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Subventionen weltweit fördern Naturzerstörung

Großer Acker mit Monokultur erstreckt sich bis zum Horizont
Riesiger Acker mit Monokultur

Eine Studie führender Subventionsforscher aus Großbritannien und den USA untersucht den Gesamtwert umweltschädlicher Subventionen über alle Wirtschaftssektoren hinweg.

Die EU fördert finanziell die Intensivlandwirtschaft, in Brasilien erhalten Betriebe, die mit Soja- und Rindfleischproduktion zur Abholzung des Amazonas-Regenwaldes beitragen, Steuererleichterungen – nur einige Beispiele, wie staatliche Subventionen Natur und Klima schaden können. 

Untersucht wurde in einer Studie nun, wie hoch der Gesamtwert umweltschädlicher Subventionen innerhalb aller Wirtschaftssektoren ist. Als umweltschädliche Subventionen gelten in der Studie dabei staatliche Programme, die eine nicht nachhaltige Produktion fördern und der Natur schaden, indem sie den Zustand der globalen Ökosysteme verschlechtern. Das Ergebnis ist erschreckend: Jährlich fließen mindestens 1.800 Milliarden Dollar in Subventionen, die beispielsweise Abholzungen fördern, den Einsatz von Pestiziden und damit einhergehende Wasser- und Bodenverschmutzungen vorantreiben oder die Zerstörung von Ökosystemen und das Artensterben bedingen. 

Aufteilung umweltschädlicher Subventionen

Die finanzielle Unterstützung fossiler Brennstoffe sowie einer nicht nachhaltigen Land-, Forst- und Wasserwirtschaft machen dabei mit mehr als 80 % den Großteil umweltschädlicher Subventionen aus. 

Nach Wirtschaftssektoren aufgeschlüsselt teilen sich die Subventionen wie folgt auf: 

  • Fossile Brennstoffe: 640 Milliarden Dollar
  • Landwirtschaft: 520 Milliarden Dollar
  • Forstwirtschaft: 155 Milliarden Dollar
  • Wassernutzung: 350 Milliarden Dollar
  • Baugewerbe (einschließlich Wohnungsbau): über 90 Milliarden Dollar
  • Verkehr: über 85 Milliarden Dollar
  • Meeresfischerei: 50 Milliarden Dollar

Statt der Finanzierung umweltschädlicher Praktiken in den dargestellten Wirtschaftsbereichen sollten laut Studienautoren die umweltschädlichen Subventionen hin zu einer finanziellen Unterstützung des Natur- und Klimaschutzes transformiert werden. So forderte die ehemalige Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention, Christiana Figueres, bei der Vorstellung des Reports: „Die Natur geht in einem alarmierenden Tempo zurück, und wir haben noch nie auf einem Planeten mit so wenig Artenvielfalt gelebt. Die schädlichen Subventionen müssen zum Schutz des Klimas und der Natur umgelenkt werden".

Landwirtschaft hinsichtlich Natur- und Klimaschutz transformieren

Wie aufgezeigt macht die Landwirtschaft mit jährlich 520 Milliarden Dollar den zweitgrößten Anteil umweltschädlicher Subventionen aus. Verwundern dürfte dies ansich nicht, kam erst im vergangenen Jahr ein Bericht der Welternährungsorganisation FAO zu dem Ergebnis, dass 90 % aller Agrarsubventionen naturschädlich sind. Dazu zählt auch die Verteilung der Fördergelder in der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik, GAP die 2021 für die neue Förderperiode von 2023 bis 2027 verhandelt wurde.

Die Fördersumme, die es dabei in Deutschland in der kommenden Förderperiode zu verteilen gilt, beträgt rund 30 Milliarden Euro. Auch hier fließt laut deutschem Strategieplan immer noch fast jeder zweite Euro der Fördersumme in Direktzahlungen und damit der Entlohnung über schiere landwirtschaftliche Fläche. Vorgegebene Klimaschutzziele im Bereich der Landwirtschaft und Landnutzung können durch den aktuellen Strategieplan nicht erreicht werden. Hier würde ein höheres Budget hinsichtlich der finanziellen Förderung von Biodiversitäts-, Umwelt- sowie Klimaschutzleistungen benötigt. Insgesamt müsste also auch in Deutschland mehr Gelder für den Naturschutz bereitgestellt werden, um die Landwirtschaft hinsichtlich der Natur- und Klimakrise zu transformieren. 

Studie: Protecting Nature by Reforming Environmentally Harmful Subsidies: The Role of Business

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