstaaten betrachten die Waljagd als unveräußerlichen Teil ihrer kulturellen Identität.

Die Lähmung der IWC

Seit Jahren wird auf IWC-Konferenzen nur noch um Mehrheiten geschachert: Überstimmen die Walfangbefürworter die Walschützer? Beide Seiten gehen dafür vor jeder IWC-Tagung auf Stimmenjagd und werben jeweils für Unterstützer. Japan hat bereits vor einigen Jahren öffentlich zugegeben, Entwicklungsländern Geld zu bieten, damit sie in die IWC eintreten und dort für Japans Vorschläge stimmen.

Inzwischen haben beide Seiten einen nahezu identischen Stimmenanteil. Die inhaltliche Arbeit ist fast vollständig zum Erliegen gekommen. Klimawandel, Beifang, Meeresverschmutzung, Lärm, neue Wal-Schutzgebiete - all diese Themen sind in den vergangenen Jahren nicht systematisch angepackt worden. Im vergangenen Jahr hat die IWC beschlossen, nach neuen Wegen für die Konvention zu suchen.

Alle anderthalb Minuten stirbt ein Wal

Alle anderthalb Minuten stirbt ein Wal. Allein in Fischernetzen ertrinken nach WWF-Schätzungen jedes Jahr etwa 300.000 Wale, Delfine und Tümmler, viele Tiere sterben außerdem bei Kollisionen mit Schiffen. Hinzu kommen Umweltgifte, die unter anderem das Immunsystem und die Fruchtbarkeit der Tiere schädigen, sowie die Gefahren, die mit dem Klimawandel verbunden sind.

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