· HNA von P. Binienda-Beer

Eine edle Schöne kehrt zurück: Elsbeere ist Baum des Jahres 2011

Diese Fläche wurde aufgeforstet. Foto: Dr. H. Fried

Calden/Liebenau, von P. Binienda-Beer. Die schöne Else – keiner kennt sie. Das soll sich ändern: Baum des Jahres 2011 ist die in Wäldern nur noch selten anzutreffende und selbst bei Fachleuten in Vergessenheit geratene Elsbeere.

Wiederaufforstung mit Elsbeeren

Mit sorgsamer Hand: Caldens Förster Matthias Moos begutachtet den Zustand junger Elsbeerbäume am Waldrand unweit der Kirschenplantage. Hier standen bis zum Sturm Kyrill Fichten. Die Wiederaufforstung mit Elsbeeren bringt eine standortheimische Baumart auf die Waldhutefläche zurück.

Die mit 20 bis 25 Metern mittelhohe Baumart vereint im besonderen Maße ökologische und wirtschaftliche Vorzüge. Ihr Holz zählt zum begehrtesten weltweit, in Deutschland ist es das wertvollste überhaupt. Im Raum Calden finden sich noch Altbestände, besonders ausgeprägt in der Gemarkung Ehrsten am Hang hinauf zum Dörnberg. Ein besonders schönes und altes Exemplar, etwa 160 Jahre, steht im Meimbresser Schenkelwald. Neue Bäume kommen nach und nach hinzu.

Baum des Jahres 2011

Dass die Elsbeere im Revier Calden wieder eine Zukunft hat, dafür sorgt Caldens Förster Matthias Moos mit Neuanpflanzungen schon vor ihrer Proklamation zum Baum des Jahres. Der verheerende Orkan Kyrill 2007 und nachfolgende Schadereignisse hatten den Anlass geliefert, den Wald wieder in standortgerechte Laubholzbestockung aus Elsbeere, Wildkirsche und Eiche umzuwandeln.

Am Nordrand des Caldener Waldes „Tiergarten“, unweit der Kirschenplantage, konnte auf historischen Hutewaldflächen, die nach dem Krieg mit Fichte aufgeforstet wurden, nun eine standortheimische Baumart wieder zurückkehren.

Noch stecken die jungen Elsbeeren zu ihrem Schutz vor Verbiss in Wuchshüllen. Wer sich aber ein Bild vom Baum und seinen Früchten machen möchte, erfährt Wissenswertes auf einer kürzlich aufgestellten Informationstafel. Größere Neuanpflanzungen mit Elsbeeren gibt es außerdem am Ostwaldrand beim Lindenrondell und am Waldschwimmbad.

Am liebsten auf Muschelkalk

Die Vertreterin aus der Familie der Rosengewächse liebt nährstoffreiche warme Standorte, am liebsten auf Muschelkalkböden. Dem Klimawandel mit zunehmend heißen Sommern ist die Baumart nach Überzeugung von Förster Moos gut gewachsen. Stürmen im Übrigen auch. Ein ausgeprägtes Wurzelsystem verhilft der Elsbeere zu hoher Stabilität. An den Rändern gepflanzt, wirkt sie als Windfänger für den gesamten Wald. Die so genannte Lichtbaumart hat es nicht leicht gehabt, seitdem 1870 der Forst von Mittelwald- auf Hochwaldbewirtschaftung umstellte. Von nun an begann die hoch wachsende, den Wald verdunkelnde Buche ihren Siegeszug. Die Licht liebende Elsbeere geriet, ebenso wie die Eiche, schwer ins Hintertreffen. Am ehesten hielt sie sich an Waldrändern. Verkümmerte Exemplare im Wald finden sich in der Füstenwalder Gemarkung.

Ökologisch ist die Elsbeere unschlagbar, sagt Moos. Von Ende Mai bis Anfang Juni blüht sie in Weiß, bietet Insekten wertvollen Lebensraum und liefert mit ihren Beeren im September/Oktober nahrhaftes Futter für Wildvögel. Im Herbst besticht der Baum durch die spektakuläre Färbung seiner Blätter. Wenn dann die reifen Beeren zu Boden fallen, sind sie ein gefundenes Fressen für Kleinsäuger wie Igel, Füchse und Dachse.

Das Holz der Elsbeere aber ist der größte Schatz dieser Baumart: Es ist begehrt für den Bau hochwertigster Möbel, von Musikinstrumenten oder edlen Schiffseinrichtungen. Ausgewählte Stämme, so Moos, haben auf Auktionen schon Spitzenpreise von bis zu 15 000 € pro Kubikmeter erbracht.

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