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EOV-Schulung in England

Einer der Äcker, der hinsichtlich seiner Bodengesundheit geprüft wurde
Foto: Naturefund

Zweieinhalb Tage im Norden von England hatte unsere Geschäftsführerin Katja Wiese die Gelegenheit, noch einmal intensiv in die Monitoring-Methode "EOV" einzutauchen. Anhand von 15 zentralen Indikatoren wird damit der ökologische Gesundheitszustand von Ökosystemen erfasst.

Ökologisches Monitoring in Nordengland

Christopher und Sheila Cooke haben 2016 das englische Savory Hub 3LM gegründet und arbeiten seitdem an der Entwicklung und Verfeinerung der Methode EOV. Zusammen mit Christopher besuchte Katja zwei Farmen in Northumberland. Hier liegt ein grünes, hügeliges Land nahe der Stadt Newcastle. Rechts und links vom River Thyne wechseln sich Weiden und Feldern mit kleinen Wäldchen ab. Viele sind von sorgsam aufgeschichteten Steinwällen oder von grünen Hecken eingerahmt. Hier gibt es sie noch, die Hecken, doch ansonsten sind die Weiden groß: 10 – 15 ha ist keine Seltenheit. Christopher machte darauf aufmerksam, dass beinahe alle Hecken und Wälle gut 30 cm, manchmal 50 cm höher liegen als das Land selbst. Dieser Höhenunterschied zeigt die Erosion an, die durch das Management der Menschen in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten erfolgte. Das erschreckende: 50 cm Erosion macht bei 10 ha einen Verlust von 50.000 Kubikmeter vom Mutterboden.

Besuch der ersten Farm 

Die erste Farm umfasste knapp 280 Hektar. Auch hier gibt es riesige Weiden, wunderschön gelegen und mit einigen wenigen Schafe beweidet - etwa 50 Tiere auf 14 ha. Eigentlich würden diese 14 ha ausreichen, um unsere kleine Kuhherde ein ganzes Jahr zu ernähren. Doch bei der Erhebung der Daten wie Bodenbedeckung, Artenvielfalt, Vorkommen von Zielarten usw., wird sichtbar, warum diese riesige Weide nur so wenige Schafe ernährt – sie ist vollkommen heruntergewirtschaftet. Die meisten Gräser sind bis auf die Wurzel heruntergefressen, viel blanker Boden ist zu sehen, viele abgestorbene Pflanzen. Und das, obwohl die Farm in der Ökoregion Atlantik Nord liegt, eine Ökoregion mit sehr viel Regen.

Auf vielen Weiden herrscht hier das gleiche Bild: Tief abgefressene Gräser, blanker Boden, viele unerwünschte Arten wie z. B. Disteln oder Ampfer. Der Weide geht es nicht gut und den Tieren auch nicht. Viele Schafe haben Durchfall oder sind sichtbar krank. Auch bei den Äckern wird das Bild nicht besser. Kahle, ausgedörrte Böden, kaum Insekten, viel Moos. Und: Der Einsatz von Pestiziden ist hier laut Christopher Gang und gäbe.

Besuch der zweiten Farm

Auch die andere Farm sieht nicht zwingend besser aus, aber zumindest gibt es hier eine Weide, wo das Gras ein paar Wochen Zeit hatte, sich zu erholen und höher ist als 3 cm. So wächst das Gras hier ganze 30-40 cm hoch, immerhin - und doch weit unter seinem Potenzial. Am Wegrand, unbeweidet und nicht gepflügt sehen wir, wie hoch Gras hier wachsen kann … über 150 cm und mehr, artenreich, gesund. 

Zwei Tage lang werden Daten gesammelt und Fotos gemacht. Die Zahlen sind eindeutig: Seit der letzten Datenerfassung vor einem Jahr hat sich auf beiden Farmen der Zustand der Weiden und Äcker deutlich verschlechtert. Auch wenn es mit 760 mm etwas weniger Regen gab, als im vergangenen Jahr mit 870mm, ist das immer noch mehr, als an vielen Orten in Deutschland. Das gute ist: Beide Farmer haben in diesem Jahr begonnen, sich mit dem Ansatz vom Ganzheitlichem Management vom Savory Institut zu beschäftigen. Vielleicht unterstützt der Blick auf die Daten ein Umdenken im Umgang mit der Natur.

Mehr Informationen:

Das Ökosystem Grünland

Ganzheitliches Weidemanagement

Videos zum Ganzheitlichen Weidemanagement

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