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News aus der Landwirtschaft: Verkaufsmengen von Pestiziden bleiben weiter hoch

Es ist kein gutes Zeichen: 2021 fragten Landwirtinnen und Landwirte wieder deutlich mehr problematische Wirkstoffe wie z. B. bienengefährliche Insektizide nach.

Auswertung der Daten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (AVL)

2018 und 2019 verzeichnete das AVL noch rückläufige Zahlen beim Verkauf von gefährlichen Pestiziden. Als Grund nimmt das Bundesumweltamt (UBA) die damals vorherrschende Trockenheit an. Doch tatsächlich ist seit über 40 Jahren der Absatzmarkt der Landwirtschaft hier stabil. Das UBA stellt konkrete Maßnahmen auf EU- und nationaler Ebene vor. Der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln muss für eine zukunftsfähige Landwirtschaft insgesamt deutlich reduziert werden. Sie beziehen sich hier vor allem auf die Farm-to-Fork-Strategie des European Green Deal der EU. Diese sieht vor, dass bis 2030 die eingesetzte Menge von Pflanzenschutzmitteln und das damit einhergehende Risiko für die Natur und Mensch halbiert wird. 

Es fehlt an entsprechender Rechtsgrundlage

Was in Frankreich bereits durchgesetzt wurde, muss hier erst noch geschehen. Es fehlt an nationalen Verordnungen, einer Rechtsgrundlage zum Verbot von besonders umweltschädlichen Wirkstoffen. Dazu rät die UBA zur stärkeren Förderung von pestizidarmen Anbaumethoden, sowie Ökolandbau. Auch Dänemark kann ein Vorbild sein. Hier bestehen bereits zweckgebundene Pflanzenschutzmittelabgaben, um mehr Anreize für eine pestizidärmere Landwirtschaft zu schaffen.

Die Zahlen im Detail

Zwar wurden letztes Jahr die besonders Bienenschädigenden Mittel der Neonicotinoide Imidacloprid, Thiamethoxam, Clothianidin und Thiacloprid verboten, doch 2020 stiegen dafür Ersatzmittel-Insektizide stark an. Kein Gewinn für die Umwelt, denn diese Mittel haben ebenfalls starke negative Nebenwirkungen auf die Umwelt. 2021 sah nicht besser aus: Je nach Wirkstoff musste ein Anstieg von +13% bis +80% im Vergleich zu 2018/2019 verzeichnet werden. 

Auch gefährliche Stoffe für Grund- und Trinkwasser wurden letztes Jahr vermehrt abgesetzt. Flufenacet ist ein Unkrautbekämpfungsmittel und wurde so häufig verkauft wie noch nie und steigt mit +32 % an. Ein Nebenprodukt seiner Anwendung wird oftmals weiträumig in Gewässern und dem Trinkwasser gefunden und kann kaum aus dem Wasser entfernt werden. Eine Reduzierung dieses Einsatzes gelingt nach dem UBA bislang noch nicht. 

Weitere Abbauprodukte gefährlicher Stoffe wie ⁠Herbizide⁠ Terbuthylazin (+ 12 %) und S-Metolachlor (+ 5 %)  werden seit vielen Jahren in unserem Grundwasser nachgewiesen und befinden sich auch in unserem Trinkwasser.

Hier finden Sie alle Informationen zu den Problemen die Pestizide mit sich bringen, den Folgen für Natur und Mensch und der möglichen Lösung des Problems: Pestizide - Die unterschätzte Gefahr

 

Quelle:

Bundesumweltamt

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