Hochlandregenwald in Madagaskar schützen

Die letzten Reste des Regenwaldes von Ankafobe
Foto: Naturefund

Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt. Gut 28 Millionen Menschen leben auf der Insel, davon arbeiten über 80 % in der Landwirtschaft. Diese basiert auf traditionellen Techniken, die den Boden auslaugen - ohne Bäume, ohne Vielfalt.

Die Armut vieler Bauern und der daraus resultierenden Überlebenskampf zwingt die Einheimischen oftmals dazu, den Wald und die natürlichen Ressourcen zu schädigen. Sei es durch Brandrodung, um fruchtbarere landwirtschaftliche Fläche zu erhalten, oder durch Abholzung, um mit Holz oder Holzkohle zu kochen und zu heizen. Die Folge: Ein permanenter Exodus der letzten verbliebenen Wälder. Mittlerweile ist auf Madagaskar nur noch etwa 10 % der ursprünglichen Waldbedeckung erhalten.

Der Hochlandregenwald von Ankafobe

Einer dieser letzten Waldreste Madagaskars ist in Ankafobe zu finden. Die Besonderheit: Der Regenwald liegt im Hochland auf etwa 1.200 m Höhe und ist einer der seltensten Waldtypen Madagaskars. Er wurde daher auch als Schutzgebiet deklariert. Heute bestehen nur noch einzelne kleine Fragmente dieses Waldes: Von dem 133 Hektar großen Schutzgebiet sind nur noch 33 bewaldet. Diese Waldreste beinhalten allerdings eine äußerst schützenswerte, artenreiche Flora und Fauna, worunter sich auch eine Reihe endemischer Arten befindet. So leben in den Waldresten noch vier Lemurenarten, 35 Vogelarten und es wachsen über 200 verschiedene Baumarten. Zum Vergleich: In ganz Deutschland gibt es nur 90 verschiedene Baumarten. 

Doch auch die artenreichen Reste des Hochlandregenwaldes von Ankafobe sind bedroht, insbesondere durch Feuer: Zum einen wird auch hier das Holz der Bäume für das tägliche Kochen genutzt, zum anderen brennen die Madagassen ihre landwirtschaftlichen Anbauflächen nach der Trockenzeit im Winter ab, um diese auf die nächste Anbausaison vorzubereiten. Dabei besteht immer die Gefahr, dass das Feuer auf den Regenwald überspringen.

Verschwindet der Wald, so wird ein weiteres Problem Madagaskars sichtbar: Erosionen. Große Teile ehemalig fruchtbaren Bodens werden durch die fehlende Pflanzendecke und die starken Niederschläge einfach so weggespült. Ohne Unterstützung gibt es hier keine Zukunftsperspektiven - weder für die Pflanzen und Tiere noch für die Menschen. 

Schutz des Regenwaldes

Um den noch vorhandenen Wald zu schützen und die Menschen vor Ort zu unterstützen, besteht die Arbeit von Naturefund primär in der Aufforstung des durch historische Waldbrände degradierten Waldes. In einer Baumschule vor Ort werden Setzlinge der 200 lokalen Baumarten aufgezogen. Bisher wurden jedes Jahr etwa 5.000 Pflanzen für die Restaurierung der Regenwaldreste aufgezogen. Jetzt wollen wir mit unserem lokalen Partner Missouri Botancial Garden die Anzahl auf 20.000 Setzlinge pro Jahr erhöhen. Diese Setzlinge werden dann rund um den Wald gepflanzt, so dass dieser jedes Jahr ein Stück wachsen kann - auf 37 ha, dass ist unser Ziel für 2021.

Ein ganzheitlicher Ansatz für Mensch und Natur

Eine weitere Säule des Schutzes des Regenwaldes ist der Dynamische Agroforst (kurz DAF): Nur durch nachhaltigen Anbau mit Bäumen rund um das Schutzgebiet und ein besseres Einkommen der Menschen kann der dauerhafte Schutz des Waldes in Madagaskar sichergestellt werden. Dreißig Pilotlandwirte testen momentan die Methode DAF in persönlichen Parzellen rund um das Schutzgebiet. Dabei werden sie von fünf jungen Menschen unterstützt, die wir ausbilden und die später als DAF-Trainer oder -Trainerinnen diese Anbauform weitergeben können.

Zusammen umfassen diese 30 neuen DAF-Parzellen bereits eine Fläche von 4,4 Hektar. Da der Einsatz von DAF mit großen Erfolgen verbunden ist, wollen wir unsere Aktivitäten weiter ausbauen. Heißt: Noch mehr Bauern helfen, ihre landwirtschaftliche Fläche auf Dynamischen Agroforst umzustellen, Bäume zu pflanzen und so die einzigartige Flora und Fauna Ankafobes zu erhalten.

Helfen Sie uns dabei, den einzigartigen Hochlandregenwald Madagaskars zu erhalten! Für 6 € pflanzen Sie einen Baum und unterstützen damit Menschen, Tiere und Pflanzen. 

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