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Radikale Abholzung für den Sojaanbau

Blick von den grün bewachsenen Anden ins bewohnte Tal
Foto: Naturefund

Mehr und mehr Waldfläche für das genmodofizierte Soja: Bolivien versucht gegen die großen Brüder Argentinien und Brasilien in der globalen Agrarwirtschaft mitzuhalten. Die Kosten-Nutzen-Analyse lässt die Umwelt außen vor.

Aktuell wird auf 70 Prozent der Agrarfläche Boliviens Soja angebaut. Diese Vormachtstellung entwickelte sich Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre, mit dem Schwerpunkt in der Region Santa Cruz. Wurde 1990 dort noch auf 200.000 Hektar Soja angebaut, so erhöhte sich diese Fläche bis zum Jahr 2017 auf 1,263 Millionen Hektar (INE 2018). Seit dem Jahr 2000 ist genmodifiziertes Soja Hauptanbauprodukt.

Das Amazonas Gebiet ist nicht sicher

Da die Nutzpflanze in Brasilien und für tropisches Klima entwickelt wurde, ist sie nicht für den Anbau in Bergregionen geeignet, sondern gedeiht nur in tropischen Gebieten im Osten Boliviens wie der Gran Chiquitania. Derzeit bestehen Pläne für eine Ausweitung des Sojaanbaus ins Amazonasgebiet von Beni. Diese Ausweitung ist damit gleichbedeutend mit fortschreitender Abholzung von Amazonas-Regenwald. Die abgeholzten Flächen werden zum großen Teil dem Sojaanbau gewidmet, aber auch der extensiven Viehhaltung. Diese findet vor allem im Grenzgebiet zwischen dem Regenwald und traditionell landwirtschaftlich genutzten Gegenden statt. Das geht mit Besiedlungen unterschiedlicher Art einher, wie etwa der Menoniten, die sich auch dem Sojaanbau widmen, oder es lassen sich Kleinbauern nieder. Obgleich das Land noch vor einem Jahrzehnt die indigene Kosmovision der "Mutter Erde" verteidigte, ist es heute bereit, unermessbare ökologische Schäden in Kauf zu nehmen, um sich zu den zehn größten Sojaexportländern zu gesellen. Die Alternative, über die sich viele einig sind, wäre der Übergang zu einer nachhaltigen und diversifizierten Landwirtschaft.

Vielfätige Ernte mit DAF

Im Tal von Cochabamba im Hochland von Bolivien leben über einer Million Menschen, welche ihr Trinkwasser und einen Großteil ihrer Nahrungsmittel aus dem Nationalpark Tunari beziehen. Aufgrund von Abholzung und zunehmender Trockenheit im Zuge des Klimawandels versiegen die Wassereinzugsgebiete im Nationalpark zunehmend und die Wasserversorgung wird immer schwieriger. Darüber hinaus führt der landwirtschaftliche Anbau in Monokultur für die Soja-Industrie und hohem Pestizideinsatz zu Bodenerosion. In Folge dessen sind die landwirtschaftlichen Erträge gering und nehmen beständig ab. Naturefund und sein lokaler Partner AGRECOL Andes unterstützen Kleinbauernfamilien im Tal von Cochabamba, auf die nachhaltige Anbaumethode Dynamischer Agroforst (kurz: DAF) umzustellen und damit eine stabile Ernte mit einer Vielzahl von Produkten zu erhalten, wodurch sich das Einkommen und die Ernährungssituation der Familien deutlich verbessern. Darüber hinaus hilft Naturefund bei der Einrichtung von Ausbildungszentren, um diese nachhaltige Anbaumehtode immer mehr Regionen zur Verfügung zu stellen.

Bis heute wurden bereits 148 Kleinbauernfamilien bei der Umsetzung von DAF begleitet, die größere Vielfalt in ihren Parzellen zu managen, so dass sie verschiedene Produkte ernten und ein im Schnitt 100% höheres Jahres-Einkommen haben. Die Abhängigkeit von Preisschwankungen von einem Produkt reduziert sich. Der Einsatz von Pestiziden und Dünger ist kaum noch nötig, wodurch Ihre Ausgaben dafür im Schnitt um 60% pro Jahr sinken. 

Helfen auch Sie dabei Bolivien und seinen Kleinbauern eine nachhaltige Lösung zu erarbeiten. Hier geht es zur Spendenseite. 

Mehr Infos zum Thema "Wie der boomende Sojaanbau Boliviens Umwelt zerstört" Quelle: welthungerhilfe.de ; Autor: Gonzalo Colque; Fundaction Tierra, Bolivien

 

 

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