· Pressebericht WWF-Deutschland

Olympia im Tierreich, Gold geht an …

Der Buckelwal als Olympiateilnehmer Foto: Naturefund

Bei der Olympiade der Tiere gibt es unter anderem als Disziplinen: Imposante Geräusche, Schnelligkeit, Dauertauchen, Kunstspringen, Camouflage und Langstreckenschwimmen bzw. Langstreckenfliegen.

Der Pistolenkrebs

Liebe Leserin, lieber Leser,

Das lauteste Geräusch im Tierreich stammt von einem Winzling, dem Pistolenkrebs. Der Knall dieses Meerestieres kann Beutetiere töten und sogar die Sonargeräte von Schiffen irreführen.

Mit einer Knallschere am Vorderbein erzeugt der Krebs eine Luftblase (Kavitationsblase), die mit einem Knall von 150-200 Dezibel implodiert. Dies entspricht in etwa dem Schalldruck eines startenden Düsenjets an Land.

Mit diesem imposanten Geräusch hält der Krebs Rivalen auf Abstand, imponiert paarungsbereiten Weibchen und erlegt Beutetiere wie einen annähernd gleich großen Korallenfisch.  

Der Schwarze Marlin

Der schnellste Fisch der Welt ist der Schwarze Marlin, ein Schwertfisch mit bis zu 4,5 m Länge. Er schwimmt dreieinhalb Mal so schnell wie ein '100 Meter in 10 Sekunden' - Weltklassesprinter.

Der Pottwal

Der Rekord im Dauertauchen geht mit über einer Stunde an den Pottwal. Damit hält es der bis zu 50 Tonnen schwere Meeressäuger mit dem mächtigen, beinahe rechteckigen Kopf,  fast acht mal so lange unter Wasser aus wie sein bester menschlicher Konkurrent.

Außerdem taucht er mit 1.200 Metern sogar rund zwölf Mal so tief wie der menschliche Weltrekordhalter im Flossentauchen.

Der Korallenfisch

In Camouflage schwimmt der Korallenfisch durch südliche Gewässer – und das ein Leben lang. Im Jugendalter entscheidet er sich zwecks Arterhaltung, welches Geschlecht er als erwachsener Fisch annehmen wird.

Australische Biologen beobachteten am Great-Barrier Riff, dass Korallenfische beim ersten Zusammentreffen mit einem ausgewachsenen, paarungsbereiten Artgenossen das jeweils andere Geschlecht für sich wählen: Treffen sie auf ein Weibchen, werden sie zum Männchen und umgekehrt.

Die Kaltwasserkoralle

Den Altersrekord im Meer halten die Kaltwasserkorallen des norwegischen Röst Riff. Sie sind ca. 4.000 Jahre alt - doch akut bedroht durch schwere Bodenschleppnetze.

Der Granatbarsch

Unter den mobilen Meeresbewohnern beeindruckt der Granatbarsch mit einer Lebenserwartung von immerhin 150 Jahren. Doch auch hier ist der Bestand dieses 'Oldies'unter den Tiefseefischen stark durch die Fischerei bedroht.

Der Buckelwal

Ein kleinerer Verwandter des Pottwals, der weltweit vorkommende Buckelwal, ist rekordverdächtig in der Anzahl seiner komplizierten Sprünge: Ein Exemplar sprang in 75 Minuten bis zu 130 Mal aus dem Wasser, das ist im Durchschnitt ein Kunstsprung alle 34,6 Sekunden.

Der Grauwal

Grauwale wiederum halten unangefochten den Rekord im Langstreckenschwimmen: Bei ihrer jährlichen Wanderung zwischen den südlichen Fortpflanzungs- und Aufzuchtsgebieten in Mexiko und den nördlichen Nahrungsgebieten der Bering-, Tschuktschen- und der westlichen Beaufortsee legen sie über 19.500 km zurück.

Anfang des 20. Jahrhunderts war der Grauwal in seinem Bestand bedroht. Durch intensive Schutzbemühungen konnte er sich inzwischen von wenigen hundert auf eine Gesamtpopulation von rund 20.000 erholen.

Nur für die letzten hundert Westpazifischen Grauwale ist die Bedrohung noch nicht vorbei: Der Bau einer weiteren Öl-Bohrinsel und einer Pipeline im Ochotskischen Meer vor der russischen Insel Sachalin gefährdet ihren Lebensraum.

Die Küstenseeschwalbe und die Schneegans

Die Streckenleistung des Grauwals wird in der Luft noch einmal um das Doppelte übertroffen von der Küstenseeschwalbe: Sie fliegt jedes Jahr fast 40.000 Kilometer, wenn sie von der Arktis in die Antarktis und zurück wandert.

Hoch hinaus fliegen dagegen die Schneegänse: Sie überqueren in 9.500 m Höhe den Himalaja.

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