Artenreiche Magerwiese im Taunus

Neuntöter
Neuntöter
Foto: Herbert Zettl

Naturefund hat zusammen mit der HGON insgesamt  7.898 m² von einer artenreichen Magerwiese im Krebsbachtal im Taunus gekauft und geschützt. Der seltene Neuntöter findet hier ideale Bedingungen und kommt im Tal zahlreich vor.

Natur im Mittelgebirge erhalten

Zusammen mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) hat Naturefund im Herbst 2014 insgesamt 7.898 m² Magerwiese mitten im FFH-Gebiet „Krebsbachtal bei Ruppertshain“ gekauft und damit dauerhaft gesichert.

Es ist eine magere und artenreiche Wiese, die es vor 20 bis 30 Jahren noch überall gab. Doch solche Wiesen sind mittlerweile sehr selten geworden. Überall wurden und werden sie umgebrochen und in Ackerland verwandelt oder gedüngt, was zu einem Verschwinden vieler Pflanzenarten führt.

Mosaik aus verschiedenen Biotopen

Nur dem Einsatz von Naturschützern und -schützerinnen, allen voran unserem Partner der HGON ist es zu verdanken, dass im Krebsbachtal auf gut 84 Hektar eine vielfältige Naturlandschaft erhalten blieb. Wiesen, alte Streuobstbäume, Hecken und kleine Gewässer wechseln sich ab.

Es ist ein Mosaik aus verschiedenen Biotopen, das Lebensraum für zahlreiche seltene und bedrohte Tiere und Pflanzen bietet, wie zum Beispiel dem Neuntöter.

Besonderheit

Magere artenreiche Mähwiesen sind ausgesprochen selten geworden. Sie repräsentieren einen Wiesentyp, der in diesem Teil des Vordertaunus noch vor wenigen Jahrzehnten allgegenwärtig war, aber heute vielfach aus dem Bild der Landschaft verschwunden ist.

Mit dem Verschwinden dieses Wiesentyps sind auch zahlreiche seltene Arten zurückgegangen oder gänzlich ausgestorben. Die im Krebsbachtal noch vorkommende Vegetationsvielfalt sucht im Taunus ihresgleichen und macht das Gebiet daher so wertvoll.

Geschichte

Das Krebsbachtal bei Ruppertshain ist eine alte Kulturlandschaft. Äcker und Grünland waren in den Talauen vorherrschend. Seit 1900 wurde zunehmend auch Streuobst angebaut. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden die Flächen jedoch zunehmend intensiv genutzt und in stark gedüngte Äcker oder Fettwiesen verwandelt. Bereits Mitte der 1980er Jahre setzte sich die HGON für den Erhalt dieses einzigartigen Naturraumes im Krebsbachtal ein – mit Erfolg.

1992 wurde es als Naturschutzgebiet ausgewiesen und 2001 als FFH-Gebiet an die EU gemeldet. Der Kauf von Flächen ist ein weiteres wichtiges Instrument, um sicherzustellen, dass die Lebensraumvielfalt naturnah gepflegt und dauerhaft für die Natur geschützt wird.

Betreuungskonzept

Die Fläche soll wie bisher durch einen ortsansässigen Landwirt 1-2 mal im Jahr gemäht werden. HGON-Mitglieder vor Ort sind ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuer für das Krebsbachtal und schauen regelmäßig nach dem Rechten.

 

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