Uralter Buchenwald in Nordthüringen

Geheimnisvoller Buchenwald
Geheimnisvoller Buchenwald
Foto: Thomas Stephan

Naturefund hat im Oktober 2013 gemeinsam mit der Naturstiftung David volle 210.718 m² Buchenwald auf dem Höhenzug der Hohen Schrecke gekauft und gesichert. Es ist einer der wenigen Wälder in Deutschland, dem Experten Urwaldnähe bescheinigen.

Ein großes, naturnahes Waldgebiet in Nordthüringen

Der Wald befindet sich auf dem Höhenzug „Hohe Schrecke“ am nördlichen Rand des Thüringer Beckens. Auf diesem Höhenzug liegt eines der wenigen, großen, unzerschnittenen Waldgebiete in Deutschland. Seit dem Mittelalter wurde der Wald nur teilweise forstwirtschaftlich genutzt und noch nie komplett angeholzt. Ein Laubmischwald blieb erhalten, dem Experten Urwaldnähe bescheinigen.

Uralte, knorrige Baumriesen erheben sich geheimnisvoll. Luchs, Wildkatze und Rothirsch finden hier einen Lebensraum. Eine absolute Besonderheit sind Urwaldreliktarten, vor allem Totholzliebene Käfer, die auf der Hohen Schrecke wieder entdeckt wurden und den Urwaldcharakter des Waldes bestätigen.

Starke Unterstützung

Der Schutz des Wald hat nationale Bedeutung und wurde daher von der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Thüringen unterstützt. Sie gaben zu jedem gespendeten Euro 9 Euro dazu. Dank dieser Zusammenarbeit und den Spenden von 189 Paten und Patinnen konnten wir 200.718 m² von diesem uralten Buchenwald kaufen und dauerhaft für die Natur sichern. 

Besonderheit

Die insgesamt 7.300 ha Waldflächen auf dem Hohenzug der Hohen Schrecke waren niemals komplett gerodet. Dies belegen die elf, bisher nachgewiesenen Urwaldreliktarten, die nur in dauerhaft urwaldähnlichen Waldbestände überleben können. Die sehr ursprünglichen Bestände des Laubmischwaldes haben einen hohen Totholzanteil und mächtige Alt-Buchen.

Besonders hervorzuheben sind ebenfalls die Fledermaus-Gemeinschaften von hochgradig gefährdeten Arten. In einem Trockenriss einer mächtigen Alt-Buche wurde eine Wochenstube von 570 Weibchen der Rauhaut- und der Großen Bartfledermaus gefunden. Es ist ein deutschlandweit einmaliger Nachweis und der erste Nachweis einer Wochenstube der Rauhautfledermaus in Thüringen.

Geschichte

Die Hohe Schrecke wurde über mehrere Jahrhunderten bis 1934 von der Werther’schen Forstverwaltung extensiv genutzt. Im Zeitraum 1934 bis 1992 diente sie als Militärfläche, zuerst von der Deutschen Wehrmacht und ab 1945 von den Sowjettruppen. Eine geregelte Forstwirtschaft fand in diesem Zeitraum nicht statt.

Ab 1992 übernahm die Bundesrepublik Deutschland kurzfristig die Hohe Schrecke und übergab sie dem Freistaat Thüringen. Der Freistaat Thüringen begann mit der Privatisierung der einmaligen Laubwaldflächen. Mitten in diesem Prozess hinein – bisher waren erst 1.000 ha von 4.500 ha Gesamtfläche privatisiert – begann eine gemeinsame Initiative der Anrainerkommunen und der Naturstiftung David, die erfolgreich den Wald für den Naturschutz sicherte.

Im Jahr 2004 wurde auf der Hohen Schrecke das mit knapp 3.500 Hektar größte Naturschutzgebiet Thüringens ausgewiesen. Ein umfangreicher Plan für die naturschutzfachliche Entwicklung des Gesamtgebietes wurde entworfen. Der Ankauf der Waldflächen ist ein wichtiger Schritt, um den Wald in einen Urwald zu überführen.

Betreuungskonzept

Der Buchenbestand wird nach Ankauf als dauerhafte Wildnisfläche ohne jegliche forstliche Nutzung ausgewiesen und damit Teil des insgesamt 2.000 Hektar großen Wildnisgebietes werden. Die Waldflächen werden auch in der neuen Naturschutzgebietsverordnung als dauerhafte Wildnisflächen ausgewiesen.

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