Direkte Vergiftungen – chronische Vergiftungen – Krebs

Pestizide können tödliche Wirkungen haben.
Foto: Pixabay

Pestizide gelten laut Forschern als häufigste Ursache für Krebserkrankungen in der westlichen Welt. 

Vergiftungen

Gemäß Angaben der UN-Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es circa 26 Millionen Vergiftungsfälle pro Jahr durch Pestizide. Von den Vergiftungen werden ungefähr 3 Millionen im Krankenhaus behandelt und circa 750.000 chronische Erkrankungen resultieren aus diesen. Derzeit gibt es etwa 220.000 Todesfälle durch Pestizide pro Jahr. Die US-Umweltbehörde berichtet außerdem von über 300.000 nicht-tödlichen Pestizidvergiftungen pro Jahr. 

Aufgrund der hohen Toxizität der Pestizide werden diese in Entwicklungsländer oftmals auch als Suizidmethode verwendet: Die WHO schätzt, dass jährliche zwei Millionen Suizide und Suizidversuche mit Pestiziden durchgeführt werden.

Risiko an Krebs zu erkranken steigt mit häufigem Pestizidkontakt

Studien haben gezeigt, dass das Risiko an bestimmten Krebsarten zu erkranken für Landwirte und professionelle Pestizidanwender eindeutig höher ist, als für andere Berufsgruppen. Die oberste US-Gesundheitsbehörde bestätigt auf ihrer Internetseite, dass Landwirte in den USA mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an Leukämie, Non-Hodgkin-Lymphomen, Multiplen Myelomen sowie an Haut-, Lippen-, Magen-, Gehirn- und Prostatakrebs erkranken, als die allgemeine Bevölkerung. Da ist es nicht verwunderlich, dass schwedische Forscher Pestizide als häufigste Ursache für Krebserkrankungen in der westlichen Welt verantwortlich machen.

Die Anzahl der Erkrankten mit Non-Hodgkin-Lymphomen, also bösartigen Erkrankungen des Lymphsystems, ist in den USA seit 1973 um 73 % gestiegen. Dabei waren die Krebskranken fast 2,6-mal häufiger mit dem Herbizid MCPA in Kontakt als gesunde Menschen. In Deutschland wird MCPA auch heute noch eingesetzt, beispielsweise zur Bekämpfung von Beikräutern. Zusätzlich waren die Krebspatienten 3,7-mal häufiger mit Fungiziden und 2,3-mal häufiger mit Glyphosat in Kontakt. Forscher gehen davon aus, dass die Chemikalien das Immunsystem der Patienten schwächen und somit Krebs-Viren ausgelöst werden.

Viele Pestizide wirken außerdem wie Östrogene und erhöhen so die Brustkrebsrate. In den USA stieg die Brustkrebsrate von einer Erkrankten von zwanzig Frauen im Jahr 1960 auf eine Erkrankten von 8 Frauen im Jahr 1995.

Eine Studie aus den USA stellt außerdem fest, dass Krebsfälle bei amerikanischen Kindern unter 20 Jahren stetig ansteigen. Auffallend ist ebenfalls, dass Leukämie durchgehend öfter bei Kindern auftritt, die auf einem Bauernhof aufwachsen oder deren Eltern Pestizide im Garten einsetzen. 

Glyphosat fördert Krankheiten

Ungefähr vierzig Chemikalien, die von der Internationalen Krebsforschungsagentur der Vereinten Nationen (IARC) als wahrscheinlich krebserregend eingestuft werden, sind derzeit noch auf dem Markt erhältlich. So beispielsweise auch Glyphosat, welches durch das IARC als „wahrscheinlich krebserregend“ für den Menschen eingestuft wurde – Denn im Laborversuch wirkt Glyphosat und sein Abbauprodukt genotoxisch, was bedeutet, dass die Stoffe die Fähigkeiten der Zellen im Körper des Menschen beeinflussen und deren genetisches Material kopieren und vervielfältigen. Dies führt potenziell zu Mutationen und einem erhöhten Krebsrisiko. Daten aus den USA zeigen außerdem, dass achtzehn Prozent aller Insektizide und neunzig Prozent aller Fungizide krebserregend sind. 

Bei einer Studie an 182 Stadtbewohnern aus achtzehn europäischen Ländern wurde bei 45 % der Personen Glyphosat im Urin nachgewiesen. Dies ist besorgniserregend, da Glyphosat bereits in geringen Mengen menschliche Embryonal- und Plazentazellen sowie die DNA von Menschen und Tieren schädigt: So stellte eine französische Studie fest, dass Glyphosat menschliche Zellen innerhalb eines Tages abtötet – und das selbst bei einer 100.000-fachen Verdünnung des Wirkstoffes. 

