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Deutliche Überschreitungen des Nitrat-Grenzwerts deutschlandweit

Ausbringung von Gülle
Foto: Pixabay

Aktuelle Daten bezüglich der Nitratbelastung im Grundwasser bestätigen die bereits bekannte Überschreitung des Grenzwerts von 50 Milligramm pro Liter bei knapp 18 Prozent der Messstellen. Dabei treten besonders hohe Grenzwertüber-schreitungen in Gebieten mit land-wirtschaftlicher Flächennutzung auf.

Überschreitung der Grenzwerte

Auf europäischer Ebene vorgeschrieben ist eine Obergrenze für Nitrat im Grundwasser von derzeit 50 Milligramm pro Liter. Laut Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung weist jedoch momentan knapp ein Fünftel der in Deutschland verteilten 1200 Messstellen höhere Werte auf. In landwirtschaftlich geprägten Gebieten wird sogar an mehr als jeder vierten Messstelle der Grenzwert verletzt - mit Überschreitungen von teilweise mehr als 700 Prozent. In der Regel weisen laut Studie für den landwirtschaftlichen Anbau genutzte Flächen eine höhere Nitratkonzentration im Grundwasser auf als Wald- sowie Grünlandflächen.

Betrachtet man die Maximalwerte aller Messstellen aus den Jahren 2015 und 2016, so überschreitet jedes Bundesland an mindestens einer Messstelle den EU-Grenzwert von 50 mg/l. Die beobachteten Überschreitungen des Nitratgrenzwerts sind dabei keine einmaligen Befunde. Bereits seit über einem Jahrzehnt liegen die Messwerte auf konstant hohem Niveau.

Woher stammt das Nitrat?

Durch Ausbringung stickstoffhaltigen Düngers auf landwirtschaftliche Flächen werden den Pflanzen Nährstoffe zugeführt. Ist die Menge an Gülle oder chemischen Düngemitteln zu hoch, sammelt sich Stickstoff im Boden an und wird durch biochemische Prozesse in Nitrat umgewandelt, welches sich in Grund- und Oberflächenwassern anreichert. Eine hohe Belastung von Oberflächengewässern mit Nitrat oder anderen Stickstoffverbindungen kann zum einen das Ökosystem negativ beeinträchtigen, etwa indem übermäßiges Algenwachstum andere Pflanzen und Tiere verdrängt. Zum anderen gefährdet nitratbelastetes Trinkwasser die menschliche Gesundheit, insbesondere bei Säuglingen, und steht im Verdacht, krebserregend zu wirken.

Zweithöchste Nitratbelastung EU-weit

Trotz mehrerer Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission gegen die Bundesregierung und drohender Strafzahlungen gehört Deutschland in Europa zu den Ländern mit der höchsten Nitratbelastung. Für den Zeitraum 2012–2015 wurde in Deutschland im Durchschnitt die EU-weit zweithöchste Nitratbelastung des Grundwassers gemessen. Seitdem gibt es keinen nennenswerten Rückgang der durchschnittlich gemessenen Nitratkonzentration, und es kommt regelmäßig und deutschlandweit zu Grenzwertüberschreitungen.

Insbesondere Gebiete mit hohen Anteilen von Acker- und Weinanbau sowie intensiver Viehhaltung leiden unter den Auswirkungen exzessiver Nitrateinträge. Dies kann nicht nur zu ökologischen Konsequenzen führen, etwa indem Biodiversität verloren geht, und negative Folgen für die menschliche Gesundheit nach sich ziehen, sondern auch eine ökonomische Belastung darstellen, etwa indem die Wassertarife steigen.

 

Zur Studie des IDW: Nitratbelastung im Grundwasser überschreitet Grenzwert seit Langem – mehr Transparenz und Kontrolle in der Düngepraxis notwendig

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