Das Hamberger Moor schützen

Hamberger Moor
Blick ins Hamberger Moor
Foto: Naturefund

Der NABU Niedersachsen und Naturefund haben eine einmalige Chance genutzt. Im August 2018 hatten wir die Spenden für eines der letzten großen Hochmoore zusammen. 538 Paten spendeten über 140.000 € für den Erhalt des Hamberger Moores. Vielen Dank für Ihre Spenden!

Die letzten Moore Deutschlands schützen

Das Hamberger Moor ist ein ehemaliges Hochmoor und Teil des bekannten Teufelsmoores. Es liegt nur wenige Kilometer vom berühmten Künstlerdorf Worpswede entfernt. Bereits seit einigen Jahren war das Hamberger Moor ein Landschaftsschutzgebiet. Im Frühjahr 2017 wurde es dann Teil des neuen, 27.000 ha großen Naturschutzgebietes "Teufelsmoor".

Doch in Landschaftsschutz- und auch Naturschutzgebieten sind noch viele Flächen im Privatbesitz und werden landwirtschaftlich genutzt. Ein Privateigentümer im Hamberger Moor war bereit, an Naturefund 28.397 m2 zu verkaufen. Dabei handelt es sich um eine Fläche, die mitten in der Kernzone des Moores liegt. Mit dem Kauf dieser knapp 30.000 m² können wir nun beginnen, angrenzende ehemalige Moorflächen von bis zu 100.000 m² wiederzuvernässen und damit zu renaturieren.

Ein weiterer Privateigentümer möchte jetzt an Naturefund rund 33.000 m² im benachbarten Niedersandhausener Moor verkaufen, dass nur durch eine Wiese vom Hamberger Moor getrennt ist. Diese Möglichkeit haben wir sofort angenommen, um einen weiteren Moorrest dauerhaft zu sichern.

Moore sind wichtiger Lebensraum

Das Hamberger Moor und das Niedersandhausener Moor sind, wie viele andere Moore, heute ein wichtiger Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere, wie dem Sonnentau und der Kreuzotter. Über viele Jahrtausende hat sich eine große biologische Vielfalt in Mooren entwickelt. Auch der streng geschützte Graue Kranich (Grus Grus) findet hier ein Zuhause.

Erst vor einigen Jahren tauchte der Kranich als Gast während der Vogelzüge auf. Dank einiger Renaturierungsmaßnahmen sind bereits ein paar flache Moorseen entstanden, ideal für Kraniche, um hier geschützt vor Fressfeinden hier zu brüten. Mittlerweile vermutet man, dass ein Kranichpaar im Hamberger Moor brütet, was eine Sensation wäre.

Weitere bedeutende Arten, die im Moor vorkommen sind: Bekassine, Krickente, Uferschnepfe, Moorfrosch, die Libelle Mosaikjungfer und der sehr seltene Schmetterling Moorbläuling.

Klimawunder Moore

In Zeiten des Klimawandels ist der Schutz von Mooren extrem wichtig. Moore speichern Biomasse und damit CO2 im Torf und das über Jahrtausende. Wird das Moor entwässert und der Torf abgebaut, entweicht das CO2 früherer Jahrhunderte - auch noch - in die Atmosphäre. Gleichzeitig wird der CO2-Speicher Moor zerstört.

Zwar bedecken Moore weltweit  gerade einmal 3% der Erdlandfläche, speichern aber volle 30% des natürlichen CO2! Dabei wachsen Moore, vor allem Hochmoore, sehr, sehr langsam, im Schnitt etwa 1mm pro Jahr. Ein Spaten voll Torf muss also 300 Jahre wachsen, bevor er in wenigen Sekunden zerstört wird.

Der Klimawandel verursacht auch Wetterextreme wie Trockenheit oder große Wassermassen. Auch hier sind Moore hocheffiziente Klimaschützer, denn ein Moor kann das 30-fache seiner Trockenmasse an Wasser speichern und ersetzen bei Überschwemmungen mit Leichtigkeit riesige, künstliche Rückhaltebecken.

Unsere Pflegemaßnahmen

Beim Hamberger Moor handelt es sich vor allem um ein degeneriertes und entwässertes Hochmoor. Auch das nahegelegende Niedersandhausener Moor wurde jahrhundertelange genutzt und ist daher kein intaktes Hochmoor mehr. Nach dem Ende des Torfabbaus vor etwa 50 Jahren wurde das Moor in großen Teilen sich selbst überlassen. Deshalb findet man hier noch typische Tiere und Pflanzen der ursprünglichen Hochmoore.

Als erste Pflegemaßnahme wird entkusselt, das heißt Gehölze, vor allem Birken werden entfernt. Birken brauchen viel Wasser, dass sie zum Teil wieder verdunsten. Sie verhindern, dass sich ein degeneriertes Moor wieder mit Wasser vollsaugen kann. Aus diesem Grunde werden Birken und auch andere Gehölze entfernt.

Danach werden die meist alten Entwässerungsgräben abgedichtet oder verfüllt. Anschließend werden Polder eingerichtet, also Dämme gezogen, damit das Wasser in der Fläche bleibt. Mit der Zeit entwickelt sich das degenerierte Hochmoor zu einem Moor in Regenerationsstatus. Im besten Fall sind langfristig keine Pflegemaßnahmen mehr notwendig. Meistens jedoch, zumindest in den ersten zwei Jahrzehnten muss alle 5-6 Jahre wieder entkusselt werden, weil die Fläche nicht genug vernässt ist.

Betreuungskonzept

Das Schutz-Konzept wird vom NABU zusammen mit der Naturschutzbehörde des Landkreises ausgearbeitet werden.

Vorschläge des NABU sind:

  • Entkusselung der Birken und Kiefern

  • Verschließen von Gräben

  • Eine systematische Artenerfassung ist wünschenswert. Die Datenlage zu Pflanzen- und Tierarten zum Hamberger Moor ist veraltet bzw. unzureichend.

Land schützen

Internationale Auszeichnungen

Naturefund wurde mit dem Energy Globe Award und der UN Dekade für biologische Vielfalt geehrt. Alle Auszeichnungen

Transparente Zivilgesellschaft

Naturefund folgt der freiwilligen Selbstverpflichtung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) und veröffentlicht wichtige Zahlen und Daten zur gemeinnützigen Arbeit und dem Umgang mit Fördermitteln. Alle Informationen finden Sie auf unserer Seite Transparenz.

Wirtschaftsprüfer und Finanzamt bestätigen integre Arbeit

Erfolgreiche Prüfung von Naturefund durch Wirtschaftsprüfer: Der Verein setzt die Spenden sachgerecht für Naturschutzprojekte ein. Der Eigenanteil  bei Projektspenden liegt bei 20% und darunter.

Hamberger Moor in Niedersachsen

Ziel: 85.000
85.000
546
±0

Seltenes Hochmoor schützen

Ihr Beitrag zum Schutz des Hamberger Moors.

Registriert beim Registergericht Wiesbaden, VR 3739

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE 293241718

Freistellungsbescheid: Als gemeinnützige Körperschaft
befreit von der Körperschaftssteuer gem. §5 Abs.1 Nr.9 KStG
unter der Steuernummer 43/250/76281.

Ihre Spende an Naturefund kann steuerlich abgesetzt werden.