Das Hamberger Moor langfristig bewahren

Hamberger Moor
Blick ins Hamberger Moor
Foto: Naturefund

Moore sind Klimawunder und wichtige Lebensräume für die Artenvielfalt. Seit 2017 kauft Naturefund gemeinsam mit dem NABU Moorflächen in Niedersachsen. Bis heute konnte Naturefund rund 120.000 m² Moor kaufen und dauerhaft für die Natur sichern. Einen großen Dank an alle Spenderinnen und Spender und unsere treuen Sponsoren!

Die letzten Moore Deutschlands schützen

Das Hamberger Moor ist ein ehemaliges Hochmoor und Teil des bekannten Teufelsmoores. Es liegt nur wenige Kilometer vom berühmten Künstlerdorf Worpswede entfernt. Obwohl das Moor in einem Naturschutzgebiet liegt, sind noch viele Flächen im Privatbesitz und werden landwirtschaftlich genutzt, was vielfach bedeutet, dass die Moorflächen kontinuierlich entwässert werden.

2017 konnte Naturefund dank zahlreicher privater Spenden und der Unterstützung von unserem langjährigen Förderer La'Bio! Moorflächen von insgesamt 28.397 m2 kaufen. Dabei handelt es sich um zwei Flächen mitten in der Kernzone des Moores. Beide Flächen sind ein ehemaliges Hochmoor mit Pfeifengras in verschiedenen Degenerationsstufen sowie vereinzelt Moorheide. Zunehmender Birkenaufwuchs zeigt jedoch die starke Entwässerung der Fläche an. Birken transpirieren viel Wasser über ihre Blätter und tragen so zum Wasserverlust des Moores bei.

Gemeinsam mit unserem lokalen Partner, dem NABU Hambergen wollen wir durch Anstau der Entwässerungsgräben in Verbindung mit Entkusselungsmaßnahmen (Entnahme der Birken) die naturnahe Vegetation mit Wollgrasstadien und Torfmoos-Schwingrasen wieder entwickeln.

Ankauf weiterer Moorflächen 2018 und 2019

In etwa 1 km Entfernung vom Hamberger Moor liegt bei Sandhausen und am Rande der Osterholzer Geest das Niedersandhausener Moor. Diese Moor ist durch jahrhundertelange Nutzung so stark verändert, dass kaum noch Hochmoorreste vorhanden sind, vielmehr befindet es sich im Übergang zwischen Niedermoor, Moorwald und den Resten eines Hochmoores. Allerdings wurde nach dem Ende des Torfabbaus das Moor in großen Teilen sich selbst überlassen, so dass viele typische Tiere und Pflanzen der ursprünglichen Hochmoore hier noch vorkommen.

2018 konnte Naturefund zusammen mit der Ortsgruppe NABU Osterholz-Scharmbek 33.383 m² Moor, Moorwald und Wasserfläche im Niedersandhausener Moor kaufen. Der Ankauf und die Pflege war möglich dank vieler privater Spenderinnen und Spender sowie einer Spende von der Deutsche Postcode Lotterie.

Dank einer weiteren großzügigen Spende der Deutschen Postcode Lotterie konnten wir 2019 direkt angrenzend an die ersten Fläche im Niedersandhausener Moor weitere 20.039 m² Moor sowie im nördlich gelegenen Heilsmoor zwei Flächen von 15.306 m² kaufen und dauerhaft für die Natur sicher. Der lokale Partner ist für diese Flächen der NABU Hambergen.

Moore sind wichtiger Lebensraum

Moore sind ein wichtiger Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere, wie dem Sonnentau und der Kreuzotter. Auch der streng geschützte Graue Kranich (Grus Grus) findet hier ein Zuhause.

Erst vor einigen Jahren tauchte der Kranich als Gast während der Vogelzüge auf. Dank einiger Renaturierungsmaßnahmen sind bereits ein paar flache Moorseen entstanden, ideal für Kraniche um hier geschützt vor Fressfeinden zu brüten. Mittlerweile vermutet man, dass ein Kranichpaar im Hamberger Moor brütet, was eine Sensation wäre.

Weitere bedeutende Arten, die im Moor vorkommen sind: Bekassine, Krickente, Uferschnepfe, Moorfrosch, die Libelle Mosaikjungfer und der sehr seltene Schmetterling Moorbläuling.

Klimawunder Moore

In Zeiten des Klimawandels ist der Schutz von Mooren extrem wichtig. Moore speichern Biomasse und damit CO2 im Torf und das über Jahrtausende. Wird das Moor entwässert und der Torf abgebaut, entweicht das gespeicherte CO2 früherer Jahrhunderte in die Atmosphäre. Gleichzeitig wird das Moor und seine Funktion als CO2-Speicher zerstört.

Zwar bedecken Moore weltweit gerade einmal 3% der Erdlandfläche und dennoch speichern sie 30% des natürlichen CO2. Dabei wachsen Moore, vor allem Hochmoore, sehr, sehr langsam, im Schnitt etwa 1 mm pro Jahr. Dennoch werden Moore immer noch zerstört - auch in Deutschland, z. B. durch Torfabbau.

Dabei sind Moore hocheffiziente Klimaschützer, denn ein Moor kann das 30-fache seiner Trockenmasse an Wasser speichern und ist somit ein natürliches Rückhaltebecken im Falle einer Überschwemmung. Gleichzeitig ist ein Moor eine natürliche Klimaanlage, da es in Zeiten von Trockenheit Wasser im großem Stil verdunstet.

Betreuungskonzept

Das Schutzkonzept wurde gemeinsam mit dem NABU und der Unteren Naturschutzbehörde Osterholz-Scharmbek ausgearbeitet. Darin enthalten sind z. B.:

  • Entkusselung der Birken und Kiefern,

  • Verschließen von Gräben,

  • Eine systematische Artenerfassung und langfristiges Monitoring und

  • Weitere Ankäufe für umfassende Wiedervernässung und Renaturierung von Moorböden.

 

Jetzt für das Hamberger Moor spenden!

Internationale Auszeichnungen

Naturefund wurde mit dem Energy Globe Award und der UN Dekade für biologische Vielfalt geehrt. Alle Auszeichnungen

Transparente Zivilgesellschaft

Naturefund folgt der freiwilligen Selbstverpflichtung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) und veröffentlicht wichtige Zahlen und Daten zur gemeinnützigen Arbeit und dem Umgang mit Fördermitteln. Alle Informationen finden Sie auf unserer Seite Transparenz.

Wirtschaftsprüfer und Finanzamt bestätigen integre Arbeit

Erfolgreiche Prüfung von Naturefund durch Wirtschaftsprüfer: Der Verein setzt die Spenden sachgerecht für Naturschutzprojekte ein. Der Eigenanteil  bei Projektspenden liegt bei 20% und darunter.

Hamberger Moorin Niedersachsen

Ziel: 150.000
122.070
+60
556
+1

Aktuelle Projekte

Streuobstwiese Wiesbaden

Gefördert durch

Gefördert durch

Naturefund e. V.
Karl-Glässing-Straße 5
65183 Wiesbaden

+49 611 504 581 011
info(at)naturefund.de

Jetzt spenden

Registriert beim Registergericht Wiesbaden, VR 3739

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE 293241718

Freistellungsbescheid: Als gemeinnützige Körperschaft
befreit von der Körperschaftssteuer gem. §5 Abs.1 Nr.9 KStG
unter der Steuernummer 43/250/76281.

Ihre Spende an Naturefund kann steuerlich abgesetzt werden.