Ausgetrocknetes Wasserbecken in Bolivien vor dem Panorama der Anden
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Dürre und Wasserstress in Bolivien

Laut Vize-Außenminister Freddy Mamani leidet derzeit in Bolivien knapp die Hälfte der 336 Gemeinden unter Trockenheit, die unter anderem die Ernährungssicherheit beeinträchtigt. Auch unser Projektstandort in Cochabamba ist betroffen.

Lebensgrundlage durch Trockenheit bedroht

Bereits seit 2022 sind 168 Gemeinden in neun Departements des Landes von Dürre betroffen – darunter auch unser Projektstandort im Departement Cochabamba. Das Ministerium für Umwelt und Wasser berichtet, dass generell zwischen Dezember 2022 und Januar dieses Jahres der Prozentsatz der von Dürre betroffenen Familien in Bolivien um 374 % auf über 486.000 betroffene Familien gestiegen ist. Und es ist noch kein Ende in Sicht: Laut dem nationalen Wetterdienst wird die Dürre vor allem im Westen des Landes noch mindestens bis Ende des ersten Quartals 2023 anhalten. Der ausbleibende Regen und damit einhergehende Wassermangel beeinträchtigt dabei die landwirtschaftliche Erzeugung stark und wirkt sich somit negativ auf die Ernährungssicherheit aus.

Dürren in Südamerika seit 2019

2023 ist bereits das vierte Jahr seit 2019, in dem die Region mit Trockenheit zu kämpfen hat. Teilweise fielen in diesen Jahren weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlags der letzten Jahrzehnte. Die Folge: Seen und Wasserbecken trocknen aus, Flüsse schrumpfen zu Rinnsalen zusammen und die Ernte verdorrt auf den Feldern. Dramatisch ist dies insofern, als circa 700.000 Kleinbauern in Bolivien in Subsistenzlandwirtschaft leben und mit der Trockenheit auch ihre Nahrungsgrundlage zunichtegemacht wird. Ausgelöst wird die Trockenheit vor allem durch das globale Wetterphänomen La Niña, sowie durch die Abholzung der Wälder und einem damit gestörten Wasserkreislauf. 

Dynamischer Agroforst und der Bau von Wasserbecken als Teil der Lösung

Um die Wasserversorgung bei unserem Projekt in Bolivien zu gewährleisten und so Ernteausfälle möglichst zu vermeiden, unterstützen wir in unserem Projekt in Bolivien Bauernfamilien dabei, Wasserbecken zu bauen. Diese sollen das Wasser während der Regenzeit für die Trockenzeit speichern und so Wasserstress vermeiden. Auch soll dadurch eine stabile Nahrungsmittelproduktion und dauerhafte Einkommensquellen resultieren. Das größte der Becken umfasst 300.000 Liter, wobei mittlerweile mehr als 20 Becken gebaut wurden.

Zudem dient auch die Anbaumethode Dynamischer Agroforst dem besseren Umgang mit Trockenheit. Durch die Pflanzung von Obst- und Forstbäumen auf den landwirtschaftlichen Parzellen mit dichtem Unterbewuchs werden die Wasserinfiltration und der Wasserrückhalt gestärkt. Generell heißt das: Der Boden hält die Feuchtigkeit besser und ist widerstandsfähiger gegenüber Hitzestress.

Helfen Sie uns dabei, mehr Bäume zu pflanzen, Wasserbecken zu bauen und Bauernfamilien bei der Umstellung auf eine nachhaltigere Anbaumethode zu unterstützen!

Baum pflanzen in den Anden Boliviens

 

Quelle:

Agencia boliviana de información