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Essen oder wegwerfen?

Gehört nicht auf die Speisekarte: Der Laubfrosch Foto: Dr. H. Fried

Jeder einzelne Mensch kann täglich etwas für das Klima und die Natur tun, in dem er oder sie weniger Nahrungsmittel für die Mülltonne kauft. Alleine in Deutschland werden ca. 20 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr entsorgt. Naturefund erinnert an das, was Nahrungsmittel sein sollen: Nahrung für Körper und Seele und nicht für die Müllindustrie.

Voraussetzung: Makellosigkeit

Kerzengerade Salatgurken und Einheitsgrößen im Kartoffelnetz. Wollen Kundinnen und Kunden heute tatsächlich nur noch makellose Ware haben?

Der Handel hat viele Normen gesetzt, weil es für ihn praktischer ist, und nicht weil die Kunden dies verlangen. Die geraden Gurken passen beispielsweise besser in die Kisten und lassen sich platzsparender transportieren und präsentieren. Die Vorteilspackungen werden immer größer, so dass immer kleiner werdende Haushalte mehr wegwerfen, oder mehr Geld für kleinere Packungen bezahlen müssen. Damit wird Ihr Kaufverhalten  ‚unwirtschaftlich‘  und nach heute geltener Werbeansicht  „blöd“!

Der wahre Preis

Mehr als die Hälfte der produzierten Lebensmittel landen im Müll, sehr viele schon auf dem Weg vom Acker in die Läden. Anstatt zwei verschiedener Qualitäten und zusätzlichen Bioprodukten, bieten Supermärkte nur Obst und Gemüse an, das fehlerlos aussieht.

Kleine Makel, Abweichungen in Gewicht, Form, Farbe oder das überschrittene Mindesthaltbarkeitsdatum verwandeln genießbare Lebensmittel in Müll.  Aufgrund der (zu) geringen Materialkosten ist es oftmals teurer, beschädigte Packungen oder Etiketten neu fertigen zu lassen, als sie zu entsorgen. Statt des Hohen Zeitaufwands schmutzige Ware zu reinigen ist es billiger die ganze Palette in den Abfall-Container zu werfen.

Bäckereien produzieren 20 % Abfall, weil sie verschiedene Brotsorten während der Öffnungszeiten anbieten müssen, also kalkuliert über produzieren. Alleine für Deutschland ergeben sich daraus 500.000 Tonnen Abfall (Brot) pro Jahr. Manche Bäckereien beginnen damit die Brotreste in Pellets zu pressen und damit die Öfen zu heizen, denn die Brot-Pellets haben einen ähnlichen Brennwert wie Holz.

Der wählerische Mensch als Verursacher

Heute sind Kundinnen und Kunden auf das makellose Angebot konditioniert. Keiner soll auf die frische und schöne, biologische und ökologische Ware verzichten müssen. Das sich Ökonomie und Ökologie dabei oft ausschließen ist den wenigsten bewusst. Im Handel herrscht ein unglaublicher Verdrängungswettbewerb und das Problem dabei ist das marktwirtschaftliche System und nicht der einzelne Händler.

98% des Lebensmitteleinzelhandels sind inzwischen in der Hand von acht Unternehmen. Je größer die Handelsketten sind, desto mehr werfen sie weg. Der Verdrängungswettbewerb sorgt für längere Öffnungszeiten, um neue Kunden zu gewinnen. Diese Kunden sollen jedoch auch abends das volle Angebot haben. Bei Brot und Milchprodukten heißt dies jedoch, dass die frische Ware, die am Abend in den Regalen steht, am nächsten Morgen weggeworfen werden muss.

Es ist Zeit auszusteigen

Wenn in den Industrieländern die Lebensmittelverschwendung um nur die Hälfte reduziert würde, dann hätte das auf das Weltklima denselben Effekt, als ob auf jedes zweite Auto verzichtet würde. Dass die Hälfte der bereits produzierten Lebensmittel zu Abfall wird, wirkt sich verheerend auf das Weltklima aus.

Die Landwirtschaft verschlingt riesige Mengen an Energie, Wasser, Dünger und Pestiziden und rodet zudem den Regenwald. Dadurch entsteht mehr als ein Drittel der Treibhausgase. Wenn Nahrungsmittel auf der Müllkippe verrotten, entweicht zusätzlich Methangas, das sich auf die Erderwärmung 25mal so stark auswirkt wie Kohlendioxid.

Alternativen 

Bewusster Konsum ist Genuss. Bis jetzt bewahren wir uns unsere Spargelzeit, das ist der richtige Ansatz.

  • Gemüsekisten abonnieren: ein Bauer aus der Umgebung kann seine regionalen Produkte absetzten wie er sie erntet, der Kunde erhält gesunde frische Ware zu minimalen Transportkosten sogar bis an die Haustür geliefert
  • Von Lebensmitteln, die sich nicht so lange halten, wie zum Beispiel Weißbrot, besser kleine Mengen einkaufen
  • Wird zeitnah Milch benötigt, muss die Milch nicht zehn Tage haltbar sein. Wenn immer nur Produkte mit dem längst möglichen Haltbarkeitsdatum ausgewählt werden, wandern alle anderen – ebenfalls noch „guten“ Lebensmittel - auf den Müll.
  • Wird Ware kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums reduziert angeboten, kann man guten Gewissens zugreifen, wenn die Produkte zuhause schnell verzehrt werden.
  • Wer als Single oder kleiner Haushalt nicht so viel verbraucht, kann zu den kleineren Verpackungen greifen, auch wenn diese geringfügig teurer sind. Denn wer „viel“ billig einkauft und anschließend die Hälfte wegwirft, hat kein Geld gespart.

Klimaschutz kann aber auch durch Förderung von Naturschutzprojekten erreicht werden.
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