· Thüringer Allgemeine, Nancy Almrodt

Der Ruf der Graureiher

Gras am See Foto: Naturefund

Der Natur mehr Raum und Zeit geben, sich zu entwickeln und zu renaturieren. Das sind die Ziele des noch jungen Vereins Naturefund aus Wiesbaden. Im Mai startete er sein erstes Projekt in einem Gebiet bei Obersuhl, genau an der Grenze zwischen Thüringen und Hessen.

Hohe Ziele

Liebe Leserin, lieber Leser,

Als sie 14 Jahre alt war, sah Katja Wiese zum ersten Mal einen trockengelegten Sumpf. "Das fand ich schrecklich", erinnert sie sich. Damals beschloss sie in kindlichem Eifer, irgendwann etwas gegen unnötige Eingriffe in die Natur zu machen. Jetzt hat sie wirklich einen Weg gefunden, ihren Beitrag zu leisten. "Mit der Gründung des Naturschutzvereins geht für mich ein Traum in Erfüllung", sagt Katja Wiese.

Sie ist jetzt 37 Jahre alt und Geschäftsführerin eines gemeinnützigen Naturschutzvereins. Mit mehreren Mitstreitern zusammen gründete sie im April vergangenen Jahres Naturefund. Der Verein will seinen kleinen Beitrag dazu leisten, das hohe Ziel zu erreichen, dass bis zum Jahr 2020 in jedem Land der Erde mindestens 10 Prozent unter Naturschutz stehen.

"In Deutschland gibt es viel zu wenig wilde Plätze, in denen sich die Natur ohne den Einfluss des Menschen entwickeln kann", meint die engagierte Frau. Nur rund drei Prozent des Landes sind hier geschützt. Naturefund bemüht sich deshalb Lebensräume zu bewahren und Arten zu schützen. Der Verein konzentriert sich bei der Arbeit auf den Flächenkauf bedrohter Gebiete, da dies häufig die schnellste Methode ist, die Natur effektiv zu schützen.

Das Interesse an der Idee ist groß. Frau Wiese erhielt sogar schon Anfragen aus Uganda und Italien. Auch andere Naturschutzorganisationen informieren sich. Und die Mitgliederzahl des Vereins ist auf 34 Mitglieder gewachsen. "Natürlich freuen wir uns über Neuzugänge", sagt Katja Wiese, "in der Anfangszeit können wir jede Hilfe gut gebrauchen."

Als erstes Projekt will der Verein ein insgesamt acht Hektar großes Gebiet bei Obersuhl übernehmen und bewahren. Bis jetzt gehört es noch der angrenzenden Gemeinde Dankmarshausen. Doch die hat schon zugestimmt, es dem Verein zu verkaufen, wenn der genug Geld zusammen hat. In einem Jahr soll das sein - Naturefund will die Fläche dann ins Naturschutzgebiet Rhäden eingliedern.

Ein zauberhaftes Stückchen Erde

Die acht, wenn es planmäßig läuft, bald geschützten Hektar sind ein zauberhaftes Stückchen Erde. Über 230 Vogelarten und unzählige Pflanzen leben dort. Duftende Margeriten am Wegesrand, prächtige Eichen und Erlen. Ab und zu hört und sieht man Graureiher, sie haben hier eine Kolonie. Dieses kleine Paradies soll sich zurück zu einem ursprünglichen Sumpfwald entwickeln - ohne menschliche Eingriffe.

Dabei kann jeder mithelfen. Umweltfreunde können symbolisch ein Stück dieses Landes kaufen - und es so schützen. Bereits mit nur 1 € kann man einen Quadratmeter erhalten - entweder Sumpfwald, Feuchtwiesen oder einen Teil der Graureiherkolonie.

"Jeder kann helfen, die Vielfalt und Schönheit unserer Natur zu erhalten", sagt Katja Wiese. Wenn immer mehr Menschen das versuchen würden - für die 37-Jährige würde schon wieder ein Traum wahr.

Mehr über das Sumpwald-Projekt

Bilder vom Sumpfwald in Hessen

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