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Nitratbelastung des Grundwassers und anderer Gewässer

Die Nitratbelastung im deutschen Grundwasser soll gesenkt werden. Innerhalb von zwei Monaten muss die deutsche Bundesregierung Maßnahmen ergreifen, ansonsten droht die EU-Kommission mit einer Klage vor dem EuGH.

Düngemittelverordnung in Deutschland

Die EU-Kommission ist der Ansicht, Deutschland würde die Düngemittelverordnung nicht einhalten. Durch verwendetes Düngemittel wird das Grundwasser belastet. Nun hat Deutschland zwei Monate Zeit dies zu verbessern. Es sollen Vorschläge zur Verringerung der Belastung erarbeitet werden. Wenn diese aber nicht überzeugend genug sind oder aber der Mahnung gar nicht nachkommen werden würde, dann drohe Deutschland eine Strafe von 850.000 € pro Tag.

Bisher sei die Behörde nicht zufrieden mit den eingereichten Vorschlägen.

Im Juni 2018 wurde bereits ein Urteil gegen die Bundesregierung verhängt, wodurch Deutschland die Düngemittelverordnung strenger gestalten musste. Der Gesetzesvorschlag, dass in besonders belasteten Regionen weniger Gülle verwendet werden soll verzögerte sich jedoch immer wieder. Die Gründe dafür waren Widerstand der betroffenen Landwirte und die Opposition einzelner Bundesländer.

Durch ein Ausbringen von Gülle soll das Pflanzenwachstum gesteigert werden. Wenn aber zu viel verwendet wird, sammeln sich die Rückstände im Grundwasser und anderen Gewässern an. So gelangt es in Bäche, Flüsse und ins Meer. Durch chemische Prozesse wird aus Nitrat das schädliche Nitrit, das auch für Menschen gefährlich sein kann.

Auswirkungen der Überdüngung auf Meer und Mensch

Eine massive Überdüngung hat aber nicht nur Folgen für den Menschen. Die landwirtschaftlichen Abwässer mit enthaltenem Nitrat sind die Grundvoraussetzung für eine sogenannte Rote Flut. Sie fördern die explosionsartige Vermehrung von Cyanobakterien der Gattung Trichodesmium, oder auch Blaualgen genannt. Zusammen mit dem Enzym Nitrogenase entstehen organische Verbindungen aus im Meerwasser vorhandenem Stickstoff. Dadurch können sich die einzelligen Dinoflagellaten wieder explosionsartig vermehren. Sie sind weder Tiere noch Pflanzen und führen schließlich zur Roten Flut, einer Algenpest.

Diese Algen färben die Meeresoberfläche rot und bringen eine große Gefahr mit sich. In einem Liter Meerwasser befinden sich dann mehrere Million dieser Lebewesen. Diese emittieren Neurotoxine, ein Giftgas. Dadurch sterben Meerestiere, die in das verseuchte Wasser gelangen. Delfine sterben oft erst wenn die Rote Flut vorbei ist. Vermutlich, weil sie vergiftete Fische oder Blaukrabben zu sich genommen haben.

Die längste jemals gemessene Rote Flut bestand 16 Monate lang, von Oktober 2017 bis Anfang 2019, und hat viele Tiere getötet. Auch 4 Monate später werden einige Tiere Opfer dieser Algenpest. Zehntausende Fische und Hunderte andere Meerestiere wurden alleine während des Höhepunkts getötet.

Wenn die Giftgaswolken an Land treiben, lösen sie auch beim Menschen schwere Schleimhautreizungen und Atemprobleme aus. Wenn wir infizierten Fisch zu uns nehmen, kann das zu Lähmungen und Gedächtnisstörungen führen.

Hier werden die katastrophalen Folgen der industrialisierten Landwirtschaft auf das Leben im Meer aber auch an Land deutlich erkennbar.

(Quelle: Zeit, Stiftung Meeresschutz)

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