Bei Menschen und Tiere bestehen außerdem Zusammenhänge zwischen Fehlbildungen und Fehlgeburten mit Glyphosat. Eine Studie weißt außerdem darauf hin, dass Glyphosat Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und Krebs begünstigt und zu Depressionen, Herzinfarkten sowie Unfruchtbarkeit führen kann.

Mittlerweile wird Glyphosat auch mit Krankheiten wie Autismus, Leber-, Nieren-, Bauchspeicheldrüsen-, Schilddrüsen- und Dickdarmkrebs, Hyperaktivität (ADHS), Geburtsfehlern, Fettleibigkeit, Parkinson, multiple Sklerose sowie Auswirkungen auf den Verdauungstrakt in Verbindung gebracht.

Glyphosat - Das meistverkaufte Pflanzengift der Welt

Glyphosat im Heimgebrauch? Es gibt Alternativen!

Studien

Autor E. Hansen, M. Donohoe (2013)   Zeitschrift Journal of Health Care for the Poor and Underserved

Health Issues of Migrant and Seasonal Farmworkers

This paper describes the socioeconomic conditions under which the 3 to 5 million migrant and seasonal farmworkers in the United States live. Specific problems include infectious diseases, chemical- and pesticide-related illnesses, dermatitis, heat stress, respiratory conditions, musculoskeletal disorders and traumatic injuries, reproductive health problems, dental diseases, cancer, poor child health, inadequate preventive care, and social and mental health problems.

Autor
E. Hansen, M. Donohoe
Veröffentlicht
2013
Zeitschrift
Journal of Health Care for the Poor and Underserved
Seiten
153-164
Studie
http://bit.ly/2oCGgZp
Autor A. Hahn et al. (2000)   Zeitschrift Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz

Erfassung von gesundheitlichen Störungen und Einschätzung toxischer Risiken durch chemische Produkte beim Menschen

Seit 1.8.1990 werden gesundheitliche Störungen im Zusammenhang mit chemischen Produkten mit Hilfe eines gesetzlichen Monitorsystems erfasst. Die Mitteilungen der behandelnden Ärzte werden standardisiert dokumentiert, bewertet und analysiert. Die Ergebnisse werden regelmäßig veröffentlicht.

Autor
A. Hahn et al.
Veröffentlicht
2000
Zeitschrift
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz
Seiten
351–359
Studie
https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs001030050265
Autor P.Nicolopoulou-Stamati et al. (2016)   Zeitschrift frontiers in Public Health

Chemical Pesticides and Human Health: The Urgent Need for a New Concept in Agriculture

The industrialization of the agricultural sector has increased the chemical burden on natural ecosystems. Pesticides are agrochemicals used in agricultural lands, public health programs, and urban green areas in order to protect plants and humans from various diseases. However, due to their known ability to cause a large number of negative health and environmental effects, their side effects can be an important environmental health risk factor.

Autor
P.Nicolopoulou-Stamati et al.
Veröffentlicht
2016
Zeitschrift
frontiers in Public Health
Seiten
1-8
Studie
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4947579/pdf/fpubh-04-00148.pdf
Autor R. Mesnage et al. (2017)   Zeitschrift Scientific Reports

Multiomics reveal non-alcoholic fatty liver disease in rats following chronic exposure to an ultra-low dose of Roundup herbicide

The impairment of liver function by low environmentally relevant doses of glyphosate-based herbicides (GBH) is still a debatable and unresolved matter. Previously we have shown that rats administered for 2 years with 0.1 ppb (50ng/L glyphosate equivalent dilution; 4ng/kg body weight/day daily intake) of a Roundup GBH formulation showed signs of enhanced liver injury as indicated by anatomorphological, blood/urine biochemical changes and transcriptome profiling.

Autor
R. Mesnage et al.
Veröffentlicht
2017
Zeitschrift
Scientific Reports
Seiten
1-15
Studie
http://bit.ly/2n523IK
Autor L. K. Dolder (2003)   Zeitschrift Veterinary Medicine

Metaldehyde toxicosis

Metaldehyde, a tetramer of acetaldehyde, is a common ingredient in commercial snail and slug baits in the United States. The bran or molasses sometimes added to the bait makes it more attractive to snails and slugs, but it also attracts domestic animals. Animals that ingest metaldehyde, which is a neurotoxicant, may experience vomiting, tachycardia, tachypnea, ataxia, tremors, and seizures. Death can also occur.

Autor
L. K. Dolder
Veröffentlicht
2003
Zeitschrift
Veterinary Medicine
Seiten
213-215
Studie
http://www.aspcapro.org/sites/pro/files/m-toxbrief_0303.pdf

Unser täglich Gift

Die aufgeführten Daten und Fakten stützen sich auf das Buch "Unser täglich Gift" von Johann G. Zaller, Ökologe an der Wiener Universität für Bodenkultur sowie Experte der Österreichischen Biodiversitätskommission.

"Unser täglich Gift"

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