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EU zweitgrößter Verursacher tropischer Entwaldung

Regenwald

Die EU zählt zu den größten Verursachern der Zerstörung von Wald. So stellte die EU durch die Einfuhr von Agrarrohstoffen zwischen 2005 und 2013 den Spitzenreiter bezüglich der Abholzung dar, bevor China ab 2014 den ersten Platz einnahm. 

Zerstörung von Ökosystemen

Auf der ganzen Welt werden Wälder und andere natürliche Ökosysteme wie Grasland, Feuchtgebiete und Savannen weiterhin mit alarmierender Geschwindigkeit zerstört. Dies trägt zum Klimawandel und zum Verlust der biologischen Vielfalt sowie lebenswichtiger Dienstleistungen der Natur bei. Die Ausweitung der Landwirtschaft in tropischen Regionen stellt nach wie vor die größte Bedrohung für Wälder und andere natürliche Ökosysteme dar und führte zwischen 2005 und 2017 zur Umwandlung von jährlich rund 5 Millionen Hektar Wald in landwirtschaftliche Flächen. 

EU-Importe 

In den Jahren 2005 bis 2017 verursachten EU-Importe eine Abholzung von 3,5 Millionen Hektar, der CO2-Ausstoß der Importe betrug 1.807 Millionen Tonnen. Dies entspricht 40% der jährlichen Gesamtemissionen der EU. Obwohl die mit den Importen verbundene Entwaldung zwischen 2005 und 2017 stetig um rund 40% zurückging, war die EU 2017 für 16% der mit dem internationalen Handel verbundenen Entwaldung verantwortlich. Das entspricht insgesamt 203.000 Hektar und der indirekten Verursachung von 116 Millionen Tonnen CO2 - mehr als einem Viertel der EU-Emissionen aus dem Sektor Landwirtschaft im selben Jahr. Damit liegt die EU hinter China, welche für 24% der Entwaldung verantwortlich sind, und vor Indien mit 9%, den USA mit 7% und Japan mit 5%. Dabei führte insbesondere der Import von Soja, Palmöl und Rindfleisch in die EU zu tropischer Entwaldung. Doch auch Holzprodukte, Kakao und Kaffee waren Treiber der Abholzung. Dabei zeigen sich klare Zusammenhänge zwischen dem EU-Verbrauch, insbesondere von Soja und Rindfleisch, und mehreren Entwaldungs-Hotspots wie beispielsweise dem Amazonas in Brasilien oder der Region Chaco in Argentinien und Paraguay. So stammten 2018 fast ein Viertel der EU-Sojaimporte aus den untersuchten südamerikanischen Ländern aus der Cerrado-Savanne, wo die Zerstörung des Ökosystems zugunsten landwirtschaftlicher Nutzung besonders stark voranschreitet. EU-Importe werden außerdem mit Entwaldungen in anderen Regionen in Verbindung gebracht - insbesondere mit Kakao aus Westafrika, Zentralafrika und Indonesien sowie Palmöl aus Indonesien, Malaysia und Papua-Neuguinea.

Importe nach Deutschland

Innerhalb der EU war Deutschland zwischen 2005 und 2017 mit Abstand für die meiste Entwaldung verantwortlich: Durchschnittlich wurden jährlich 43.700 Hektar Wald für deutsche Importe vernichtet - eine Fläche etwa halb so groß wie Berlin. Insgesamt fallen 80 Prozent der importierten Waldzerstörung in der gesamten EU auf die acht größten Volkswirtschaften zurück. 

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