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Die Pflege der Streuobstwiese - Ein unverzichtbarer Bestandteil des Artenerhalts

Äste hängen an einem Baum auf einer Streuobstwiese bei Sonnenaufgang
Foto: Naturefund

Streuobstwiesen: Ein Hotspot der Biodiversität und ein beliebtes Naherholungs- und Rückzugsgebiet. Doch die Bestände dieses Biotops gehen immer weiter zurück. Einer der Hauptgründe: Keine Durchführung von Erhaltungsmaßnahmen. 

Rückgang der Streuobstwiesen

Streuobstwiesen erhalten die Vielfalt an Obstsorten, sind ein Hotspot der Biodiversität und ein prägender Teil der Kulturlandschaft - Kein Wunder also, dass der Streuobstanbau im März diesen Jahres als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde! Doch leider verschwinden die Streuobstwiesen mehr und mehr: Die Biotope gehören auf Bundesebene zu den Lebensräumen, die von einer vollständigen Vernichtung bedroht sind und stehen auf der »Roten Liste gefährdeter Biotoptypen Deutschlands«. Doch was führt zum Verschwinden der artenreichen Biotope? Zum einen werden die Bestände durch Siedlungserweiterungen oder Straßenbaumaßnahmen vernichtet, zum anderen werden Streuobstwiesen aber auch durch intensiv genutzte Obstkulturen ersetzt oder müssen dem Einsatz einer maschinengerechten Nutzung von Grünland weichen.

Was passiert, wenn nicht mehr gepflegt wird?

Eine der Hauptursachen des Rückgangs der wertvollen alten Streuobstwiesen ist jedoch, dass häufig keine Erhaltungsmaßnahmen mehr durchgeführt werden. Die daraus resultierenden Folgen: Die Bäume überaltern und Bestände brechen zusammen, die Wiesen verbuschen oder im Extremfall sogar verwalden. Erfolgt zudem keine Pflege in Form eines Baumschnittes, werfen die Bäume zu viel Schatten auf die Wiesenflächen. Die Folge: Im Schatten können Wildbienen nicht mehr im Boden nisten, Schmetterlingsarten welche besonnte Wiesen besiedeln verschwinden genauso wie Heuschrecken, blühende Wiesenpflanzen fehlen und Ameisen fressende Vögel wie der Wendehals oder der Grünspecht finden zu wenig Nahrung und verlassen die Streuobstwiesen als ihren Lebensraum. 

Sie merken: Der Artenreichtum der Streuobstwiesen wird durch die Kombination des Lebensraums von Grünland und offenem Gehölz gefördert. Unterschiedliche Nutzungszustände, Lücken im Bewuchs und zahlreiche Sonderstrukturen bieten Arten mit den unterschiedlichsten Ansprüchen einen Lebensraum. So können auf Streuobstwiesen Offenlandbewohner und eher waldgebundene Arten sowie Arten mit unterschiedlichen Feuchtigkeits- und Temperaturansprüchen beobachtet werden, welche das reiche Lebensraumangebot der Streuobstwiesen als Dauer-, Teil- oder Durchwanderungslebensraum nutzen. Streuobstwiesen besitzen demnach eine immense Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität! Werden die Wiesen nicht mehr gepflegt, geht auch die Artenvielfalt der Region merklich zurück. 

Misteln - Ein Problem, dem man durch Pflege Herr werden kann

Ein weiteres Problem, weshalb Pflegemaßnahmen an Streuobstbeständen durchzuführen sind, sind Misteln. Bei diesen handelt es sich um Halbschmarotzer. Heißt: Mit ihren Wurzeln verankern sich die Misteln in das Holz anderer Bäume um an Wasser und die darin gelösten Mineralien zu gelangen. Photosynthese betreibt die Mistel hingegen über die immergrünen Blätter selbst. Bei einem starkem Mistelbefall erleidet der Wirtsbaum schwere Schäden. Einzelne Äste oder sogar der gesamte Baum können absterben, des weiteren ist die Windanfälligkeit sowie die Schneebruchgefahr erhöht. Besonders intensiv ist die Verbreitung der Misteln zurzeit auf Apfelbäumen in Streuobstwiesen. Werden die Misteltriebe nicht von den Bäumen entfernt, können sich diese rasant vermehren und bedrohen somit die artenreichen Streuobstbestände, denn gerade schwache und ältere Bäume werden von der Mistel stärker befallen. 

Um die artenreichen Streuobstbestände auch weiterhin pflegen zu können, brauchen wir Ihre Unterstützung! Für 5€ sichern Sie langfristig den Erhalt eines Quadratmeters Streuobstwiese.

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