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Die subventionierte Dürre

Ausgetrockneter Boden Foto: Naturefund

Spanien stöhnt unter einer Jahrhundertdürre. Gleichzeitig verschwendet das Land unvorstellbare Mengen Wasser. Naturschutzorganisationen fordern, dass EU-Hilfen nur noch bei einer nachhaltigen Wasserpolitik gewährt werden.

Wasserverschwendung in der Landwirtschaft

Liebe Leserin, lieber Leser,

Die iberische Halbinsel stöhnt unter einer Jahrhundertdürre. Gleichzeitig verschwendet die spanische Landwirtschaft riesige Mengen Wasser, um nicht angepasste Kulturpflanzen im großen Stil zu züchten.

Ein vom WWF vorgelegtes Dossier rechnet vor, dass jährlich etwa eine Milliarde Kubikmeter Wasser für die Überproduktion von Mais, Reis, Baumwolle und die Futterpflanze Luzerne benötigt werde. Das entspreche dem Jahresverbrauch von 16 Millionen Spaniern.

Überproduktion auf Kosten der Natur

Der Anbau von Tomaten, Reis und Gemüse verbrauche unvorstellbare Mengen an Wasser. Dann kann es vorkommen, dass nach der aufwendig bewässerten Ernte ganze 4.500 Tonnen Erdbeeren wieder vom Markt genommen werden, um die Preise zu stützen. So entsteht eine riesige Überproduktion auf Kosten der Natur, die mit Geldern von der EU gleich doppelt subventioniert wird.

Die Wasserknappheit in Spanien wird zusätzlich durch eine mangelhafte Kontrolle und marode Leitungssysteme verschärft. Ein großer Teil des kostbaren Wasser stammt aus illegalen Brunnen. Die spanische Regierung beziffert ihre Zahl mittlerweile auf mindestens eine halbe Million.

Millionen Kubikmeter versickern

Bislang spielt der Wasserverbrauch bei den Zahlungen aus Brüssel keine Rolle. Das jetzt vorgelegte Dossier zeigt, dass diese Politik dazu geführt hat, dass Bauern inzwischen sogar Olivenhaine und Weinstöcke künstlich bewässern, obwohl diese Pflanzen ohne Bewässerung auskämen.

Allein in den Anbaugebieten entlang des südspanischen Flusses Guadalquirir versickern nach Berechnungen des WWF inzwischen Jahr für Jahr mehr als 620 Millionen Kubikmeter. Diese exzessive Bewässerung steigert kurzfristig die Erträge und führt damit zu höheren EU-Subventionen, doch die Auswirkungen auf die Natur sind oft fatal.

Feuchtgebiete vertrocknen

In einem der artenreichsten Feuchtgebiete Europas, der Doñana, ist der Grundwasserspiegel in den vergangenen Jahren immer weiter gefallen.

In der Folge trocknen viele Bäche und Buchten aus, und zunehmend verschwinden wichtige Rast- und Brutplätze von Zugvögeln wie Flamingos und Graugänsen.

Wassersparen fördern

Die Subventionen der EU sollten daher nur Landwirte erhalten, die konsequent auf Wassersparen setzen. Illegale Brunnen sollten geschlossen und Strafen für Verschwender von Wasser verhängt werden.

Die aktuell angefragten EU-Hilfen als Ausgleich für die Dürreschäden in der Landwirtschaft sollten zudem nur gewährt werden, wenn die betroffenen Länder bereit seien, ihre Wasserpolitik auf eine nachhaltige Grundlage zu stellen.

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