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Grunddaten: Kiebitzwiese in Hessen

Ein ideales Kiebitzbiotop Foto: Naturefund

Naturefund hat gemeinsam mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e. V. (kurz: HGON) eine Feuchtwiese im Kinzigtal gekauft, um diese wieder in ein artenreiches Kiebitzbiotop zu verwandeln.

Grunddaten Projekt

Lage

Die Fläche zum Schutz des Kiebitz liegt im Main-Kinzig-Kreis umgeben von Feuchtwiesen und mitten in der Langenselbolder Flussaue der Kinzig. In direkter Nachbarschaft befindet sich einer der letzten bekannten Kiebitzbrutplätze in Südhessen.

Der Arbeitskreis Main-Kinzig der HGON hat vor einigen Jahren eine Fläche mit dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen Gelnhausen als Ausgleichsmaßnahme für den Bau A45/A66 erfolgreich als Kiebitzbiotop renaturiert. Die Wiese, die wir jetzt gekauft haben, grenzt direkt an das bestehende Biotop an und dehnt den Lebensraum für den Kiebitz und für viele andere Arten auf insgesamt 3 Hektar aus.

Größe

Die gekaufte Fläche beträgt 9.770 Quadratmeter. Naturefund hat auf 10.000 Quadratmeter aufgerundet, da wir einen Teil der Spenden für die langfristige Betreuung der Fläche nutzen werden.

Tierwelt

Brutvögel: Kiebitz mit 2 bis 4 Brutpaare jährlich und der Weißstorch, der seit 2004 regelmäßig auf der Nistplattform nistet. Früher gab es auch den Großer Brachvogel, zuletzt 1979 gesehen, sowie weitere Wiesenvogelarten: Bekassine, Wiesenpieper, Braunkehlchen, Grauammer, Wachtelkönig. Alle Wiesenvögel sind potentielle Brutvogelarten in dem Gebiet.

Weitere Tierarten sind Rotmilan, Schwarzmilan, Laubfrosch und einige Grünfroscharten.

Pflanzenwelt

Wassergreiskraut, Wiesenknopf sowie auenspezifische Pflanzengesellschaften.

Besonderheit

Die beinahe 1 Hektar große Kiebitzfläche liegt im Landschaftsschutzgebiet „Auenverbund Kinzig“, das eine Gesamtfläche 126 Quadratkilometer umfasst. Die weiträumige, halboffene bis offene Auenlandschaft weist ein ausgeprägtes Bodenrelief auf. Durch dieses Bodenrelief gibt es temporär Senken und Flutmulden, die bei Hochwasser gefüllt werden und optimale Lebensbedingungen für alle Wiesenbrüter bieten, wie den Kiebitz und andere Regenpfeifervögel (Charadriiformes), auch Limikolen oder Watvögel genannt.

Die Flüsse Kinzig und der kleinere Hasselbach durchziehen das Gebiet. Bäume und Sträucher gibt es nur partiell in der Aue, und wenn, sind sie vor allem entlang der Kinzig vorhanden. Derzeit wird das Gebiet überwiegend als Grünland bewirtschaftet. Einige Äcker sind noch in die Wiesenlandschaft eingestreut. In etlichen Flutmulden entwickeln sich Feldgehölze mit einem hohen Weidenanteil.

Partner

Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e. V. (kurz: HGON) ist Partnerin von Naturefund und ist nun Eigentümerin der Fläche. Der Arbeitskreis Main-Kinzig der HGON wird den Kiebitzlebensraum langfristig betreuen.

Betreuungskonzept

Ziel ist es, dem Kiebitz und anderen wiesenbrütenden Vogelarten einen Lebensraum zu bieten, in dem sie während der Rast Nahrung aufnehmen und in der Brutsaison vom März und April eines jeden Jahres ungestört ihre Jungen aufziehen können. Zukünftig soll die Grünlandbewirtschaftung der Fläche stark extensiviert werden. Das bedeutet keinerlei Düngung und nur eine ein- bis höchstens zweischürige Mahd ab Juni.

Zusätzlich angelegte Flutmulden sollen die Nahrungssituation für Wiesenvögel, wie auch für den Storch verbessern helfen. Während der Brutzeit sind kurzrasige und vegetationsfreie Bereiche besonders hilfreich, da die Nahrung für Kiebitzküken durch eine Austrocknung des Bodens oder eine zu dichte Vegetation schnell abnimmt.

Geschichte

Anfangs ermöglichte die landwirtschaftliche Nutzung mit kleinbäuerlicher und extensiver Bewirtschaftung eine starke Ausbreitung der Wiesenvögel in Hessen, wie wir sie bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts beobachten konnten. Die Langenselbolder Kinzigaue ist dafür ein gutes Beispiel. Das Kinzigtal hatte und hat nach wie vor als Brutgebiet sowie als Rast- und Durchzugsgebiet bestandsbedrohter Wiesenvogelarten regionale Bedeutung.

Seit den 1970er Jahren nahmen die Bestände rasant ab. Die Ursachen sind vielfältig: Eine stetig zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft mit starker Düngung, zu frühe Mahdtermine und die rigorose Entwässerung der Wiesen.

Als einzige wiesenbrütende Vogelart wich der Kiebitz zur Brut auf angrenzendes Ackerland aus, während andere Wiesenvögel fast ganz verschwanden. Dies hat aber für den Kiebitz den Nachteil, dass bei den Bearbeitungsgängen der Landwirte regelmäßig sehr hohe Verluste an Gelegen und Jungvögeln auftreten. Der Reproduktionserfolg auf Ackerflächen ist daher zur Populationserhaltung des Kiebitz viel zu gering.

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Zum aktuellen Schutzprojekt

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Mehr über das Biotop Feuchtwiese

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